Jenifa Jopute, Projektmitarbeiterin im Südsudan, mit einem Kind auf dem arm
Jenifa Jopute, Projektmitarbeiterin im Südsudan, mit einem Kind auf dem arm

Caritas-Sonntag 2026

125 Jahre Caritas Schweiz

In wenigen Wochen begeht Caritas Schweiz ihr 125-jähriges Bestehen. Seit mehr als einem Jahr hundert verfolgt sie ein Ziel: eine Welt ohne Armut. Ein Blick ins Weltgeschehen zeigt, dass dieser Einsatz auch heute dringlich und notwendig ist.

Kriege, Klimakrise, Vertreibung und Hunger verschärfen die Lebensbedingungen weltweit und reissen Menschen aus ihrem Alltag. Sie brauchen konkrete Unterstützung – schnell und verlässlich. Dafür setzt sich die Caritas in ihrer täglichen Arbeit ein.

Die Kollekte am diesjährigen Caritas-Sonntag leistet einen Beitrag zu strukturellen Verbesserungen und zur Hilfe für Menschen in konkreter Not – weltweit und in der Schweiz. Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

Schnappschuss aus dem Child Friendly Sapce im Goromp Camp in Juba

Unser Engagement im Ausland

Die Entwicklungszusammenarbeit steht weltweit unter Druck. Der Einbruch der globalen Solidarität gefährdet die Arbeit von Organisationen wie der Caritas und ist für Millionen Menschen lebensbedrohlich. Umso wichtiger ist es, Gemeinschaften in Krisengebieten weiterhin zu unterstützen und Perspektiven zu schaffen. Im Südsudan unterstützen wir gemeinsam mit Caritas Juba die einzige Gesundheitsstation im Gorom Camp und stellen die medizinische Grundversorgung für über 20'000 Menschen sicher.

Unser Engagement im Inland

Armut ist auch in der Schweiz Realität. Mehr als 1'450'000 Menschen sind von Armut betroffen oder bedroht. Verantwortlich dafür sind vor allem gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Rahmenbedingungen. Umso wichtiger ist es, Armut wirksam zu bekämpfen und gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen. Mit verschiedenen Projekten und unserem politischen Engagement setzen wir uns für eine Schweiz ohne Armut ein.

Unterlagen zum Caritas-Sonntag 2026

Sehr geehrte Pfarreiverantwortliche

In wenigen Wochen begeht Caritas Schweiz ihr 125-jähriges Bestehen. Seit mehr als einem Jahr hundert verfolgt sie ein Ziel: eine Welt ohne Armut.

Ein Blick ins Weltgeschehen zeigt, dass dieser Einsatz auch heute dringlich und notwendig ist. Kriege, Klimakrise, Vertreibung und Hunger verschärfen die Lebensbedingungen weltweit und reissen Menschen aus ihrem Alltag. Sie brauchen konkrete Unterstützung – schnell und verlässlich. Dafür setzt sich die Caritas in ihrer täglichen Arbeit ein.

Der Auftrag, die Ungerechtigkeiten der Welt nicht hinzunehmen, erwächst aus dem Evangelium. Er richtet sich an uns alle und wird konkret im Handeln.

Mit der Kollekte am Caritas-Sonntag leisten wir einen Beitrag zu strukturellen Verbesserungen und ermöglichen Hilfe für Menschen in konkreter Not – weltweit und in der Schweiz. Ich lade Sie und die Gläubigen Ihrer Gemeinde ein, die Kollekte zugunsten der Caritas mitzutragen.

Den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von Caritas Schweiz danke ich besonders im Jubiläumsjahr für ihren engagierten Dienst.

Mit herzlichen Segenswünschen

+ Charles Morerod, Bischof von Lausanne, Genf und Freiburg

Seit 125 Jahren setzt sich Caritas Schweiz dafür ein, die Lebensbedingungen von armutsbetroffenen Menschen zu verbessern und Armut nachhaltig zu bekämpfen.

