Katastrophe im Amazonasgebiet

Hilfe für die Opfer der Waldbrände im Amazonas

Im Amazonas brennt der Regenwald. Dies ist sowohl eine ökologische Katastrophe von globaler Bedeutung als auch eine soziale. Die Folgen für Mensch und Natur sind riesig und die Schäden vor Ort enorm. Allein in Bolivien sind schätzungsweise 100'000 Menschen von den Bränden bedroht. Caritas Schweiz leistet zusammen mit lokalen Partnerorganisationen Nothilfe.

 

«Als das Feuer kam, versuchten wir - Frauen, Männer, Kinder - sofort zu löschen, mit Stäben, mit Wasser, mit allem, was wir hatten. Aber der Wind war sehr stark», erzählt María del Carmen Roca aus San Ignacio de Velasco im bolivianischen Departement Santa Cruz, an der Grenze zu Brasilien. In Santa Cruz hat die Regierung den Notstand ausgerufen. Die Situation ist nach wie vor dramatisch. Schätzungsweise Hunderttausend Menschen sind von den Bränden bedroht. 1,8 Millionen Hektaren Regenwald, Felder und Weiden sind bereits vernichtet.

Die Flammen zerstören Äcker, Trinkwasserversorgung und die Gesundheit

Am schlimmsten betroffen sind Kleinbauernfamilien sowie die indigene Bevölkerung. Viele Menschen leiden unter Atemwegproblemen und Augenbrennen, verursacht durch Rauch und Asche. Vielerorts ist die Trinkwasserversorgung zusammengebrochen.

Die meisten Menschen leben hier von der Landwirtschaft. «Das Feuer hat bis zu 80 Prozent ihrer Ernte vernichtet, und auch Kleintiere wie Schweine, Hühner und Enten, mit denen sie ein minimales Einkommen erzielen, haben sie verloren», sagt Sheyla Martínez, Direktorin der Organisation CIPCA, die in Santa Cruz Kleinbauernfamilien unterstützt. Die Vernichtigung des Ackerlands ist folgenschwer, denn Ende September beginnt die Regenzeit und sie müssten aussäen. Das wird dieses Jahr nicht möglich sein. Tausende Rinder sind verendet und die restlichen haben kaum noch Weideland. Eine Nahrungsmittelknappheit ist absehbar.

 
 

Caritas leistet Soforthilfe im Kampf gegen das Feuer

Die Menschen kämpfen verzweifelt gegen die Feuersbrunst. Tausende von Menschen stehen im Dauereinsatz, um das Feuer zu bekämpfen, darunter auch viele Freiwillige. Die Arbeit ist gefährlich. Die Helferinnen und Helfer arbeiten bis zur Erschöpfung und setzen ihre Gesundheit aufs Spiel. Sie sind schlecht ausgerüstet, es fehlt an Schutzmasken, Gummistiefeln, geeignetem Werkzeug, Wasser etc.

Caritas Schweiz hat die Initiative ergriffen und baut ein Nothilfeprogramm auf. Als erste Soforthilfe ermöglichen wir dem örtlichen Zivilschutz, Atemmasken und andere Schutzausrüstungen sowie Verpflegung für die mutigen freiwilligen Helferinnen und Helfer zu besorgen.

Langfristige Unterstützung ist in Planung

Wenn es nicht regnet, wird es nach Aussagen der lokalen Zivilverteidigung noch mindestens zwei Wochen dauern, bis die Brände gelöscht sind. Experten melden, dass sich in der Region um Roboré das Feuer unter anderem wegen hoher Temperatur und starken Winden gar verschlimmert. Für die Betroffenen ist in den kommenden Wochen also keine Entspannung der Lage in Sicht.

Deshalb werden wir unsere Nothilfe ausweiten, zielgerichtet auf die Bedürfnisse der Menschen. Dafür kann Caritas Schweiz auf die Zusammenarbeit mit lokalen zivilgesellschaftlichen Organisationen zählen, die sich in Santa Cruz in der Förderung der Landwirtschaft und im Umweltschutz engagieren und dadurch die Sorgen und Nöte der betroffenen Bevölkerung sehr gut kennen. Die Wasserversorgung muss repariert werden, damit wieder Trinkwasser zur Verfügung steht. Es braucht medizinische Hilfe. Viele Zugangsstrassen sind versperrt und müssen geräumt werden. Indigene Gruppen und Kleinbauernfamilien verlassen auf der Flucht vor dem Feuer ihre Wohngebiete. Schlimmstenfalls können sie nicht mehr zurückkehren und müssen umgesiedelt werden.

Caritas Schweiz möchte mit Ihrer Hilfe auch jenen Menschen und Organisationen Mut machen, die sich für den Schutz des Regenwaldes einsetzen.

 

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