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Nothilfe in Aleppo unter schwierigsten Bedingungen

Aleppo ist weiterhin im Ausnahmezustand. Die anhaltende Gewalt hat allein in der ersten Hälfte dieses Monats 25,000 Menschen aus ihren Häusern in umkämpften Stadtvierteln vertrieben. Die Dunkelziffer wird weit höher liegen. Viele der Familien, welche durch die sich ständig verschiebende Frontlinie in die Flucht geschlagen werden, kommen vorübergehend bei Verwandten und Bekannten notdürftig unter und werden deshalb nicht sofort erfasst. Die Nahrungsmittel werden immer knapper. 

 

Für fast 2 Millionen Menschen bedeutet die aktuelle Situation, dass sie keinen Zugang zu öffentlichem Wasser oder Elektrizität haben. Des Weiteren wird laufend von Gesundheitszentren und Krankenhäusern berichtet, welche ihre Arbeit einstellen oder einschränken müssen, da entweder die nötigen Medikamente und Materialien nicht mehr vorhanden sind, das Fachpersonal fehlt oder die Ausstattung zerstört wurde. Schäden an lebensnotwendiger Infrastruktur sind aber nur eine der schier unüberwindbaren Schwierigkeiten, mit denen die Bewohnerinnen und Bewohner der Stadt täglich zu kämpfen haben.

Anwohnerinnen und Anwohner sowie Vertriebene stehen täglich vor der schwierigen Aufgabe, den Essensbedarf ihrer Familien abzudecken. Strassensperren und Kampfhandlungen unterbrechen die Zulieferstrassen regelmässig, was zu ständiger Nahrungsmittelknappheit und sprunghaften Preisanstiegen führt. «Den meisten der Bewohnerinnen und Bewohnern der einst wirtschaftsstärksten Stadt Syriens wurde durch den Krieg die Lebensgrundlage genommen. Die laufende Vervielfachung von Lebensmittelpreisen macht es für viele der Menschen deshalb praktisch unmöglich, sich und ihre Kinder zu ernähren», bestätigt ein Mitarbeiter von Caritas Schweiz, der sich momentan in Syrien aufhält. 

Ohne humanitäre Feuerpausen keine ausreichende Versorgung möglich

Hier setzt das Projekt an, welches Caritas Schweiz in Aleppo seit Februar 2015 unterstützt. In einer Suppenküche, die lokale Arbeitskräfte beschäftigt, werden pro Tag bis zu 6300 warme Mahlzeiten zubereitet und an Bedürftige verteilt. Unter äusserst schwierigen Umständen wurde seit Projektbeginn dafür gesorgt, dass die abgestimmten Portionen über 11 Verteilzentren in verschiedenen Stadtteilen ausgeteilt werden. Gleichzeitig leidet aber natürlich auch das Angebot der Suppenküche unter der begrenzten Menge von Lebensmitteln, welche momentan in Aleppo erhältlich sind. So werden die Gerichte zunehmend einseitiger, da frisches Gemüse und gelegentlich Fleisch zu teuer geworden sind und das Team vor Ort ausserdem bemüht ist, die Preise durch Grosseinkäufe der knappsten Lebensmittel nicht noch weiter zu beeinflussen.

Um die Situation der Menschen in Aleppo nachhaltig zu verbessern ist ein Waffenstillstand oder zumindest sofortige humanitäre Feuerpausen unumgänglich. So wären grössere Lieferungen von dringend benötigten Hilfsgütern und Reparaturen an essentieller Infrastruktur wie zum Beispiel Wasserpumpen und Elektrizitätswerken möglich. Nur dann kann die Versorgung der notleidenden Bevölkerung in Aleppo langfristig gewährleistet und deren Alltag wieder erträglicher werden.

 
 

Caritas-Katastophenhilfe in Syrien

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