

Notfallmassnahmen bei Gesundheits- und Umweltkrisen im Amazonasbeendet
Überblick
Humanitäre Hilfe
556'248 Schweizer Franken
12.12.2023 - 31.10.2025
Brasilien; Amazonas
Betroffene Gemeinden, flussnahe und indigene Gemeinschaften, Frauen und Kinder
P230057
Dieses Projekt ist ein Mandat der DEZA und der EU.
*Dies wird von der Europäischen Union finanziert/kofinanziert. Der Inhalt liegt in der alleinigen Verantwortung von Caritas Schweiz und spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung der Europäischen Union wider.
Projekt im Detail
Brasilien litt im Jahr 2023 stark unter den Folgen des Klimawandels und intensiven Wetterphänomenen wie El Niño. Diese Entwicklungen hatten besonders gravierende Auswirkungen auf die Amazonasregion. Seit September und Oktober kämpfen alle 62 Gemeinden im Bundesstaat Amazonas mit einer schweren Dürre, die schätzungsweise 600'000 Menschen direkt betrifft.
Der Pegel des Rio Negro ist auf ein historisches Tief gesunken, was die Versorgung mit lebensnotwendigen Produkten wie Lebensmitteln, Medikamenten und Treibstoff erheblich erschwert, da viele sekundäre und tertiäre Zuflüsse trocken gefallen sind. Grosse Schiffe können die Flüsse nicht mehr befahren, wodurch der Güter- und Personentransport auf Binnenwasserstrassen stark eingeschränkt und stellenweise unmöglich wird. Hunderte Gemeinden und Städte sind somit isoliert. Besonders betroffen sind indigene und Flussanrainergemeinden, deren Überleben unmittelbar von den Wasserressourcen abhängt.
Das betroffene Gebiet erstreckt sich über etwa 20 % des brasilianischen Territoriums (über 1,5 Millionen km²) und ist damit flächenmässig vergleichbar mit Kolumbien und Venezuela zusammen.
Neben der Dürre verzeichnete der Bundesstaat Amazonas auch die schlimmsten Brandindizes des Jahres und gilt als am stärksten betroffener Lebensraum des Landes. Seit Oktober 2023 wurden über 22'050 Brände registriert, die die gesamte Bevölkerung der Stadt Manaus (über 2 Millionen Menschen) und das umliegende Gebiet stark belasten. Der intensive Rauch führt zu lebensbedrohlicher Luftverschmutzung, die insbesondere die schwächsten Bevölkerungsgruppen, wie Kinder und schwangere Frauen, gefährdet.
Das Projekt zielt darauf ab, die Gesundheitsversorgung im brasilianischen Amazonasgebiet durch eine unmittelbare Reaktion auf die Dürre zu unterstützen. Es umfasst zwei Phasen:
- Die Deckung der dringendsten Bedürfnisse in den Bereichen Gesundheit, Ernährung, Wasser, sanitäre Einrichtungen und Hygiene in den von der Dürre betroffenen Gemeinden. Hierbei steht die Sicherstellung der Grundrechte von Kindern und Jugendlichen im Vordergrund.
- Die Stärkung der Kapazitäten von Gemeinden und Regionen, um auf zukünftige wasser- und klimabedingte Notfälle angemessen reagieren zu können.
Um den Zugang zu ausreichend sicherem Trinkwasser zu verbessern, erhalten die Teilnehmenden im Amazonasbecken Wasseraufbereitungs- und Tonfilter. Zudem werden ihnen alternative Methoden zur Wassergewinnung vermittelt, und sie erhalten technische Unterstützung bei der Installation und Wartung dieser Systeme.
Die Bereitstellung von grundlegenden Hygienesets dient der Deckung der sanitären Bedürfnisse der Teilnehmenden. Frauen und Mädchen erhalten zusätzlich Menstruationshygiene-Kits. Gesundheitsdienstmitarbeitende und Gesundheitsbeauftragte in den Gemeinden werden gezielt in grundlegender medizinischer Versorgung und Kinderschutz geschult.
Um die Situation nachhaltig zu verbessern, erhalten Flussanrainergemeinden und indigene Gemeinschaften technische Unterstützung bei der Entwicklung klimaresilienter Wasserversorgungspläne, die in den durch die Dürre beeinträchtigten Wasserversorgungssystemen implementiert werden.
Weitere Projekte Engagement für eine Welt ohne Armut
Titelbild: Bei Umweltkrisen ist schnelle Hilfe wie z.B. der Lieferung von Hygieneartikel entscheidend. © Rodrigo West


