Bolivien: Projekt P220016

Amazonas Resiliente – Schutz für den Amazonas-Wald

 
 

Kontext und Problemstellung

Im Jahr 2021 hat der Amazonas-Regenwald gemäss wissenschaftlichen Studien zum ersten Mal mehr Kohlendioxid ausgestossen, als er aufnehmen konnte. Der Anstieg der Emissionen ist hauptsächlich der Zunahme von Waldbränden geschuldet, viele absichtlich gelegt zur Landgewinnung für die Rindfleischund Sojaproduktion. Klimawandeleffekte wie lange Dürreperioden sowie fehlende Kontrollmechanismen und mangelnder politischer Wille tragen zum weiteren Verlust von Waldflächen bei.

Die Abholzungsrate Pro-Kopf in Bolivien ist eine der höchsten der Welt. Der Staat unterstützt einerseits die Ausweitung von Acker- und Weideland grosser Unternehmen, fördert aber auch die Wieder-Aufforstung. Im Nordosten Boliviens, im dünn besiedelten Department Pando im Amazonaswald, ist die Abholzungsrate pro Kopf besonders hoch.

Die indigenen Gruppen und Kleinbauern, die in den weit verstreuten Siedlungen leben, sind von der Nutzung und dem Zugang zu den Ressourcen des Waldes abhängig. Die Bevölkerung ist arm und es gibt kaum alternative Eink mmensmöglichkeiten. Viele junge Menschen, vor allem Männer, wandern ab in die Städte. Brandrodungstechniken werden häufig angewendet. Der Anreiz für nachhaltige Waldnutzung ist aber gegeben, als Voraussetzung für langfristige hohe Erträge bei Waldfrüchten. Das grösste Vermarktungs- Potential zur Verbesserung der Einkommen der lokalen Bevölkerung haben Paranüsse, Acai und, meist wilder, Kakao. 

 

Unsere Ziele

Schutz des Amazonaswaldes und Resilienz der Bevölkerung gegenüber dem Klimawandel: Ziel des Projekts ist, dass lokale Behörden und bäuerlich-indigene Gemeinschaften im nördlichen Amazonasgebiet in Bolivien für den Schutz ihrer Wälder sorgen, und zugleich ihre Ernährungssicherheit und Einkommen erhöhen durch die Nutzung von Agroforst-Systemen, die an Auswirkungen des Klimawandel angepasst sind.

 

Unsere Wirkung

Unser lokaler Partner CIPCA ist eine landesweit tätige und anerkannte Organisation im Bereich ländliche Entwicklung mit langjähriger Präsenz in der Projektregion. Der WWF und das Schweizer FiBL, das zu Agroforstsystemen in Bolivien forscht, sind Teil unseres Projekt-Konsortiums. Mit hoher wissenschaftlicher Kompetenz in Kombination mit traditionellem Wissen werden der Anbau und die Wildsammel-Techniken in nachhaltigen Agroforst-Systemen gefördert. Die Vermarktungs­volumen der Haupt-Produkte Acai, Kakao und Paranüsse werden erhöht durch Kooperationen mit dem Privatsektor, neue Vermarktungskanäle, der Lancierung einer neuen Marke für Amazonas-Produkte, ein Laboratorium für Qualitätskontrolle und Beratung für Bio-Zertifizierung.

Das Projekt stärkt auch die Kapazitäten lokaler Frühwarnsysteme und des Zivilschutzes für Waldbrand­bekämpfung. Indigene-bäuerliche Kommunen und Lokalregierungen erarbeiten partizipativ neue interne Normen und Regelungen, welche die Zugangsrechte der indigenen Bevölkerung und von Frauen un  jungen Menschen zu den Waldressourcengarantieren. Die Projektpartner setzen sich gemeinsam mit lokalen Organisationen und in Netzwerken auf Gemeinde bis zur nationalen Ebene für den Schutz und die nachhaltige Nutzung des Amazonaswaldes ein. Die Projektleitung liegt bei CACH. 

 

Themen und Ansätze

Das Projekt arbeitet im Schwerpunkt-Thema “Klima” von Caritas Schweiz. Caritas Schweiz hat einen integrierten Ansatz entwickelt, der soziale, ökologische, wirtschaftliche und institutionelle Dimensionen berücksichtigt. Neben
der ökosystembasierten Anpassung an den Klimawandel durch klimaresiliente landwirtschaftliche Praktiken und den Schutz natürlicher Ressourcen, die Förderung inklusiver Märkte, sektorübergreifende Politikdialoge sowie innovative Technologien wird die Widerstandsfähigkeit, also Resilienz, der gefährdeten Bevölkerung gegenüber Klimarisiken verbessert.

Ein sogenanntes "Climate Proofing" stellt sicher, dass die durchgeführten Adaptations-Massnahmen partizipativ und evidenz-basiert erarbeitet werden und basierend auf einer Treibhausgasbilanzierung ein emissionsarmer Entwicklungspfad eingeschlagen wird.

 

Projekt P220016

Thema
Klima


Projektdauer
01.02.2022 – 31.01.2025


Budget
1'801'136 Schweizer Franken


Projektgebiete
Department Pando: Gemeinden San Lorenzo, Filadelfia, Porvenir, Gonzalo Moreno, Santa Rosa, Sena, Puerto Rico, Maruripi Naturreservat. Department Beni: Riberalta 


Zielgruppen
4504 Personen, indigene Bevölkerung, Kleinbauern und Bäuerinnen; 50 Mitglieder Lokalregierungen, Universität


Finanziert durch
DEZA

 

Die Klima-Projekte der Caritas

Bei unseren Klimaprojekten stehen der Mensch und seine Lebenssituation im Zentrum. Unsere Projekte helfen den ärmsten Betroffenen, mit den Folgen des Klimawandels und den daraus entstehenden Wetterextremen wie Dürren und Wirbelstürmen umzugehen. Wir unterstützen Kleinbauernfamilien dabei, trotz der stark veränderten Bedingungen eine ertragreiche Ernte zu erzielen und neue Einkommensquellen zu erschliessen. Gemeinsam mit der Bevölkerung schützen, erhalten und rehabilitieren wir die natürlichen Lebensgrundlagen wie Seen, Wälder oder Böden. Wir fördern zudem die nachhaltige und effiziente Nutzung von Energie, die Familien und ganzen Gemeinschaften Wege aus der Armut ermöglicht.

 

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