Die Zeiten für gelebte Solidarität sind äusserst herausfordernd. Die Kollekte an diesem Sonntag ist mehr als finanzielle Solidarität. Sie ermöglicht, sich der Realität von Armut zu stellen und konkrete Hilfe zu leisten. Die Schweizer Bischöfe empfehlen das Opfer.

Liebe Schwestern und Brüder in Christus

Manchmal fragen Menschen: Was hat der Glaube mit meinem Leben zu tun? Nicht mit Worten, nicht mit Gedanken oder richtigen Formen, sondern mit dem, was ich entscheide? Mit dem, was ich mittrage? Mit dem, was ich nicht mehr übergehe?

Paulus gibt darauf eine schlichte Antwort, die auf den ersten Blick wenig religiös klingt, aber nachgeht. Er fordert nicht dazu auf, noch etwas Zusätzliches zu tun, sondern das Eigene anders zu verstehen. Er fordert zu einer Haltungsänderung auf: Bringt euer ganzes Leben dar – als euren geistigen Gottesdienst. Damit verschiebt er den Ort der Gottesverehrung. Sie geschieht nicht nur im Kirchenraum, sondern im Alltag. Sie geschieht dort, wo wir Verantwortung übernehmen, und Entscheidungen treffen. Dort, wo wir uns nicht entziehen. Dort, wo wir handeln – oder eben nicht. Dieser Gedanke ist anspruchsvoll. Denn Alltag ist selten feierlich oder geordnet. Er ist oft mühsam, widersprüchlich und manchmal ungerecht. Genau dort aber entscheidet sich, ob der Glaube trägt oder ob er eine wortreiche Hülle bleibt.

Davon spricht auch der Prophet Jeremia. Er beschreibt sehr ehrlich, was es für ihn heisst, Gottes Wort ernst zu nehmen. Jeremia wollte kein Rufer von Unheil sein. Er hätte sich gerne seinen Mitmenschen angepasst und geschwiegen. Aber er konnte nicht. «So brannte in meinem Herzen ein Feuer», sagt er. Dieses Feuer zwingt ihn, Unrecht beim Namen zu nennen, auch wenn es ihm Spott, Ausgrenzung und Einsamkeit einbringt. Er zahlt einen Preis dafür, dass er Gewalt und Unrecht beim Namen nennt. Und doch bleibt er, aus innerem Drängen. Weil Wegsehen für ihn keine Option mehr ist, nicht wahrhaftig wäre.

Diese Spannung kennen auch viele Menschen heute. Die innere Unruhe, die sagt: «So darf es nicht bleiben». Die Erfahrung, dass Hinschauen nicht immer dankbar aufgenommen wird und dass Engagement manchmal anstrengend ist. Jeremia zeigt aber: Diese Unruhe und dieses Drängen nach Gerechtigkeit sind keine Fehler im menschlichen System. Sie gehören zum Glauben.

Die Caritas bewegt sich als strukturierte Organisation in diesem Spannungsfeld. Nicht dort, wo alles gelingt, sondern eben dort, wo etwas fehlt und wo Probleme bleiben, braucht es die Caritas. Wo Menschen finanziell, gesundheitlich oder sozial an Grenzen kommen. Wo Unsicherheiten nicht theoretisch bleiben, sondern konkret, unbequem und schmerzhaft sind. Dass Caritas Schweiz seit 125 Jahren existiert, zeigt, dass praktische Nächstenliebe mehr ist und braucht als spontane Aufmerksamkeit. Sie braucht Struktur, Verlässlichkeit und die Bereitschaft durchzuhalten, auch wenn sich nicht alles sofort löst.

