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UN-Klimagipfel in Bonn

Die Schweiz muss sich für eine ambitiöse Umsetzung des Pariser Übereinkommens einsetzen

Aus Sicht von Caritas Schweiz muss sich der Bund an der diesjährigen UN-Klimakonferenz mit Entschiedenheit dafür einsetzen, dass die Länder des Südens verstärkt unterstützt werden. Denn diese Länder sind es, die bereits stark unter den Folgen des Klimawandels leiden. Weil die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) nicht Teil der Schweizer Delegation ist, könnten entwicklungsrelevante Themen unter den Tisch fallen.

 

Unter dem Vorsitz der Fidschi-Inseln beginnt am 6. November die 23. Internationale Klimakonferenz (COP 23). Bei den Verhandlungen in Bonn geht es vor allem um drei Bereiche: Zum völkerrechtlich verbindlichen Vertrag von Paris müssen Umsetzungsregeln auf den Weg gebracht und nächstes Jahr verabschiedet werden. Die Vertragsparteien müssen beispielsweise sicherstellen, dass bereits gesprochene Entwicklungsbeiträge nicht als neue Klimafinanzierung deklariert werden. In der Tat verlangt die UN-Klimakonvention nebst der offiziellen Entwicklungshilfe neue und zusätzliche Finanzmittel für Klimaschutz und Anpassung an den Klimawandel in Entwicklungsländern.

Zweitens braucht es klare und verbindliche Regeln, damit die Staaten ihre Ambitionen bei den nationalen Klimazielen alle fünf Jahre erhöhen. Bereits im nächsten Jahr müssen die Vertragsparteien neue nationale Langzeitstrategien mit konkreten Massnahmen zum Schutz des Weltklimas vorgelegen. Klar ist, dass die gegenwärtigen Klimaversprechen der Länder bei weitem nicht ausreichen, um den Anstieg der Klimaerwärmung auf deutlich weniger als 2 Grad zu begrenzen.

Drittens brauchen die vom Klimawandel am stärksten bedrohten Menschen im globalen Süden grössere Unterstützung, damit sie sich an die verheerenden Folgen des Klimawandels anpassen können (Adaptation). Darüber hinaus braucht es – falls die Lebensgrundlage durch Klimakatastrophen entzogen wird und keine Anpassung mehr möglich ist – Lösungen, wie die reichen Länder als Verursacher des Klimawandels arme Gesellschaften kompensieren können.

Die Schweizer Delegation reist zum ersten Mal ohne Vertreter der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) an einen Klimagipfel. Aus klimapolitischer Sicht ist dies höchst bedauerlich. Denn die Gefahr ist gross, dass zentrale entwicklungspolitische Anliegen vernachlässigt werden. Alliance Sud, die Arbeitsgemeinschaft der Schweizer Entwicklungsorganisationen, wird sich in Bonn dafür einsetzen, dass die für Entwicklungsländer wichtigen Themen Adaptation und Entschädigungen für die Opfer des Klimawandels nicht komplett unter den Tisch fallen.

Das Positionspapier «Finanzierung Klimaschutz: die Schweiz muss mehr tun» von Caritas Schweiz zeigt, dass der Schweiz nach wie vor eine ambitiöse und kohärente Klimastrategie fehlt: Nicht nur die nationalen Klimaschutz-Ambitionen (Umstieg auf erneuerbare Energien, Energieeffizienz usw.) sind zu gering. Auch der Beitrag an die internationale Klimafinanzierung ist viel zu tief. Und weil die dafür aufzubringenden Mittel einfach dem Entwicklungshilfe-Budget angelastetet werden, verdrängen Klimaprojekte zunehmend wichtige und erfolgreiche Programme in der weltweiten Armutsbekämpfung.

 
  • Finanzierung Klimaschutz: die Schweiz muss mehr tun
    Dateiformat: pdf / 231 KB
    Die Erderwärmung verursacht neue Armut. Deshalb darf die internationale Klimafinanzierung nicht auf Kosten von Entwicklungsprojekten gehen. Zusätzlich zur Armutsbekämpfung braucht es verursachergerechte Ansätze, damit neue und zusätzliche Gelder für Klimaprojekte in Entwicklungsländern mobilisiert werden können. Positionspapier, September 2017 Download
 

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