Gli accendifuoco prodotti da Serhii Doroschyn sono disponibili in varie forme e dimensioni.
Gli accendifuoco prodotti da Serhii Doroschyn sono disponibili in varie forme e dimensioni.

Flammen der Hoffnung

Ukraine

Serhii Doroschyn ist Feuer und Flamme für seine Idee. Doch um mit seinen ökologischen Anzündern durchzustarten, braucht der 62-jährige Ukrainer finanzielle Unterstützung. Caritas Schweiz fördert sein Projekt und hilft so niederschwellig, Arbeitsplätze in der vom Krieg gezeichneten Region zu schaffen.

Serhii, ein rüstiger Mittsechziger aus Poltawa in der Ostukraine, ist voller Tatendrang. Er will sich vom Krieg nicht unterkriegen lassen. Im Gegenteil, er treibt seinen Einmannbetrieb voran und plant, im bescheidenen Rahmen zu expandieren.

Vor etwa zehn Jahren hatte Serhii Doroschyn eine Idee: Er wollte aus pflanzlichen Abfällen biologische Feueranzünder herstellen. Erst tüftelte er nur für sich selbst herum, häckselte getrocknete Sonnenblumenstiele und probierte verschiedene Materialzusammensetzungen aus. Irgendwann hatte er die perfekte Mischung aus Pflanzenresten und Wachs, 100 Prozent ökologisch und wiederverwertet. Er meldete seine Idee zum Patent an. Seither bietet er das Produkt in verschiedene Formen gepresst und verpackt an Tankstellen der Region, auf Märkten und in einer Supermarktkette an. Zudem verkauft er seine Anzünder online.

Der Kriegsausbruch in der Ukraine bestärkt ihn in seiner Idee. «Bei uns fällt immer wieder der Strom aus. Da ist es wichtig, dass man gutes Material zum Anzünden bei allen Witterungsbedingungen hat», erläutert Serhii Doroschyn.

Durch den Krieg ist der Arbeitsmarkt besonders angespannt

Von Bekannten hörte er, dass die Caritas in verschiedenen Städten der Ukraine kleinere Unternehmen finanziell unterstützt, damit sie auch in der höchst prekären Situation Einkommen erwirtschaften können. Das Caritas-Projekt richtet sich hauptsächlich an Binnenvertriebene, also Personen, die aus besonders umkämpften oder besetzten Gebieten fliehen, sich anderswo im Land ansiedeln und von vorne anfangen müssen. Sie haben es oft besonders schwer, am neuen Ort Arbeit zu finden. Daneben achtet das Projekt aber darauf, dass nicht nur intern Geflüchtete unterstützt werden, sondern auch die ansässige Gemeinschaft.

Zweifel kennt der Kleinstunternehmer nicht – Probleme sind dazu da, gelöst zu werden.

Serhii ist einer von ihnen. Er hat sich mit seiner Geschäftsidee bei Caritas Poltawa beworben und einen Vertrag unterzeichnet. Zuerst lernte er in einem Kurs einen tragfähigen Businessplan zu erstellen. Dann plante er mit den Mitarbeitenden der Caritas die nächsten Schritte. Zweifel kennt der Kleinstunternehmer nicht – Probleme sind dazu da, gelöst zu werden.

Umweltfreundlich und vielfach einsetzbar

Einzig, allein schafft er Produktion und Vertrieb nicht. Daher hat er zwei Männer eingestellt, beide schon über 50 und mit einer körperlichen Beeinträchtigung. «Sie wären sonst ohne Job und Einkommen geblieben», sagt Serhii. Die Lohnkosten für die ersten Monate übernimmt die Caritas. Sie bezahlt auch einen neuen, kleinen Häcksler.

Serhii Doroschyn schaut bereits nach neuen Absatzmärkten. Er ist überzeugt von seinem Produkt, «weil es vielfach eingesetzt werden kann, umweltfreundlich ist und Abfälle recycelt». Das gibt ihm in diesen kriegswirren Zeiten Hoffnung und Energie.

Weitere Informationen

Titelbild: Serhii Doroschyns Feueranzünder sind in verschiedenen Formen und Grössen erhältlich. © Valentyn Kliushnyk