Bea Borrelli, bénévole à la caisse de l'Épicerie Caritas de Baar
Bea Borrelli, bénévole à la caisse de l'Épicerie Caritas de Baar

«Wir möchten den Menschen ein ganz normales Einkaufserlebnis bieten»

Inside Caritas mit Bea Borrelli, Freiwillige im Caritas-Markt Baar

Schachtelweise Rapsöl, Pommbären, Cornflakes und Mehl werden ausgepackt, Kerzen in die Regale eingeräumt, Kundinnen und Kunden kommen und gehen. Kurz vor Mittag herrscht geschäftiges Treiben im Caritas-Markt Baar. Mittendrin: Bea. Sie ist eine von rund 30 Freiwilligen, die dafür sorgen, dass der Markt funktioniert – und erlebt dabei täglich, was es heisst, mit wenig Geld auszukommen.

Bea, was gefällt dir an deiner Tätigkeit im Caritas-Markt?

Ich mag die Lebendigkeit hier. Es ist nie langweilig – jeden Tag gibt es andere Lieferungen, andere Menschen, andere Gespräche. Am liebsten bin ich an der Kasse, weil ich dort direkt mit den Kundinnen und Kunden in Kontakt bin. Diese Begegnungen bereichern mich sehr. Viele Gespräche sind kurz, manchmal persönlich, oft berührend. Auch wenn es zwischendurch schwierig sein kann – etwa wegen Sprachbarrieren oder wenn Menschen ihren Frust loswerden – erlebe ich den Alltag hier überwiegend als sehr wertvoll.

Wie muss man sich die Arbeit als Freiwillige im Caritas-Markt Baar vorstellen?

Wir sind ein kleines Team: Sonja, die den Markt leitet, eine Person in Ausbildung, und rund 30 Freiwillige. Alle arbeiten sehr selbständig und jede Person packt überall mit an: Kasse, Regale einräumen, Gemüse schön herrichten, Lieferungen auspacken, Staubsaugen. Der Austausch im Team passiert unkompliziert im Alltag, zwischen diesen Tätigkeiten. Uns allen ist ein wertschätzender Umgang wichtig, und das spürt man hier – sowohl im Team als auch im Kontakt mit den Kundinnen und Kunden.

Bea Borrelli, bénévole, range des légumes dans les rayons de l'Épicerie Caritas de Baar
Bea ordnet das Gemüse wieder schön in das Regal. Dem ganzen Team in Baar ist es sehr wichtig, die Ware ansprechend zu präsentieren. © Daria Jenni, Caritas Schweiz

Viele Menschen fragen sich: Woher kommen die Produkte im Caritas-Markt?

Die Waren werden zentral in Sempach gesammelt, gelagert und dann je nach Bedarf an die Märkte verteilt. Täglich bekommen wir frische Lieferungen mit Lebensmitteln und Haushaltsartikeln. Brot, Gipfeli und Sandwiches vom Vortag kommen direkt von Bäckereien. Dinge, die nicht mehr ganz so «schön» sind, verkaufen wir noch günstiger. Unser Ziel ist dabei klar: Die Menschen sollen hier ein ganz normales Einkaufserlebnis haben – wie bei Migros, Aldi oder Denner auch.

Du erlebst täglich die Lebensrealitäten der Kundinnen und Kunden. Was geht dir besonders nahe?

Manche Menschen müssen an der Kasse jeden Rappen zusammenkramen und legen auch mal etwas zurück ins Regal. Eine Frau kommt jede Woche mit 20 Franken und sagt immer, wir sollen stoppen, sobald die erreicht sind. Gleichzeitig erlebe ich auch viel Solidarität: Einmal hat ein junger Mann einer anderen Frau mit 50 Rappen ausgeholfen. Solche Momente sind sehr berührend und zeigen, wie viel Menschlichkeit hier Platz hat.

Wie bist du zur Freiwilligenarbeit im Caritas-Markt gekommen?

Kurz nach meiner Pensionierung kam bei mir der Wunsch auf, mich freiwillig zu engagieren. Schon als Kind habe ich am liebsten «Verkäuferlis» gespielt, später habe ich während einer Auszeit vom Lehrerinnenberuf sogar sieben Wochen im Volg gearbeitet – das hat mir sehr gefallen. Ich habe auch immer an die Caritas gespendet und finde ihre Arbeit enorm wichtig. In einem Spendenbrief wurde ich dann auf die Möglichkeit aufmerksam, im Caritas-Markt mitzuhelfen. Ich habe mich umgehend gemeldet, hatte ein Vorstellungsgespräch – und kurz darauf schon meinen ersten Arbeitstag. Probearbeiten brauchte es gar nicht, für mich war sofort klar: das passt.

