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Nothilfe nach Tsunami und Erdbeben in Indonesien

Über 2000 Todesopfer, fast 11'000 Verletzte und mehr als 66'000 Häuser zerstört ‒ das ist die vorläufige Bilanz der Tsunami- und Erdbeben-Katastrophe auf der Insel Sulawesi in Indonesien. Über 200'000 Menschen sind auf humanitäre Hilfe angewiesen. Die Caritas hat umgehend Nothilfe lanciert.

 

Verwüstung soweit das Auge reicht. Mehr als 2000 Menschen sind nach offiziellen Angaben ums Leben gekommen. Doch noch immer ist das genaue Ausmass der Katastrophe auf Sulawesi nicht überblickbar. Unzählige Menschen werden vermisst, während einzelne, sehr stark betroffene Gebiete weiterhin von der Aussenwelt abgeschnitten sind. Wie es in diesen Regionen aussieht und wie es den Betroffenen dort geht, kann nur erahnt werden. 


Flutwelle richtete schwere Zerstörung an

Am  28. September traf eine gewaltige Flutwelle die Westküste von Sulawesi, eine der grössten indonesischen Inseln. Vorausgegangen waren zwei heftige Erdbeben. Besonders schwer betroffen ist die touristische Küstenstadt Palu mit ihrer belebten Strandpromenade. Die Wucht der 800 Stundenkilometer schnellen Wassermassen riss Menschen, Häuser und Autos mit sich. Auch Krankenhäuser, Hotels und Einkaufszentren stürzten ein. Das Elektrizitätsnetz, die Wasser- und die Treibstoffversorgung brachen zusammen. «Es ist schrecklich. Wir sind zum Spital geflohen, dort hat es überall Verletzte und Tote, und meine kleine Tochter musste das alles sehen, dabei ist sie erst 5 Jahre alt. Es fehlt an sauberem Wasser und wir brauchen Decken und Zelte. Wir wissen nicht, wie es weitergehen soll», erzählt Salma (35) aus Palu.

Viele Überlebende haben alles verloren. Die Vereinten Nationen schätzen, dass über 200'000 Menschen in den betroffenen Gebieten Nothilfe benötigen, darunter 46'000 Kinder und 14'000 alte Menschen.

 

Das Caritas-Netz schickt Hilfsgüter und medizinisches Personal

Das internationale Caritas-Netz hat seine Nothilfe umgehend lanciert. Seit Mitte letzter Woche liefert die Caritas Hilfsgüter wie Wasser, Reis und Decken nach Palu. Medizinische Caritas-Fachteams, bestehend aus Ärzten, Krankenpflegern und Hebammen, trafen am Freitag, 5. Oktober ein. Die Ärzte operieren schwer Verletzte und lassen Kranken, Schwangeren, Kindern und alten Menschen die nötige medizinische Versorgung zukommen. Die Fachleute arbeiten sowohl in mobilen Kliniken als auch in den Krankenhäusern vor Ort.

Teams der lokalen Caritas sind in den betroffenen Gebieten unterwegs, um den weiteren Bedarf zu ermitteln und die Hilfe zu koordinieren. Ein Mitarbeiter von Caritas Schweiz ist seit Anfang letzter Woche vor Ort und unterstützt die lokalen Partner im Hub der Caritas-Hilfe in Makassar.

Die Caritas arbeitet eng mit der nationalen Katastrophenschutzbehörde zusammen. Der Zugang zu Strom ist teilweise wieder hergestellt und das Mobilnetz im betroffenen Gebiet verbessert sich langsam wieder. Da jedoch viele Strassen zerstört sind, erfolgt die Hilfe nach wie vor unter sehr schwierigen Bedingungen. Mit der nahenden Regensaison, die in der Regel Ende Oktober beginnt, droht weiteres Unheil für die betroffene Bevölkerung und für die Hilfeleistungen.

 

Bilder aus Sulawesi

 

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