Market stalls at Gorom Camp in Juba, South Sudan
Market stalls at Gorom Camp in Juba, South Sudan

Märkte nachhaltig fördern, lokale Agrarwirtschaft stärken (SMACplus Projekt)

Projekt im Südsudan
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Mehr als 70% der Menschen im Südsudan leben von der Landwirtschaft. Doch schwache Marktsysteme, geringe Erträge und hohe Ernteverluste halten viele Bauernfamilien am unteren Ende der Wertschöpfungskette gefangen. Gleichzeitig bleibt das Land stark von Nahrungsmittelimporten aus den Nachbarländern abhängig.

Mit dem Projekt SMACplus stärkt Caritas Schweiz gemeinsam mit ihren lokalen strategischen Partnern die landwirtschaftliche Produktion und fördert die Anpassung an die sich ständig verschärfenden Klimaveränderungen. Zugleich entwickeln wir funktionierende Marktsysteme, fördern die Beteiligung des Privatsektors und unterstützen verbesserte politische Rahmenbedingungen – für mehr Ernährungssicherheit und widerstandsfähige Gemeinden.

Daten und Fakten zum Projekt

Themen

Einkommen und Klima

Laufzeit

15.11.2025 - 14.11.2029

Projektbudget

10'81'406 Schweizer Franken

Projetgebiet

Bundesstaaten Zentral-Äquatoria (CES) & Ost-Äquatoria (EES)

Zielgruppen

15'000 Kleinbäuerinnen und -bauern; gezielte Einbeziehung von Frauen, Jugendliche und marginalisierte Gruppen

Das Projekt wird finanziert durch

EU und DEZA

*Dies wird von der Europäischen Union finanziert/kofinanziert. Der Inhalt liegt in der alleinigen Verantwortung von Caritas Schweiz und spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung der Europäischen Union wider.

SMACplus im Detail

Über 70 % der Bevölkerung im Südsudan sind für ihren Lebensunterhalt von der Landwirtschaft abhängig. Doch schwache Marktsysteme und wenig entwickelte Beziehungen zwischen den Marktakteuren bremsen die wirtschaftliche Entwicklung und beeinträchtigen die Ernährungssicherheit.

Kleinbauernfamilien erzielen geringe Erträge, da ihr Zugang zu hochwertigen Produktionsmitteln, Saatgutsystemen und klimaangepassten Anbaumethoden fehlt. Die Verluste nach der Ernte betragen mehr als 25 %, viele Bäuerinnen und Bauern verbleiben so am unteren Ende der Wertschöpfungskette bleiben, während das Land stark von Lebensmittelimporten aus Nachbarländern abhängig bleibt.

Anhaltende politische Instabilität, institutionelle Defizite und die Übernutzung natürlicher Ressourcen verschärfen diese Herausforderungen zusätzlich und tragen zur Vertreibung weiter Teile der Bevölkerung sowie zur anhaltenden Abhängigkeit von humanitärer Hilfe bei.

Mit dem Projekt SMACplus stärkt Caritas die Produktionskapazitäten von Kleinbäuerinnen und -bauern, verbessert ihre Anpassung an den Klimawandel und erhöht ihre Einkommen. Gleichzeitig werden Marktsysteme weiterentwickelt, der Privatsektor eingebunden und politische Rahmenbedingungen verbessert – für mehr Ernährungssicherheit und widerstandsfähige Gemeinden.

Der Market-System-Development-Ansatz (MSD) setzt auf die Zusammenarbeit mit dem Privatsektor, unter anderem in der Honigproduktion, im Saatgutsektor und im Gartenbau. Ziel sind höhere Produktionsmengen, qualitativ hochwertiges Saatgut und die Förderung klimafreundlicher Anbaumethoden.

Ergänzend unterstützt das Projekt Steuerreformen, stärkt das Management natürlicher Ressourcen und fördert Friedenskonsolidierung auf lokaler Ebene. Insgesamt erreicht das SMACplus Projekt rund 15'000 Kleinbauern, stärkt 145 Unternehmen und 100 Bauerngruppen und trägt nachhaltig zur landwirtschaftlichen Entwicklung in den Zielregionen bei.

Rund 7'500 Haushalte werden Kapazitäten für eine nachhaltige Ressourcenbewirtschaftung aufbauen und die lokale Regierungsführung stärken. Geleitet vom Triple-Nexus-Ansatz der Caritas umfasst das Projekt Prozesse und Massnahmen, die eine schnelle Reaktion auf aufkommende Bedürfnisse ermöglichen. Bei Naturkatastrophen können zum Beispiel Notfallhilfen und finanzielle Unterstützung verteilt werden, um die Gemeinden zu unterstützen, die Kontinuität ihrer Lebensgrundlagen zu gewährleisten und zu einer langfristigen landwirtschaftlichen Entwicklung und Ernährungssicherheit beizutragen.

In ihrer Strategie für die internationale Zusammenarbeit 2025–2028 setzt Caritas Schweiz auf den Market-System-Development-Ansatz (MSD) als zentrales Instrument der Armutsbekämpfung. Anstatt direkt zu verbessern, was Marktakteure produzieren oder liefern, konzentriert sich MSD darauf, die zugrunde liegenden Ursachen für die mangelnde Leistung des Marktes zu identifizieren und anzugehen – sprich die Regeln, Funktionen, Anreize und Beziehungen, die ein System daran hindern, den Menschen so effektiv wie möglich zu dienen.

Hindernisse werden abgebaut, Marktfunktionen gestärkt und Akteure dabei unterstützt, zentrale Rollen einzunehmen. So zielt MSD darauf ab, skalierbare, systemische und langfristige Veränderungen in den Märkten anzuregen, die für die ärmsten und am stärksten gefährdeten Gemeinschaften zentral sind.

Der Ansatz zielt auf nachhaltige, skalierbare Veränderungen, indem strukturelle Schwächen in relevanten Märkten behoben werden. So profitieren Konsumentinnen und Konsumenten, Produzierende und Arbeitnehmende gleichermassen – etwa durch höhere Einkommen, geringere Kosten und verbesserte Arbeitsbedingungen, insbesondere für Kleinbauern und andere vulnerable Gruppen.

Seit ihrer Gründung im Jahr 1901 unterstützt Caritas Schweiz die am stärksten gefährdeten Bevölkerungsgruppen weltweit. Im Südsudan ist Caritas Schweiz seit über 50 Jahren tätig und reagiert auf die sich wandelnden humanitären und entwicklungspolitischen Bedürfnisse. Im Jahr 2006 eröffnete Caritas ein Büro in Torit, der Hauptstadt von EES, um mit Projekten in den Bereichen Ernährungssicherheit, Wasser und Bildung auf die dringenden Bedürfnisse der von Krisen betroffenen Gemeinden einzugehen. Anfang 2022 eröffnete Caritas Schweiz ein Koordinationsbüro in Juba, das seitdem zum wichtigsten operativen Zentrum der Organisation im Land geworden ist.

Weitere Informationen

Gemeinsam für funktionierende Märkte und eine starke Agrarwirtschaft im Südsudan. © Tobby Gonda Duku
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Titelbild: Marktstände im Gorom-Camp in Juba, Südsudan © Adam Ibrahim