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Positionspapier der Caritas zu Klimaflucht

Schutz und Perspektiven für Klimaflüchtlinge

Der Klimawandel zwingt immer mehr Menschen zur Flucht. Dies ist zurzeit an der Klimakonferenz der Uno in Bonn ein kontrovers diskutiertes Thema. Reiche Länder wie die Schweiz dürfen die Augen vor dieser Entwicklung nicht verschliessen und müssen Verantwortung übernehmen, schreibt Caritas Schweiz in einem neuen Positionspapier.

 

Der Weltklimarat schätzt, dass Klimaveränderungen bis ins Jahr 2050 weltweit 150 Millionen Menschen zur Flucht treiben. Vor allem Kleinbäuerinnen, Viehhirten und Fischer, aber auch Landlose und Slumbewohner in den ärmsten Ländern zählen zu den Klimaflüchtlingen. Sie erreichen nur selten die reichen Länder wie die Schweiz. Die weitaus grösste Anzahl von Klimaflüchtlingen beherbergen Entwicklungsländer, denn die Fluchtbewegungen finden vor allem im eigenen Land oder in den direkten Nachbarländern statt.

Klimaflüchtlinge fallen nicht unter den Schutz der Genfer Flüchtlingskonvention. Aus Sicht der Caritas ist dies ein Missstand, den es dringend zu beheben gilt. Doch die internationale Staatengemeinschaft nimmt sich dem Thema «Klimaveränderung und Flucht» nur zögerlich an. Gerade die wohlhabenden Länder wie die Schweiz haben durch ihren Ressourcenverbrauch am meisten zum Klimawandel und somit zu den entsprechenden Fluchtursachen in Entwicklungsländern beigetragen. Die reichen Länder müssen darum entsprechend Verantwortung übernehmen und sowohl die Ursachen von Klima- und Gerechtigkeitsproblemen angehen als auch deren Folgen lindern.

Die Caritas ruft in ihrem Positionspapier «Schutz und Perspektiven für Klimaflüchtlinge» die Schweizer Politik zum Handeln auf. Erstens braucht es einen internationalen Rechtsrahmen, der Klimaflüchtlinge als solche anerkennt und Schutz bietet. Caritas Schweiz fordert den Bundesrat dazu auf, einen entsprechenden Schutzstatus einzuführen. Zweitens benötigen die ärmeren Länder dringend finanzielle Unterstützung, um sich vor Naturkatastrophen besser schützen und sich veränderten Umweltbedingungen anpassen zu können. Die Verpflichtung, diese finanzielle Unterstützung zu leisten, ist die Schweiz mit der Ratifizierung des Pariser Abkommens gegen die globale Erwärmung eingegangen. Dies gilt es jetzt einzulösen. Und drittens muss die Schweiz selbst beträchtlich zur Reduktion des Klimawandels beitragen: mit dem Umstieg auf erneuerbare Energien, mit nachhaltigen Produktions- und Konsumweisen sowie der entsprechenden Lenkung durch verursachergerechte Finanzierungsinstrumente. 

 
 
  • Schutz und Perspektiven für Klimaflüchtlinge
    Dateiformat: pdf / 177 KB
    «Die internationale Staatengemeinschaft muss neben dem Vorbeugen von Klimaflucht auch das Ziel verfolgen, sichere Migration zu ermöglichen, wo dies neue Lebensperspektiven eröffnet.» (November 2017) Download
 

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