Amazonas Resiliente - Schutz für den Amazonas-Wald
Bolivien
Bolivien: Amazonas Resiliente – Schutz für den Amazonas-Wald
 

Der Klimawandel und Brandrodungen bedrohen den Amazonas-Regenwald in Bolivien – und damit die Lebensgrundlage der lokalen Bevölkerung. Denn um langfristig ein Auskommen zu haben, sind die Menschen auf einen intakten Regenwald angewiesen. Die Caritas zeigt Kleinbauernfamilien, wie sie mit Agroforstwirtschaft statt Abholzung auf den bestehenden Anbauflächen genug Erträge erwirtschaften können und gleichzeitig den Wald schützen.

 
 

Warum sind die Menschen in Not?

Der Verkauf von gesammelten Paranüssen und Acaibeeren ist die wichtigste Einnahmequelle für die im bolivianischen Amazonas-Regenwald lebenden Familien. Doch die Waldfrüchte allein reichen für ihr Überleben nicht aus. Deshalb roden sie Waldflächen, um Getreide anzubauen oder Tiere zu halten – mit dem Resultat, dass Abholzung die ohnehin bereits verheerenden Auswirkungen der Klimakrise verstärkt. Wegen der klimatischen Veränderungen sind die Trockenperioden im bolivianischen Amazonas-Regenwald in Bolivien immer länger und wenn es regnet, dann vielfach viel heftiger.

So werden die Bedingungen für die Landwirtschaft immer schwieriger. Um die gleichen Ernteerträge zu erwirtschaften, müssen die Kleinbauern immer neue Waldflächen opfern. Ein Teufelskreis aus Klimafolgen, Armut und fehlendem Knowhow, fatal für Mensch, Tier und Wald.

 

Wie leistet die Caritas Unterstützung?

Umstellung auf Agroforstwirtschaft

Mit ihrem lokalen Partner CIPCA setzt die Caritas auf Agroforstwirtschaft. Bei der Agroforstwirtschaft werden Bäume mit Acker- oder Gemüsekulturen kombiniert. Zwischen Baumreihen gedeiht zum Beispiel Mais. Das Agroforstsystem hat den Vorteil, dass längere Trockenheit besser überstanden wird, weil sich im Schutz der Bäume das Mikroklima auf dem Feld verbessert und weniger Wasser verdunstet. Zudem sind die Bäume ein guter Erosionsschutz.

Gemeinsam mit den Gemeinden erarbeiten wir Waldmanagementpläne, in denen Meilensteine einer nachhaltigen Waldnutzung festgehalten werden. Danach werden die Bäuerinnen und Bauern in Workshops über die Auswirkungen des Klimawandels aufgeklärt und praktisch in Agroforstwirtschaft angeleitet. Sie lernen die richtige Pflege der Bäume und wie geeignete Mischkulturen aufgezogen werden. Ein- bis wenigerjährige Pflanzen werden mit mehrjährigen kombiniert. So hat die Bauernfamilie jedes Jahr einen Ertrag. Zudem hilft eine Diversifizierung gegen Krankheiten und bringt auf verschiedenen Märkten Einnahmen. Die ersten Setzlinge erhalten die Bäuerinnen und Bauern von der Caritas, die sie auch nach dem Pflanzen fachlich begleitet und bei Problemen an ihrer Seite steht.

Produkte lokal verarbeiten

Die Caritas unterstützt die Kleinbauern dabei, ihre Ernten lokal weiterzuverarbeiten. So bleibt die Wertschöpfung in der Gemeinde und die Menschen haben ein höheres Einkommen. Zudem trägt die Caritas zu einer besseren Vermarktung bei, beispielsweise mit überregionaler Vernetzung und dem Schaffen der Grundlagen für Zertifizierungen der Produkte.

Risikomanagement für den Wald

Zusammen mit der Lokalregierung und den Gemeinden analysiert die Caritas die Risiken für den Wald und die Landwirtschaft analysiert. Es wird festgehalten, wie diese minimiert werden können und was im Ernstfall zu tun ist. Zudem bildet die Caritas Gemeindemitglieder als Feuerbekämpfer aus.

 

Was verändert sich für die betroffenen Familien?

Die Bevölkerung sieht den Vorteil der Aufforstung mit Fruchtbäumen und den Nutzen für den ganzen Wald – und für ihre Lebensgrundlage. Sie können ihre bescheidenen Einkommen verbessern und nachhaltig verankern. Dank dem neu erworbenen Wissen und den neuen Chancen sind die Kleinbäuerinnen und -bauern wieder zuversichtlich, dass auch ihre Kinder vom Amazonas-Regenwald leben können. Und die Armut hinter sich lassen.

 

Mein Leben hat sich durch das Projekt sehr verändert. Wir erlangten neues Wissen und können heute auf neue Art anbauen – so, dass wir die Bäume zurückbringen können. Und dass wir genug verdienen, um zum Beispiel einen Arzt rufen und bezahlen zu können, wenn es jemandem aus der Familie schlecht geht.

Julia Flores Guari (63), Kleinbäuerin

 
 

Zeichnen Sie eine Klima-Aktie der Caritas

Mit einer Klima-Aktie der Caritas packen Sie gemeinsam mit uns eine der grössten globalen Heraus­forderungen unserer Zeit an. Sie investieren in nachhaltige Projekte, die den Menschen zugutekommen, die unter den Folgen der Klimakrise am meisten leiden.

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Projekt P220016

Thema
Klima


Projektdauer
01.02.2022 – 31.01.2025


Budget
1'801'136 Schweizer Franken


Projektgebiete
Department Pando: Gemeinden San Lorenzo, Filadelfia, Porvenir, Gonzalo Moreno, Santa Rosa, Sena, Puerto Rico, Maruripi Naturreservat. Department Beni: Riberalta 


Zielgruppen
4504 Personen, indigene Bevölkerung, Kleinbauern und Bäuerinnen; 50 Mitglieder Lokalregierungen, Universität


Finanziert durch
DEZA

 

Die Klima-Projekte der Caritas

Bei unseren Klimaprojekten stehen der Mensch und seine Lebenssituation im Zentrum. Unsere Projekte helfen den ärmsten Betroffenen, mit den Folgen des Klimawandels und den daraus entstehenden Wetterextremen wie Dürren und Wirbelstürmen umzugehen. Wir unterstützen Kleinbauernfamilien dabei, trotz der stark veränderten Bedingungen eine ertragreiche Ernte zu erzielen und neue Einkommensquellen zu erschliessen. Gemeinsam mit der Bevölkerung schützen, erhalten und rehabilitieren wir die natürlichen Lebensgrundlagen wie Seen, Wälder oder Böden. Wir fördern zudem die nachhaltige und effiziente Nutzung von Energie, die Familien und ganzen Gemeinschaften Wege aus der Armut ermöglicht.

 

Dieses Projekt wird unterstützt von:

 
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