

Armut in der Schweiz
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Armutskonzepte
Wann sprechen wir von Armut?
Arm zu sein heisst, zu wenig Geld zu haben, um über die Runden zu kommen. Aber nicht nur: Armut schränkt die Betroffenen auch sonst stark ein, etwa bei der Bildung, der Gesundheit oder beim Wohnen. In diesem Kapitel erläutern wir, wie Armut definiert werden kann.
Armut ist mehr als ein Mangel an Geld
Wann ist jemand von Armut betroffen? Die finanzielle Situation ist ein wichtiger Indikator, um diese Frage beantworten zu können. Wie viel Geld einer Person zur Verfügung steht, entscheidet nicht zuletzt darüber, ob jemand Zugang zu Sozialleistungen wie Sozialhilfe, Wohnbeihilfen oder Ergänzungsleistungen hat. Finanzielle Faktoren sind wichtig, um Armut zu beschreiben. Sie geben aber nicht direkt Auskunft darüber, wie es den betroffenen Menschen tatsächlich geht und in welchen Bereichen sie mit Einschränkungen leben müssen. Deshalb wird in der sozialen Arbeit auf Armutskonzepte zurückgegriffen, die neben den finanziellen Aspekten auch andere Dimensionen einer Lebenssituation berücksichtigen.
Wenn Handlungsmöglichkeiten fehlen
Das am meisten verwendete Armutskonzept ist der Capability Approach (Deutsch: Befähigungsansatz oder Verwirklichungschancenansatz). Gemäss diesem Konzept bedeutet Armut vereinfacht gesagt fehlende Handlungsmöglichkeiten: Eine armutsbetroffene Person kann ihr Leben nicht frei gestalten, sie ist stark eingeschränkt in ihren Entscheidungen.
Nehmen wir beispielsweise einen Hilfsarbeiter, der seine Chancen auf dem Arbeitsmarkt mit einer Weiterbildung deutlich verbessern möchte. Er kann sich aber die Kurskosten nicht leisten und auch sein Pensum nicht reduzieren, weil er bereits am Existenzminimum lebt. Er ist von Armut betroffen. Eine gutverdienende Buchhalterin kann hingegen aus einer Vielzahl von Kursen wählen – wenn sie denn möchte. Sie kann frei entscheiden, ob und wann sie eine Weiterbildung machen und ihr Pensum reduzieren möchte, und ist nicht von Armut betroffen.
Auch der Bund stützt sich im nationalen Armutsmonitoring, das die Armutssituation in der Schweiz beschreibt, auf ein an den Capability Approach angelehntes mehrdimensionales Armutskonzept.

Armut messen
Wie lässt sich Armut messen?
Wenn das Bundesamt für Statistik (BFS) einmal im Jahr berechnet, wie viele Personen in der Schweiz von Armut betroffen oder bedroht sind, berücksichtigt es dabei vor allem deren finanzielle Situation. Doch einzelne Kennzahlen geben auch Auskunft über Einschränkungen in anderen Bereichen. Erfahren Sie in diesem Kapitel mehr darüber, mit welchen Indikatoren Armut in der Schweiz gemessen wird und was diese genau aussagen.
Indikatoren für die Armut in der Schweiz
Wie wissen wir, wie viele Menschen in der Schweiz arm sind? Armut wird in der Regel anhand von finanziellen Indikatoren gemessen. Im Zentrum steht also das Geld, das jemand verdient, zur Verfügung hat und ausgeben kann. Einerseits, weil die finanziellen Ressourcen sehr entscheidend sind für die Handlungsmöglichkeiten eines Menschen. Und andererseits, weil die Messung der nicht-finanziellen Armutsdimensionen sehr anspruchsvoll ist. Basis für die meisten Indikatoren, die in der Schweiz durch das Bundesamt für Statistik (BFS) ausgewiesen werden, bildet die europaweit koordinierte Erhebung über die Einkommen und Lebensbedingungen (SILC). Die folgende Auflistung geht genauer auf die einzelnen Indikatoren ein.
In der Schweiz gilt ein Haushalt dann als arm, wenn sein verfügbares Einkommen unter dem Existenzminimum der Sozialhilfe liegt. Bei der Berechnung des Existenzminimums wird auf die Richtlinien der Schweizerischen Konferenz für Sozialhilfe (SKOS) abgestützt. Es handelt sich um eine bedarfsbezogene Armutsgrenze, die von der Frage ausgeht: Welche Grundbedürfnisse einer Person müssen zwingend gedeckt sein und wieviel Geld benötigt sie dafür im Minimum?