Bea Borrelli, bénévole, déballe des articles neufs à l'Épicerie Caritas de Baar

Gutes tun

Bea ist sehr froh, dass sie im Caritas-Markt Baar anpacken und etwas Sinnvolles beitragen kann – für Menschen, die jeden Franken umdrehen müssen. Möglich ist das Angebot der Märkte nur dank engagierter Freiwilliger wie Bea und dank Partnern, die ihre Waren stark vergünstigt oder kostenlos an die Caritas-Märkte weitergeben.

Das ist der Caritas-Markt

In der Schweiz hat gemäss dem Bundesamt für Statistik jede sechste Person zu wenig Geld zum Leben. Der Caritas-Markt bietet ihnen die Möglichkeit, Lebensmittel und Produkte des alltäglichen Bedarfs bis zu 70 Prozent günstiger einzukaufen. Möglich ist dies dank der Unterstützung von über 400 Partnern wie Produzenten, Lieferanten oder Stiftungen, zum Beispiel Denner, Migros, Schwarzkopf, Nestlé, Emmi oder Dr. Oetker.

Für einen Einkauf im Caritas-Markt ist eine Ausweiskarte nötig. Diese wird von Sozialämtern, kirchlichen und privaten Sozialinstitutionen sowie den regionalen Caritas-Organisationen ausgestellt. Zu einem Einkauf berechtigt sind unter anderem Personen, die Sozialhilfe oder Ergänzungsleistungen beziehen oder eine KulturLegi besitzen.

Insgesamt gibt es 22 Caritas-Märkte, nämlich in Baar, Basel, Bern, Biel, Bulle, Chur, Freiburg, Genf (2), La Chaux-de-Fonds, Lausanne, Luzern-Emmenbrücke, Neuchâtel, Renens, St. Gallen, Thun, Wil, Vevey, Winterthur, Yverdon und Zürich (2).

Rayon de l'Épicerie Caritas de Baar
Das Sortiment im Caritas-Markt ist gross – Menschen, die hierher kommen, sollen ein ganz normales Einkaufserlebnis haben. © Daria Jenni, Caritas Schweiz
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Fruits et légumes à l'Épicerie Caritas de Baar
Gemüse und Früchte werden täglich geliefert und vom Team im Caritas-Markt schön hergerichtet. © Daria Jenni, Caritas Schweiz
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Publicité pour l'application Bonus+ à l'Épicerie Caritas de Baar
Mit der neuen App «Bonus+» profitieren Kundinnen und Kunden zusätzlich von wöchentlichen Rabatten, Rezepten und Informationen zu Angeboten der Caritas. © Daria Jenni, Caritas Schweiz
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Rayon de l'Épicerie Caritas de Baar
Das Sortiment im Caritas-Markt ist gross – Menschen, die hierher kommen, sollen ein ganz normales Einkaufserlebnis haben. © Daria Jenni, Caritas Schweiz
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Fruits et légumes à l'Épicerie Caritas de Baar
Gemüse und Früchte werden täglich geliefert und vom Team im Caritas-Markt schön hergerichtet. © Daria Jenni, Caritas Schweiz
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Publicité pour l'application Bonus+ à l'Épicerie Caritas de Baar
Mit der neuen App «Bonus+» profitieren Kundinnen und Kunden zusätzlich von wöchentlichen Rabatten, Rezepten und Informationen zu Angeboten der Caritas. © Daria Jenni, Caritas Schweiz
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Rayon de l'Épicerie Caritas de Baar
Das Sortiment im Caritas-Markt ist gross – Menschen, die hierher kommen, sollen ein ganz normales Einkaufserlebnis haben. © Daria Jenni, Caritas Schweiz
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Fruits et légumes à l'Épicerie Caritas de Baar
Gemüse und Früchte werden täglich geliefert und vom Team im Caritas-Markt schön hergerichtet. © Daria Jenni, Caritas Schweiz
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Mit der neuen App «Bonus+» profitieren Kundinnen und Kunden zusätzlich von wöchentlichen Rabatten, Rezepten und Informationen zu Angeboten der Caritas. © Daria Jenni, Caritas Schweiz
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News aus dem Caritas-Markt

Titelbild: Bea Borrelli steht einmal pro Woche als Freiwillige im Einsatz im Caritas-Markt in Baar. © Daria Jenni, Caritas Schweiz