

Förderung von nachhaltigem Weidemanagementbeendet
Projekt im Detail
Die Republik Tadschikistan ist das kleinste Binnenland in Zentralasien. Weiden spielen in den ländlichen Gemeinden eine wichtige Rolle für den Zugang zu Frühjahrs- und Sommerfutter und zu Futterressourcen. Sie bieten auch Lebensraum für natürliche Bestäuber, die den Obstbauern wichtige Dienste leisten. Mindestens 90% der fast 4 Millionen Hektar Weideland in der Republik Tadschikistan leiden unter mittlerer bis starker Erosion, was die Anfälligkeit der flussabwärts gelegenen Gemeinden für Erdrutsche, Überschwemmungen und Schlammlawinen erhöht. Der wachsende Viehbestand und die schwache Regulierung in der Bewirtschaftung von Bergweiden verschärfen das Erosionsproblem.
Das ursprüngliche nationale Weidegesetz von 2013 und die nachfolgende Änderung im Jahr 2019 werden von privaten Interessen in Frage gestellt. Vetternwirtschaft und Korruption behindern die wirksame Durchsetzung der darin vorgesehenen Verordnungen und Satzungen. Darüber hinaus stellen der Wetter- und Klimawandel angesichts plötzlicher Temperaturschwankungen, extremer Wetterereignisse und fehlender rechtzeitiger Frühwarnungen erhebliche Risiken für die Hirten und die von ihnen betreuten Herden dar. Der Tod von Nutztieren oder eine Verringerung des Lebendgewichts sind keine Seltenheit und bedrohen zusammen mit unvorhergesehenen extremen Wetterereignissen das menschliche Wohlergehen.
Das übergeordnete Ziel dieses Kurzprojekts ist es, evidenzbasierte Argumente zu liefern, die gezielte (öffentliche und private) Investitionen in nationale Weidegebiete unterstützen. Kleinviehhalter und Gemeinden werden von einer höheren Weideproduktivität, einer geringeren Verschlechterung der Weideflächen und einer geringeren Anfälligkeit für Naturgefahren profitieren, wodurch sich die Gesundheit des Viehs verbessert und sein Wert als Kapitalanlage erhalten bleibt, die in vielen ländlichen Gemeinden die Grundlage des Wohlstands bildet.
Die Entwicklung eines evidenzbasierten Fahrplans für eine nachhaltigere Bewirtschaftung von Weideökosystemen im ganzen Land ist ein wichtiges Ergebnis dieses Projekts. Es stützt sich auf eine systematische Analyse und Kartierung von Systemen zur Überwachung von Viehbeständen und Herdenbewegungen. An Pilotstandorten werden nachhaltige Weidebewirtschaftungspraktiken demonstriert, einschließlich einer Bewirtschaftung, die auf speziellen Wetter-Wasser-Klima-Diensten (WWCS) basiert, wie z.B. Warnungen vor schlechtem Wetter auf Hochgebirgsweiden und Futtersystemen, die natürliche Bestäuber anziehen, um die Gesundheit des Ökosystems zu fördern. Warnungen für abgelegene Gebiete erfordern die Erforschung von Technologien zur Vergrösserung der Netzabdeckung im Rahmen des Projekts. Die Erkenntnisse aus diesen Feldanwendungen werden mit der landesweiten Bewertung der nationalen Weidesysteme kombiniert, um die breite Einführung nachhaltiger Bewirtschaftungspraktiken vorzubereiten. Diese verbessern die Produktivität des Weidelands und unterstützen damit nicht nur den Lebensunterhalt der Landbevölkerung, sondern auch die friedliche gemeinsame Nutzung dieser Ressource und wirken der weit verbreiteten Bodendegradation entgegen, die sich negativ auf den Lebensunterhalt der Landbevölkerung und ihre Anfälligkeit für die Auswirkungen des Klimawandels auswirkt.
Dieses Projekt profitiert von der reichen Erfahrung der Caritas Schweiz in der Zusammenarbeit mit ländlichen Gemeinschaften in Tadschikistan. Integriertes Wassereinzugsgebietsmanagement ist seit mehr als einem Jahrzehnt ein wichtiger Ansatz, bei dem nachhaltiges Weidemanagement eine Schlüsselkomponente ist. Wetter-Wasser-Klima-Dienste (WWCS), verstanden als innovativer Systemansatz, verbessern die Produktivität von Landwirtschaft, Weideflächen und Wasser und unterstützen gleichzeitig die Gesundheit der Ökosysteme. Die Logik der zirkulären Wertschöpfungskette, die in WWCS eingebettet ist, unterstützt die langfristige Nachhaltigkeit der Vorteile des Projekts. Ein Multi-Stakeholder-Ansatz, der die Ebenen vom ländlichen Raum über den Distrikt bis hin zur nationalen Ebene einbezieht, ist für die Erreichung der angestrebten Wirkungen unerlässlich.
Fakten und Zahlen
Klima, Einkommen
CHF 413'000
Ländlich
Ländliche Hirten
Weitere Projekte Engagement für eine Welt ohne Armut
Das Projekt wird finanziert durch:
- DEZA


