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Flüchtlingskrise in Brasilien

Hilfe für venezolanische Flüchtlinge in Brasilien

Venezuela ist bankrott. Jahrelange Misswirtschaft hat das einst reichste Land Südamerikas in ein Armenhaus verwandelt. Immer mehr Menschen flüchten in die Nachbarländer. Diese stehen vor grossen Herausforderungen – viele sind mit der Versorgung und Unterbringung der Flüchtlinge überfordert. In Brasilien hilft die Caritas. 

 

Venezuela steckt seit 2014 in einer wirtschaftlichen Krise, die ein immer grösseres Ausmass annimmt. Über 2,3 Millionen Venezolanerinnen und Venezolaner haben ihre Heimat bereits verlassen. Brasilien verzeichnet, wie viele andere Nachbarländer, einen massiven Anstieg von Flüchtlingen aus Venezuela. Die meisten von ihnen kommen im Grenzbundesstaat Roraima an. Rund 100 000 Personen haben dort, im Nordwesten des Landes, bisher Zuflucht gesucht.

Caritas versorgt Flüchtlinge mit dem Allernötigsten

Bei ihrer Ankunft befinden sich die Flüchtlinge in einem desolaten gesundheitlichen Zustand. Sie sind traumatisiert durch die Flucht und insbesondere die Kinder sind unterernährt, weil in Venezuela schon lange Lebensmittelknappheit herrscht. Auch die medizinische Versorgung ist in Venezuela zusammengebrochen – die Kindersterblichkeit hat allein von 2015 bis 2016 um 30 Prozent zugenommen.

In Roraima leben die Flüchtlinge unter schwierigsten Bedingungen auf der Strasse oder in verlassenen Gebäuden. Der Bundestaat, der mit 500 000 Einwohnern einen sehr hohen Flüchtlingsanteil verzeichnet, steht vor einer Herkulesaufgabe: Die Spitäler sind überbelegt, die Schulen überlastet, die Notunterkünfte überfüllt. Caritas leistet vor Ort Hilfe und versorgt die Flüchtlinge mit Hygienematerial, Küchenutensilien und Decken. An die Verletzlichsten unter ihnen leistet sie Geldzahlungen, damit sie sich das Allernötigste kaufen können.

Angespannte Lage an der Grenze

Immer häufiger kommt es zu gewalttätigen Konfrontationen zwischen der lokalen Bevölkerung und den Flüchtlingen. Das Militär hat seine Präsenz an der Grenze verstärkt. Die Caritas führt öffentliche Kampagnen durch, um die Bevölkerung für die Themen Flucht und Migration zu sensibilisieren und Diskriminierung sowie Fremdenfeindlichkeit entgegenzuwirken. Doch das alleine reicht nicht aus. Damit sich die Lage entspannt, ist es unerlässlich, dass den Flüchtlingen die Weiterreise in andere Bundesstaaten ermöglicht wird. Caritas Schweiz unterstützt die brasilianische Regierung beim Transfer von 1224 Flüchtlingen in sechs Bundesstaaten und stellt vor Ort Unterkünfte bereit.

Bildung für die Kinder

Caritas Schweiz unterstützt die Geflüchteten dabei in der brasilianischen Gesellschaft richtig anzukommen: Sie bietet Orientierungshilfe, steht ihnen in administrativen und rechtlichen Fragen zur Seite und unterstützt sie bei der beruflichen Integration. Den Kindern erleichtert sie den Zugang zu Bildungsangeboten. Es ist besonders wichtig, dass sie den Anschluss nicht verlieren und schnell in die lokalen Schulen integriert werden.

Insgesamt erreicht die Hilfe der Caritas 3500 Flüchtlinge direkt. 28 500 Menschen werden durch Kampagnen für die Flüchtlingsproblematik und gegen Fremdenfeindlichkeit und Diskriminierung sensibilisiert. Das gesamte Projekt wird in Kooperation mit der Partnerorganisation Caritas Brasilien durchgeführt. 

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