«Inside Caritas» mit Claudius Luterbacher, Präsident der Caritas Schweiz

Ein menschenwürdiges Leben für alle

Claudius Luterbacher ist im letzten Mai zum neuen Präsidenten der Caritas Schweiz gewählt worden. Hier gibt er Auskunft, wie er seine neue Aufgabe sieht.

 

Claudius Luterbacher (42) ist in Abtwil im Kanton St. Gallen zusammen mit fünf Geschwistern aufgewachsen. Nach der Matura wollte er eigentlich Wirtschaft studieren, merkte aber, dass ihn das nicht vollständig befriedigen würde. Er interessierte sich für Ethik. Zuhause lernte der Sohn eines Unternehmers früh, was es heisst Verantwortung für Mitarbeitende zu übernehmen und welche Werte dabei wichtig waren.
Er beschloss deshalb, in Freiburg Betriebswirtschaft und Theologie zu studieren, da es das Fach Wirtschaftsethik nicht gab. So konnte er seine Interessen unter einen Hut bringen. Nach dem Studium schrieb er eine Dissertation zum Thema Wirtschafts- und Sozialethik. Wie führt man Mitarbeitende? Wie verhält sich das Streben eines Unternehmens nach Gewinn mit ethischen Prinzipien? Wie kann man Güter gerecht teilen, so dass alle genug haben und menschenwürdig leben können? Solche Fragen trieben ihn um. Früher wurde es belächelt oder abgelehnt, doch heute gehört es zum modernen Management, dass ein Unternehmen ethische und nachhaltige Werte vertritt. «Ein Stichwort dazu ist ‚Corporate Social Responsibility‘. Dabei geht es in der Unternehmensführung auch um Umwelt und Soziales», erklärt Claudius Luterbacher. «Unternehmen und Organisationen werden an den entsprechenden Kennzahlen gemessen.» Bei der Caritas ist er beeindruckt von der hohen Motivation der Mitarbeitenden.

Hohe Glaubwürdigkeit

Bereits in den sieben Jahren seit Claudius Luterbacher im Vorstand der Caritas Schweiz ist –im letzten Jahr im Präsidium –, hat er sich damit befasst, wie diese Werte bei Caritas gelebt werden. Seit er nun im letzten Mai zum Präsidenten des Präsidiums gewählt wurde, ist es seine Aufgabe sicherzustellen, dass die neue Strategie der Caritas Schweiz umgesetzt wird. «Unser Ziel ist es, Armut im In- und Ausland zu bekämpfen und auch politisch Einfluss zu nehmen. Durch ihr Know-how kann die Caritas viel bewirken und ihre hohe Professionalität gibt ihr auch das Recht, Forderungen zu stellen», so Luterbacher. Die Caritas geniesse eine hohe Glaubwürdigkeit und die gelte es zu behalten.

Neue Themen und innovative Ansätze

Ein wichtiges Thema in der neuen Strategie ist die Klimagerechtigkeit. «Hier gehen wir neue, sorgfältig evaluierte Partnerschaften ein, um unser Know-how auf diesem Gebiet zu ergänzen und zu vertiefen», erläutert Luterbacher. «Wir konnten in letzter Zeit sehr innovative Projekte aufgleisen in Zusammenarbeit mit der World Meteorological Organization.» Die Caritas hilft mit ihren Projekten den Menschen im Süden, sich dem veränderten Klima anzupassen und neue Einkommensquellen zu schaffen.
Eine grosse Herausforderung bleibt es, Geldgeber für Projekte zu finden, erklärt Luterbacher. «Vermehrt bewerben wir uns um EU-finanzierte Projekte. Wir dürfen stolz darauf sein, dass wir uns bereits für solche Projekte qualifizieren konnten. Die geforderten Standards sind hoch, aber sie garantieren eine gute Qualität. Nachhaltigkeit in unseren Projekten ist ein wichtiges Ziel. Wir müssen die Menschen vor Ort befähigen, in ihre Ausbildung investieren und sie miteinbeziehen. Zudem stärken wir die lokalen Strukturen.»

Protokolle statt Bücher

Hauptberuflich ist Claudius Luterbacher im Bistum St. Gallen als Kanzler und Ökonom tätig. Das Präsidium bei Caritas Schweiz leitet er ehrenamtlich. Er opfert dafür Einiges an Freizeit. Er liest inzwischen mehr Protokolle als Bücher. Einen Ausgleich findet der vierfache Vater in der Familie und beim Sport. Mit seinem Gravel-Bike ist er für abenteuerliche Fahrten im Gelände gerüstet.

 

  

 

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