Inside Caritas mit Okwonga Moses, Experte für Armutsbekämpfung bei der Caritas-Partnerorganisation AFARD in Uganda

«Ich habe eine Leidenschaft: Menschen aus der Armut helfen.»

Ohne ihre lokalen Partnerorganisationen könnte Caritas Schweiz ihren Auftrag in der internationalen Zusammenarbeit nicht ausführen. Sie setzen oft die Projekte um. Denn sie kennen die Situation vor Ort am besten, bringen grosses Know-how für Lösungsansätze mit und sind gut vernetzt. Moses Okwonga, Mitarbeiter des Partners AFARD, leitet die Umsetzung eines Projekts für nachhaltige Armutsbekämpfung in Nord-Uganda.

 

Eine Übernutzung der Böden wegen des enormen Bevölkerungswachstums und einer grossen Zahl südsudanesischer Flüchtlinge. Die Folgen der Klimakrise, welche Ernten verringern oder gar ganz ausfallen lassen: Moses Okwonga  kennt die Herausforderungen, mit denen die Menschen im Yumbe-Distrikt in der Region West Nile zu kämpfen haben, nur zu gut. Er hat sie teilweise selbst erlebt. «Es ist nun meine persönliche Passion, schutzbedürftigen, armutsbetroffenen und marginalisierten Menschen aus der Armut zu helfen», sagt er.

Jede Organisation bringt ihre Expertise ein

Seit einem Jahr arbeitet der Ugander für die im Norden des Landes verankerte Organisation AFARD, Partnerin von Caritas Schweiz bei mehreren Projekten. Mit einem dritten Partner arbeiten AFARD und Caritas Schweiz in einem Projekt im Yumbe-Distrikt darauf hin, mit nachhaltiger Armutsbekämpfung Kinder vor einem Leben auf der Strasse zu bewahren. Alle Organisationen bringen dabei ihr spezifisches Know-how ein. So können die drei Pfeiler dieses Projekts – Stärkung der Kinderrechte, Sicherung der Existenzgrundlagen und einen nachhaltigen Umgang mit natürlichen Ressourcen – optimal und integriert umgesetzt werden. Im Video erklärt Moses einen wichtigen Aspekt: den Kampf gegen die Mangelernährung mithilfe von Wissenstransfers und Gärten.

 

Moses ist hier im Dorf Uniganga. Im Hintergrund spricht sein Kollege Milton Asizu mit der 35-jährigen Mutter Never Zuleka, einer Begünstigten des Projekts.

 

AFARD bringt langjährige Erfahrung in der Armutsbekämpfung in Nord-Uganda mit, kennt die politischen und gesellschaftlichen Zusammenhänge in der Region genau. «Mir sagt das ergebnisorientierte Arbeiten von AFARD sehr zu. Und die Organisation hält Transparenz hoch, auch im Umgang mit Spenden», sagt Moses auf die Frage, warum er sich für seinen Arbeitgeber entschieden hat.

 
 

Das Projekt rasch an neue Gegebenheiten anpassen

Moses’ Fachgebiet ist der im Projekt angewandte Graduation Approach («Stufen-» oder «Graduierungsansatz»; siehe Box), der die Menschen schrittweise – graduell – aus der Armut führt. Als Experte für diesen Ansatz leitet Moses das Projekt. «Eine meiner Kernaufgaben ist es, Risiken und Probleme im Projektverlauf aufzuspüren und Verbesserungsvorschläge zu identifizieren.Ich spreche dazu regelmässig mit dem Projektteam und beobachte täglich den Projektfortschritt.» So können die Aktivitäten laufend an neue Herausforderungen im Umfeld angepasst werden. «Für diesen Job braucht es Führungskompetenz. Teamwork muss einem liegen. Aber auch organisatorische und kommunikative Fähigkeiten sind wichtig.»

Ein erfolgversprechender Ansatz

Wenn alles gut läuft, wird das Projekt 450 Familien aus der extremen Armut helfen, darunter 2250 Kindern und Jugendlichen. «Graduate them out of poverty», nennt Moses das, sie aus der Armut heraus- oder heraufstufen. Moses hofft, dass AFARD mit diesem Ansatz eine Pionierfunktion einnehmen könnte in der Region. «Viele Organisationen beobachten die Wirksamkeit des Graduierungsmodells bei der Armutsbekämpfung genau, um es möglicherweise zu übernehmen.» Und das wäre für Moses ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung.

 

Das Graduierungsmodell in der Armutsbekämpfung – was ist das?

2002 in Bangladesch von der internationalen Organisation BRAC entwickelt, unterstützt das Graduierungsmodell Familien dabei, Schritt für Schritt eine nachhaltige Existenzgrundlage aufzubauen und der extremen Armut zu entkommen. In einem befristeten Zeitraum - in der Regel zwischen 18 und 36 Monaten - werden verschiedene Massnahmen in einer individuell angepassten Reihenfolge umgesetzt, Massnahmen wie: 

  • Coaching, in denen individuelle Pläne für den konkreten Weg aus der Armut entwickelt werden. Denn die Ausgangslage jeder Familie ist anders.
  • Bargeld oder Sachleistungen bereitstellen, um Grundbedürfnisse abzudecken. So können sich die Familien auf ihren Plan konzentrieren
  • Finanzielle Bildung und Zugang zu Sparmöglichkeiten fördern
  • Schulung zu Themen wie Rechtsansprüchen und -pflichten, Genderfragen, Ernährung. Diese Kompetenzen sind wichtig für den Aufbau einer nachhaltigen Existenzgrundlage.
  • Technische und fachliche Schulungen, um die Menschen zu befähigen, künftige Sachleistungen zu verwalten und erfolgreich ein Geschäft zu betreiben oder eine Tätigkeit aufzunehmen.
  • Mit Startkapital ausstatten, um ein kleines Unternehmen aufzubauen oder eine Beschäftigung aufzunehmen.

Der Ansatz gewinnt zunehmend an Bedeutung. Viele internationale NGOs, UN-Organisationen und Regierungen setzen auf Graduierungsprogramme und sind damit erfolgreich.

Fachpaper zum Graduierungsmodell in Migrationskontexten

 
 
 
 
 

  

 

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