Im Evangelium begegnen wir genau derselben Spannung, noch einmal zugespitzt. Jesus spricht zum ersten Mal offen von seinem Weg nach Jerusalem, vom Leid und vom Kreuz. Petrus reagiert darauf instinktiv: Das darf nicht sein. Er will schützen, retten und verhindern. Jesus weist ihn jedoch zurück, denn Petrus reagiert aus Angst heraus, Jesus denkt aber vom Auftrag her. Das Gespräch der beiden zeigt beispielhaft den inneren Konflikt zwischen Angst und Verantwortung. Zwischen dem menschlichen Impuls, sich zu entziehen, und dem Ruf, sich nicht abzuwenden.

Nachfolge bedeutet bei Jesus jedoch nie, Leid zu suchen oder sich selbst aufzugeben. Sie bedeutet, sich nicht aus der Verantwortung zu ziehen, wenn Liebe unbequem wird.
Das Kreuz, von dem Jesus spricht, ist kein religiöses Symbol für Leid an sich. Es steht für die Konsequenz dieser Liebe, die nicht ausweicht. Einer Liebe, die bleibt, die trotzt – beharrlich. Jesus macht seinen Jüngerinnen und Jüngern klar: Nachfolge ist kein Weg der Selbstsicherung. Wer ihm folgt, wird in Konflikte geraten. Mit Systemen, mit Erwartungen, manchmal auch mit sich selbst. Paulus denkt in dieselbe Richtung. Er spricht von einem erneuerten Denken, denn christlicher Glaube verändert Massstäbe. Weg vom automatischen Anpassen. Weg vom Denken: Was bringt es mir? Hin zur Frage: Was dient dem Leben – auch dem Leben anderer?

Caritas setzt diesen Gedanken konkret als gemeinsam getragene Solidarität um. Als Organisation steht sie dafür ein, nicht auszuweichen: Dort, wo soziale Sicherheiten nicht greifen. Dort, wo Menschen durch Raster fallen. Dort, wo ihre Würde bedroht ist. Doch Caritas ist nicht einfach die «freundliche» Seite der Kirche. Sie ist eine Konsequenz des Evangeliums: Wer glaubt, ist gesandt.

Vielleicht liegt darin die nüchterne Wahrheit dieses Sonntags:

  • Glaube wird dort glaubwürdig, wo wir das Feuer nicht löschen, das uns unruhig macht.
  • Wo wir bleiben, auch wenn es Widerstand gibt.
  • Wo jemand bereit ist, mehr zu sehen als sich selbst.
  • Wo jemand bleibt, obwohl es einfacher wäre zu gehen.
  • Wo Liebe nicht endet, weil sie etwas kostet.

Jede noch so kleine Handlung, jede Gabe, jedes offene Ohr, jeder geteilte Einkauf ist ein Lichtstrich im Dunkel der Not. So wird unser Tun zu einem Echo des Evangeliums und zu einem heiligen Zeichen lebendiger Hoffnung.

Download Unterlagen Caritas-Sonntag vom 30. August 2026

Am Caritas-Sonntag nehmen alle Pfarreien in der Schweiz gemäss dem Wunsch der Bischöfe die Kollekte für die Arbeit von Caritas Schweiz auf. Hier finden Sie die Unterlagen zur Gestaltung des Gottesdienstes.

Caritas-Sonntag 2026

Caritas-Sonntag 2026

Empfehlungsbrief von Bischof Charles Morerod, Ankündigung im Pfarreiblatt und auf der Webseite, Unterlagen für die Gestaltung des Gottesdienstes (verfasst von Bischof Felix Gmür, Basel), Predigt, Gebete und Fürbitten, Ankündigung für die Kollekte im Gottesdienst, Plakate für den Aushang, Jahresbericht (2025) von Caritas Schweiz

Download (pdf, 2.95 MB)

Foto zum Caritas-Sonntag 2026

© Kenyi Moses

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Annuncio colletta Santa Messa, Ornelia, Orazioni, Preghiera dei fedeli

Unterlagen Word Deutsch

Ankündigung Kollekte Gottesdienst, Fürbitten, Gebete, Predigt

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Titelbild: Jenifa Jopute, Projektmitarbeiterin im Südsudan © Kenyi Moses