

Förderung von Kleinunternehmen von migrierten Frauen
Überblick
Einkommen, humanitäre Hilfe
702'128 Schweizer Franken
01.10.2025 - 31.01.2027
Departemente Süd, Nord und Artibonite
- 400 aus der Dominikanischen Republik zurückgeführte Migrantinnen
- 15 Solidaritäts- und Spargruppen auf Gemeindeebene
- 9 lokale KMU
- Mitglieder von Mikro-, Klein- oder Mittelunternehmen
- Ihre Familien und benachteiligten Kinder
P250042
International Organization for Migration (IOM), Schweizerische Eidgenossenschaft (DEZA)
Projekt im Detail
Haiti erlebt derzeit eine beispiellose humanitäre Krise, geprägt von wachsender Unsicherheit, akuter Nahrungsmittelknappheit, Choleraepidemien und wiederkehrenden Naturkatastrophen. Neben über einer Million Binnenvertriebenen, die vor der Gewalt bewaffneter Banden fliehen, wurden im Jahr 2024 mehr als 200'000 Haitianerinnen und Haitianer aus der Dominikanischen Republik (DR) abgeschoben. Rund 90 % der zurückgeführten Migrantinnen und Migranten kehren allein zurück – 42 % davon sind Frauen und 38 % Kinder. Unter den zurückgekehrten Frauen sind 3 % schwanger und 4 % stillend, was ihre Situation zusätzlich erschwert.
Vor ihrer Rückkehr waren 49 % der Frauen selbständig erwerbend. Ihre Kleinunternehmen stehen jedoch nach der Rückkehr vor grossen Schwierigkeiten, da es an Kapital und Ressourcen fehlt, um die wirtschaftliche Tätigkeit wieder aufzunehmen. Hinzu kommen Hindernisse wie der eingeschränkte Zugang zu Land und die hohe familiäre Belastung. Auch die aufnehmenden Gemeinden, die selbst unter grossem Druck stehen, verfügen nicht über die nötigen Mittel, um die vielen Rückkehrerinnen und Binnenvertriebenen zu unterstützen. Gleichzeitig erhöht der Zustrom der Rückgeführten den Druck auf Geldüberweisungen, eine überlebenswichtige Einkommensquelle für viele Haushalte in Haiti.
Caritas Schweiz setzt ein Programm zur Unterstützung bestehender und neu gegründeter Kleinunternehmen um, die von Frauen geleitet werden, die aus der Dominikanischen Republik zurückgekehrt sind. Das Programm orientiert sich an den nationalen Prioritäten zur Bekämpfung der Ernährungsunsicherheit, zur Förderung der wirtschaftlichen Selbstbestimmung von Frauen und zur Schaffung nachhaltiger Einkommensmöglichkeiten. Durch Schulungen, technische Beratung, Mentoring und finanzielle Unterstützung soll der Kreislauf der Armut durchbrochen werden – mit besonderem Fokus auf agroökologische und agroforstwirtschaftliche Initiativen sowie nachhaltige Wirtschaftsmodelle.
Um die Projektziele zu erreichen, richtet sich das Programm sowohl an besonders gefährdete Frauen als auch an die Gruppen und Gemeinschaften, denen sie angehören. Die Förderung des Unternehmertums in den agroökologischen und agroforstwirtschaftlichen Sektoren erfolgt entlang von fünf Schwerpunkten:
- Auswahl und Begleitung von KMU, die von Frauen geführt werden.
- Schulungen und Kompetenzaufbau in den Bereichen Unternehmensführung, Buchhaltung, Finanzmanagement, Businessplanerstellung und Marktanalyse.
- Unterstützung beim Mentoring und Aufbau von Netzwerken – inspiriert von der Erfahrung von Caritas Schweiz mit dem „Graduation Approach“.
- Finanzielle und materielle Unterstützung sowie Begleitung bei der Ausarbeitung von Finanzierungsplänen und der Anbindung an Mikrofinanzinstitutionen (MFI), um den Zugang zu Krediten, Darlehen und Garantiesystemen zu verbessern und Kontakte zu lokalen Handelskammern für eine bessere Marktintegration zu fördern.
- Integration in MUSO-Gruppen (Mutuelles de Solidarité): Diese Spar- und Kreditgemeinschaften dienen als Plattformen zur wirtschaftlichen Stärkung der Frauen und zur Förderung ihrer Teilhabe an Entscheidungsprozessen in der Gemeinschaft.
Alle Aktivitäten tragen dazu bei, die wirtschaftliche und soziale Selbstbestimmung der beteiligten Frauen zu stärken und gleichzeitig das gesellschaftliche Bild von migrierten Frauen in ihrem Umfeld positiv zu verändern. Durch die enge Verankerung der lokalen Partnerorganisationen ist eine individuelle Begleitung und Nachbetreuung der Teilnehmerinnen sichergestellt.
Weitere Projekte Engagement für eine Welt ohne Armut
Titelbild: © Pierre Whicpen Buteau


