Navigation mit Access Keys

 
Kolumbien

Flüchtlinge und Rückkehrer verbessern ihre Lebensbedingungen

In keinem Land der Welt gibt es so viele Intern Vertriebene wie in Kolumbien. Gleichzeitig fliehen hunderttausende Venezolanerinnen und Venezolaner vor der massiven Versorgungskrise in ihrem Land nach Kolumbien; Exilkolumbianer kehren aus Venezuela zurück. Die Situation der Migrantinnen und Migranten ist oft sehr desolat. Mit diesem Projekt trägt Caritas Schweiz zur sozialen Integration von Migrierenden, intern vertriebenen Personen und Familien bei. Über die Partnerorganisation FAMIG wird psychosoziale Unterstützung und Einkommensförderung geleistet, die Menschen werden in ihren Rechten gestärkt und erhalten Nothilfe.

 

Land / Region / Ort
Bogotá, Kolumbien


Zielgruppe
15‘930 venezolanische Flüchtlinge und kolumbianische Rückkehrer, die aufgrund der anhaltenden Krise in Venezuela nach Kolumbien kommen 


Mittelbedarf
505‘067 Schweizer Franken


Projektdauer
01.06.2018 bis 31.05.2021 (36 Monate) 


Projektnummer
P180044


Projektziel
Beitrag zur sozialen Integration von venezolanischen Flüchtlingen und kolumbianischen Rückkehrern in Bogotá durch Nothilfe; sowie psychosoziale Begleitung und Unterstützung bei der Einkommensförderung


Projektverantwortliche
Janne Christ, Tel: 041 419 22 55, jchristnot shown@caritasto make life hard for spam bots.ch


Abteilung
Afrika / Lateinamerika

 
 

Worum geht es?

Noch immer ist Kolumbien das Land mit der höchsten Anzahl an Intern Vertriebenen. Dies ist dem jahrzehntelangen Konflikt zwischen Regierung und Rebellengruppen geschuldet, der offiziell erst im Dezember 2016 mit der Unterzeichnung des Friedensvertrags beigelegt wurde. Bei diesem Konflikt handelt es sich um einen der weltweit längsten und gewalttätigsten, mit über 200‘000 Toten, tausenden Verschwundenen und etwa sieben Millionen intern vertriebenen Menschen. Viele Kolumbianerinnen und Kolumbianer sind im Zuge des Konflikts darüber hinaus in die Nachbarländer, darunter auch Venezuela, ausgewandert. Auch nach der Unterzeichnung wird es noch Jahre dauern, die wirtschaftlichen, sozialen und politischen Folgen, die der Konflikt für die kolumbianische Bevölkerung mit sich brachte, zu beseitigen und die Strukturen des Landes neu aufzubauen.

Aktuell kommt erschwerend hinzu, dass sich die Beziehungen zum krisengeschüttelten Venezuela deutlich verschlechtern, was zu Schliessung der ansonsten durchlässigen Grenzen, zur Ausweisung von in Venezuela lebenden Kolumbianern, und zur massiven Einwanderung/Flucht von Venezolanern und Rückkehr von Exilkolumbianern nach Kolumbien führt. Über 750‘000 Venezolanerinnen und Venezolaner passierten 2017 legal die kolumbianische Grenze; die Dunkelziffer dürfte nach Schätzungen von Migración Colombia deutlich höher liegen. 

Meist ist die erste Anlaufstation dieser Menschen die Hauptstadt Bogotá. Die Situation der Neuankömmlinge ist erschreckend: Oft besitzen sie nicht mehr als die eigene Kleidung, sind traumatisiert und haben keine genaue Vorstellung, was sie in Kolumbien und in der Hauptstadt Bogotá erwartet und wie die Einwanderungsgesetze und -prozeduren gestaltet sind. Ausserdem sind sie sich ihrer Rechte auf staatliche Unterstützung oftmals nicht bewusst. Meist fällt es ihnen schwer, sich in der neuen Umgebung zurechtzufinden und zu orientieren. Die Stadtteile, in denen sie sich niederlassen, sind vielfach geprägt von Armut, Gewalt und Arbeitslosigkeit. Viele der Migrierenden und Intern Vertriebenen kommen aus ländlichen Gebieten und besitzen Wissen im Bereich der Landwirtschaft – Kompetenzen, die dem städtischen Arbeitsmarkt Bogotás nicht angepasst sind. Das Risiko, in eine Armutsspirale zu geraten, ist dementsprechend hoch. 

