Navigation mit Access Keys

 
Vernissage zum Almanach Entwicklungspolitik 2019

Für eine menschengerechte Migration

Der neue Almanach Entwicklungspolitik von Caritas Schweiz liefert wichtige Impulse für eine menschengerechte Migration. Das Thema bewegt: Rund 100 Personen fanden sich gestern Abend im Kulturzentrum Neubad in Luzern ein, um im Rahmen der Buchvernissage aus erster Hand Einschätzungen zur Flüchtlings- und Migrationspolitik zu erhalten, aber auch um mehr über die Zusammenhänge zwischen Migration und Entwicklung zu erfahren. Mit Steffen Angenendt, Thomas Cottier und Marianne Hochuli referierten an der Buchvernissage drei Experten, die auch im Almanach als Autoren fungieren.

 

Steffen Angenendt von der Stiftung Wissenschaft und Politik in Berlin, einer der führenden Migrationsexperten in Deutschland, machte in seinem Referat darauf aufmerksam, dass sich beinahe 40 Prozent aller internationalen Migrantinnen und Migranten innerhalb der Länder des Globalen Südens bewegen. «Das zeigt, wie wichtig Entwicklungszusammenarbeit ist.» Auch würden die Flüchtlingskrisen immer länger andauern, so dass nicht mehr nur Nothilfe, sondern auch Entwicklungszusammenarbeit gefragt sei. Die zunehmende Vermischung von Flucht und Migration zeigt die Dringlichkeit des Handlungsbedarfs. Zudem erodiere der Flüchtlingsschutz, obwohl es sich um eine völkerrechtliche Verpflichtung handelt.

In der Praxis gibt es noch ein grosses Hindernis für die Tragfähigkeit international abgestützter Lösungen: Die Tatsache, dass ein transnationales Phänomen wie die Migration auf die nationale Souveränität trifft. Diesem Spannungsverhältnis widmete sich Thomas Cottier, emeritierter Professor für Europa- und Wirtschaftsvölkerrecht am World Trade Institute der Universität Bern. Er sensibilisierte unter anderem dafür, den Begriff der Souveränität neu zu definieren: Als Verwirklichung von Friede, Wohlfahrt und Wohlergehen, und nicht wie heute als Nichteinmischungsgebot. Die Migration müsse als «Common Concern of Humankind» verstanden werden, so wie das auch beim Klimawandel der Fall sei.

Im anschliessend gezeigten Animationsfilm «Airport» von Michaela Müller wurde einmal mehr deutlich, wie ungleich es um die Bewegungsfreiheit der Menschen steht. Manuela Specker, die als Herausgeberin des Almanachs Entwicklungspolitik durch den Abend führte, wies darauf hin, dass sich das Nebeneinander von privilegierten und nicht-privilegierten Menschen wie ein roter Faden durch die Werke der Künstlerin zieht. Nirgendwo verkörpern sich die Ein- und Ausschlussmechanismen so deutlich wie an Flughäfen, wo die einen, ausgerüstet mit dem richtigen Pass und mit Geld, überall hinfliegen können, während anderen der Zutritt zum Gate verwehrt bleibt.

Im abschliessenden Referat widmete sich Marianne Hochuli, Leiterin des Bereichs Grundlagen bei Caritas Schweiz, den Fluchtursachen und wie stark diese mit unserem eigenen Tun verknüpft sind. So könne die Konkurrenz um knappe Ressourcen oder das Wirken ausländischer Investoren bestehende Konflikte und Ungleichheiten massiv verschärfen. Der Klimawandel gehört zu den Hauptgründen, warum Menschen ihre Existenzgrundlage verlieren und fliehen müssen. Das stehe in scharfem Kontrast zur Tatsache, dass die wohlhabenden Länder am meisten zum Klimawandel beitragen.

An der Buchvernissage wurde in allen Referaten deutlich, dass es zwingend eine international koordinierte Zusammenarbeit braucht, um die Wanderungen menschengerecht zu gestalten und zu steuern. Ziel muss sein, einen möglichst grossen Teil der erzwungenen und ungeregelten Wanderungen in freiwillige und geregelte Formen zu überführen. 

 

Impressionen vom Anlass

 

Almanach Entwicklungspolitik 2019 «Migration und Entwicklung»

Ersatzinhalte

 
 
Ersatzinhalt-Startseite-Standard-DE
 
 

Caritas Schweiz
Adligenswilerstrasse 15
Postfach
CH-6002 Luzern

 

PC 60-7000-4
IBAN CH69 0900 0000 6000 7000 4
Spenden können bei den Steuern in Abzug gebracht werden.

 

Spenden­beratung

Nehmen Sie mit uns Kontakt auf. Wir beraten Sie gerne persönlich. 

MEHR