

CacaoConecta – Stärkung junger Menschen durch nachhaltige Wertschöpfung in Produktion und Tourismus
Überblick
Einkommen, Klima
1'227'961 Schweizer Franken
01.02.2026 - 31.01.2029
Gemeinden La Paz, San Buenaventura und Palos Blancos in der Region Alto Beni (Departamento La Paz) sowie die Gemeinde Rurrenabaque (Departamento Beni)
P250043
DEZA; EU*
*Dies wird von der Europäischen Union finanziert/kofinanziert. Der Inhalt liegt in der alleinigen Verantwortung von Caritas Schweiz und spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung der Europäischen Union wider.
Projekt im Detail
Gemäss der International Labour Organization (ILO, 2023) weist Bolivien die höchste Quote informeller Beschäftigung in der Region auf. Rund 80 % der Erwerbsbevölkerung sind im informellen Sektor tätig. Davon sind junge Menschen in besonderem Masse betroffen, die etwa 25 % der Gesamtbevölkerung ausmachen. Zusätzlich besteht ein ausgeprägter Mangel an wirtschaftlichen Perspektiven und Beschäftigungsfähigkeit für Jugendliche. Die Jugendarbeitslosigkeit lag im Jahr 2020 bei 14 %, wobei junge Frauen mit 17 % deutlich stärker betroffen waren als junge Männer mit 12 %.
Der Einstieg junger Menschen in den Arbeitsmarkt wird zudem durch eine erhebliche Diskrepanz zwischen formaler Ausbildung und den vom Arbeitsmarkt nachgefragten technischen Kompetenzen erschwert. Dies zeigt sich besonders deutlich in den Projektinterventionsgebieten, wo begrenzte formelle Beschäftigungsmöglichkeiten die Abwanderung junger Menschen in städtische Zentren fördern. Junge Frauen sehen sich dabei zusätzlichen Herausforderungen gegenüber, da ihr Zugang zu Erwerbsarbeit eingeschränkt ist und ihre Verletzlichkeit unter anderem durch frühe Mutterschaft erhöht wird.
Der Mangel an Beschäftigungsmöglichkeiten und wirtschaftlichen Perspektiven, insbesondere in ländlichen und produktiven Gemeinden, verfestigt Armut und hat erhebliche soziale und ökologische Folgen, etwa durch die Beteiligung junger Menschen an informellen und oftmals schädlichen wirtschaftlichen Aktivitäten wie dem illegalen Bergbau.
Eine weitere zentrale Herausforderung besteht in der unzureichenden Verzahnung jener beiden Sektoren, die das grösste Potenzial für Beschäftigung bieten, nämlich der produktive Sektor und der Tourismussektor. Dies schränkt die Einbindung junger Menschen in vielversprechende und nachhaltige wirtschaftliche Initiativen erheblich ein.
Dieses Projekt zielt darauf ab, den Zugang zu Beschäftigung, Selbständigkeit und unternehmerischen Möglichkeiten für vulnerable junge Menschen in den Gemeinden La Paz, San Buenaventura, Palos Blancos, Alto Beni und Rurrenabaque zu verbessern. Es greift die miteinander verknüpften Herausforderungen von Jugendarbeitslosigkeit, Umweltzerstörung und ungenutztem wirtschaftlichem Potenzial auf. Übergeordnetes Ziel ist es, den Dialog und die Zusammenarbeit zwischen Privatsektor, Zivilgesellschaft und öffentlichen Institutionen zu stärken, um einen nachhaltigen Kakao-Agrar-Tourismus-Korridor aufzubauen. Dieser Korridor soll als Katalysator wirken, indem er die lokale Wirtschaft in den Zielgemeinden aktiviert und die Beteiligung junger Menschen an nachhaltigen Wertschöpfungsketten fördert. Zu diesem Zweck konzentriert sich das Projekt auf den Aufbau lokaler Kapazitäten in der nachhaltigen Kakaoproduktion sowie auf technologische Innovation, Beschäftigungsfähigkeit und Unternehmertum im Tourismus- und Gastgewerbesektor.
In Partnerschaft mit lokalen Regierungen und dem Privatsektor wird das Projekt die Infrastruktur, den Marktzugang und die institutionelle Koordination verbessern. Plattformen für den öffentlich privaten Dialog sowie ein interinstitutioneller Ausschuss unterstützen die strategische Planung, die notwendig ist, um den Korridor als langfristigen Treiber nachhaltiger Entwicklung zu etablieren. Die ökologische Nachhaltigkeit wird durch Schulungen im umweltfreundlichen Tourismus, in Energieeffizienz sowie in agroökologischen Praktiken gefördert, die die Biodiversität schützen und schädliche Aktivitäten reduzieren.
Junge Produzentinnen und Produzenten erhalten Unterstützung in der Geschäftsplanung und im Marketing, wodurch sie in die Lage versetzt werden, wertschöpfungsintensive Produkte und Agrotourismusangebote zu entwickeln. Vulnerable junge Menschen erhalten praxisnahe Ausbildungen bei lokalen Unternehmen, wodurch ihre Beschäftigungsfähigkeit in zentralen Sektoren verbessert wird und zugleich eine lokal verankerte und skalierbare Antwort auf strukturelle Herausforderungen entsteht.
Weitere Projekte Engagement für eine Welt ohne Armut
Titelbild: © Pablo Quiroga/Yamil Antonio