Unser Partner FAMIG ist eine Stiftung der Katholischen Kirche und Diözese in Bogotá und setzt sich seit 1995 für kürzlich vertriebene Personen und Migrantinnen und Migranten in Bogotá ein, um ihre Lebensumstände zu verbessern. In Zusammenarbeit mit staatlichen und städtischen Stellen gewährleistet die Stiftung effiziente Nothilfe und die nachhaltige Integration von intern vertriebenen Menschen und Migranten in den städtischen Lebensraum. 

 

Was tun wir?

Mit dem vorliegenden Projekt unterstützt Caritas Schweiz die Partnerorganisation FAMIG mit dem Ziel, zu einer sozialen Integration von Migrierenden und intern vertriebenen Personen und Familien beizutragen. FAMIG verfolgt hierbei einen ganzheitlichen Ansatz durch die Bereitstellung psychosozialer Unterstützung, Einkommensförderung und Rechtsberatung, sowie akuter Nothilfe.

Komponente 1: Grundversorgung bedürftiger Migrantinnen und Migranten

Da die Betroffenen häufig ohne eigenen Besitz und ohne persönliche Anlaufstelle in Bogotá ankommen, ist ihre Grundversorgung ein zentrales Anliegen des Partners FAMIG. Dies erstreckt sich über Akutversorgung mit Nahrung, Bereitstellen von Duschen oder Kleidung sowie Fahrscheine für die Nutzung des öffentlichen Verkehrs. Für besonders bedürftige Migrantinnen und Migranten stehen temporäre Notfallunterkünfte zur Verfügung. Familien, die beschliessen, in Bogotá zu bleiben und sich in der Stadt eine neue Zukunft aufzubauen, unterstützt FAMIG bei den ersten Schritten. 

Komponente 2: Soziale Integration und psychosoziale Unterstützung

FAMIG setzt sich dafür ein, dass die betroffenen Personen über ihre Rechte und Pflichten aufgeklärt werden. Sie sollen die relevanten staatlichen Strukturen wie auch deren Abläufe kennen, um ihre Rechte effektiv geltend machen zu können. Darüber hinaus bietet FAMIG den Bedürftigen, die sie aufsuchen, psychosoziale Begleitung an. Viele sind traumatisiert und passen sich nur schwer an die neue Situation und ihre Herausforderungen an. Die Begleitung erfolgt freiwillig und orientiert sich an den verschiedenen Bedürfnissen der Migrierenden und Rückkehrer.

Komponente 3: Einkommensförderung 

Zur Sicherstellung einer möglichst raschen wirtschaftlichen Unabhängigkeit der Betroffenen ist die berufliche Aus- und Weiterbildung zentral. So werden Berufsbildungsprogramme in den Bereichen Bäckerei/Konditorei, Schneiderei, Coiffeur, Kosmetik und Informatik angeboten. Diese Programme sind auf den Arbeitsmarkt Bogotá abgestimmt und erlauben eine Anstellung oder selbständige Tätigkeit. Zudem werden die Auszubildenden darin unterstützt, Kontakte mit potenziellen Arbeitgebern aufzubauen. 

Komponente 4: Sensibilisierungsarbeit

Es ist wichtig, der Migrationswelle ein Gesicht zu verleihen. Hinter jeder Person steht eine persönliche Geschichte. Um die Bevölkerung für die Nöte und den Hilfsbedarf der venezolanischen Geflüchteten zu sensibilisieren, wird FAMIG in der Kommunikationsarbeit und der öffentlichen Interessensvertretung geschult sowie darin, die Geschichten der Betroffenen zugänglich zu machen.  

Caritas Schweiz unterstützt FAMIG zudem bei der Durchführung kapazitätsbildender Massnahmen für die Stiftungsmitarbeitenden in den Bereichen Finanz- und Wissensmanagement sowie Monitoring und Evaluation. Dies ist wichtig, um die Strukturen zu stärken und einen Beitrag zur Nachhaltigkeit der Arbeit FAMIGs zu leisten. 
 

 

Ihre Spende

 
Ersatzinhalt-Startseite-Standard-DE
 
 

Caritas Schweiz
Adligenswilerstrasse 15
Postfach
CH-6002 Luzern

 

PC 60-7000-4
IBAN CH69 0900 0000 6000 7000 4
Spenden können bei den Steuern in Abzug gebracht werden.

 

Spenden­beratung

Nehmen Sie mit uns Kontakt auf. Wir beraten Sie gerne persönlich. 

MEHR