Brasilien: Projekt P220060

Nothilfe nach Überschwemmungen in Brasilien

 
 

Kontext und Problemstellung

Seit Anfang Dezember 2021 haben kam es zu schweren Regenfällen in verschiedenen Regionen von Brasilien, insbesondere im Nordosten des Landes. Dort hat sich der Regen seit dem 28. Mai 2022 noch einmal deutlich intensiviert und zu Überschwemmungen sowie Erdrutschen geführt hat, von denen über 346 000 Menschen in drei Bundesstaaten betroffen waren. 134 Personen kamen ums Leben, Häuser und Infrastruktur wurden zerstört in den wenigen Tagen, in denen die schwersten Regenfälle seit über 55 Jahren fielen.  128 657 Personen waren im am meisten betroffenen Bundesstaat Pernambuco gezwungen, ihre Häuser zu verlassen. 9 134 Personen benötigten eine Notunterkunft, während 119 523 vorübergehend zu Verwandten ziehen konnten.

Die Regierungen kümmern sich vorrangig um die Wiederinstandsetzung der beschädigten Infrastruktur und führten Rettungseinsätze durch. Die humanitären Bedürfnisse der betroffenen Bevölkerung bleiben weitgehend ungedeckt. Benötigt werden angemessene Notunterkünfte, Unterstützung, um den Lebensunterhalt zu bestreiten, Wiederaufbau, medizinische Versorgung, Zugang zu Hygiene- und Reinigungsmaterial sowie Schutz. Viele Gemeinden haben noch keine finanzielle Unterstützung von den Regierungen der Bundesstaaten oder der Landesregierung erhalten, sodass ihnen die nötigen Mittel fehlen, um angemessen Hilfe leisten zu können.

 

Unsere Ziele

Unser Ziel ist es, dass die bedürftigsten Familien ihre Grundbedürfnisse decken und sich von der Katastrophe erholen können. Wir stellen sicher, dass sie über die nötigen Mittel verfügen für ihre persönliche Hygiene, um Krankheiten zu vermeiden und die Lebensbedingungen in den Notunterkünften zu verbessern. Zusätzlich setzen wir uns auf kommunaler, Bundesstaaten- und Landesebene dafür ein, dass andere ungedeckte Bedürfnisse wie Gesundheitsversorgung und Wiederaufbau von den Behörden und anderen humanitären Akteuren gedeckt werden. Dabei machen wir uns bei den Behörden auch stark für die Förderung einer besseren Katastrophenvorsorge und -vorbereitung.

 

Unsere Wirkung

Unsere Aktivitäten umfassen zwei Interventionsbereiche:

a) Mit Bargeldzahlungen sollen die vielfältigen Bedürfnisse der Bevölkerung gedeckt und gleichzeitig die Würde und die Eigenständigkeit der Begünstigten gestärkt werden. Die Bargeldhilfe ist auch eine Möglichkeit, die Erholung von der der Katastrophe zu fördern und negative Bewältigungsmechanismen zu vermeiden. Insgesamt 1800 Personen erhalten Bargeldhilfe.

b) Um die Ausbreitung von Krankheiten und Infektionen aufgrund von verunreinigtem Wasser und Wohnräumen zu verhindern und durch Mücken übertragbare Krankheiten einzudämmen, werden 18'200 persönliche Hygienesets verteilt, darunter 330 spezielle Kits für Kinder und Kleinkinder.

 

Themen und Ansätze

Durch die Bereitstellung von Mehrzweck-Bargeld und Hygiene- sowie Biosicherheitsmaterial trägt dieses Projekt dazu bei, die Grundversorgung zu sichern und die humanitären Bedürfnisse nach dieser plötzlich eingetretenen Katastrophe zu decken. Als Soforthilfemassnahme ist es im Bereich der humanitären Hilfe angesiedelt. Es leistet humanitäre Unterstützung in einem Gebiet, in dem öffentliche Mittel fehlen, wobei sichergestellt wird, dass die humanitären Grundsätze jederzeit eingehalten werden. Auf diese Weise kann es die Koordinierung der Hilfsmassnahmen stärken und damit die Unterstützung als Ganzes verbessern. Wir koordinieren uns mit der lokalen Task Force, mit den kommunalen Notfallkomitees und anderen Organisationen der Zivilgesellschaft, die nach der Katastrophe Hilfe leisten.

 

Projekt P220060

Thema
Humanitäre Hilfe


Projektdauer
27.06.2022 - 27.12.2022


Budget
715'360 Schweizer Franken


Projektgebiete
Brasilien, Bundesstaaten Recife, Jaboatão und Camaragibe


Zielgruppen
Besonders schutzbedürftige Menschen, die von den Überschwemmungen betorfen sind, insbesondere Frauen, Kinder und Jugendliche, Menschen mit Behinderung, ältere Menschen und LGBTQI 


Finanziert durch
DEZA, EU-ECHO

 

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