Im Jahr 2024 lag das Existenzminimum und damit die Armutsgrenze bei durchschnittlich 2388 Franken im Monat für eine Einzelperson und 4159 Franken für zwei Erwachsene mit zwei Kindern. Von diesem Betrag müssen die Ausgaben für den sogenannten Grundbedarf (wie Essen, Kleider, persönliche Pflege oder Mobilität) sowie die Wohnkosten bezahlt werden. Die Prämien für die obligatorische Krankenversicherung, Sozialversicherungsbeiträge, Steuern und allfällige Alimente hingegen sind nicht mit eingerechnet.
Problematischer Zirkelschluss
Wie die Armutsgrenze beziehungsweise das Existenzminimum festgelegt wird, ist eine politische Entscheidung. Der Grundbedarf für den Lebensunterhalt in der Sozialhilfe, der für die Bestimmung der Armutsgrenze herbeigezogen wird, orientierte sich bis zur Jahrtausendwende an den durchschnittlichen Ausgaben der untersten 20 Einkommensprozent gemäss der Haushaltsbudgeterhebung. Seither bilden die untersten 10 Prozent den Orientierungsrahmen. Dahinter steckt folgende Überzeugung: So viel Geld, wie die ärmsten 10 Prozent im Durchschnitt ausgeben können, reicht zum Leben in der Schweiz.
Das ist aus Sicht der Caritas ein problematischer Zirkelschluss: Nur weil die ärmsten Menschen in der Schweiz so wenig ausgeben, heisst das noch lange nicht, dass sie damit gut leben können. Diese Personen haben schlicht nicht mehr Geld. Hinzu kommen methodische Mängel bei der Berechnung, wie das Büro BASS 2019 in einer Studie aufgezeigt hat.
Mit der Armutsgefährdung wird Armut im Verhältnis zum allgemeinen Wohlstandsniveau gemessen. Armutsgefährdet zu sein bedeutet demnach, ein deutlich tieferes Einkommen als die Gesamtbevölkerung zu haben. Betroffene haben ein hohes Risiko, nicht an der Gesellschaft teilhaben zu können.
Ein Haushalt gilt als armutsgefährdet, wenn das Haushaltseinkommen tiefer ist als 60 Prozent des Medianeinkommens (gewichtet auf die Haushaltsgrösse). Im Jahr 2023 lag die Armutsgefährdungsgrenze für einen Einpersonenhaushalt bei 2'645 Franken pro Monat und für zwei Erwachsene und zwei Kinder bei 5'554 Franken.
Die Armutsgefährdungsgrenze eignet sich auch für internationale Vergleiche. Sie wird in der Schweiz gleich berechnet wie in der Europäischen Union von EUROSTAT, dem Statistischen Amt der EU.
Gesellschaftliche Teilhabe gehört zur Menschenwürde
Im Gegensatz zum bedarfsorientierten Indikator «Armut», der sich an den Ausgaben der ärmsten 10 Prozent der Bevölkerung orientiert, handelt es sich bei der Armutsgefährdung um einen relativen Indikator. Er basiert auf dem Grundgedanken, dass auch die Ärmsten zu einem gewissen Grad an der Gesellschaft teilhaben können müssen. Wenn einige Menschen viel weniger Geld haben als die Mitte der Gesellschaft, dann ist die Teilhabe für sie nicht mehr gewährleistet. Deshalb orientiert sich die Armutsgefährdungsgrenze am nationalen Lebensstandard. Es ist im Grunde genommen die Übersetzung des Leitgedankens der UNO-Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung «Leave no one behind», niemanden zurücklassen.
Das BFS misst neben Armut und Armutsgefährdung im Weiteren die soziale und materielle Deprivation. Sie zeigt auf, wie viele Menschen aus finanziellen Gründen auf wichtige Güter und Aktivitäten verzichten. Bei der Berechnung werden 13 solche Güter beziehungsweise Aktivitäten berücksichtigt, die von den meisten Menschen in Europa als wünschenswert oder sogar notwendig angesehen werden, um ein angemessenes Leben zu führen. Eine Person gilt als materiell und sozial depriviert, wenn bei mindestens fünf dieser Bereiche ein Mangel vorliegt. Von erheblicher materieller und sozialer Deprivation wird gesprochen, wenn der Verzicht mindestens sieben der 13 Bereiche umfasst.
Haushaltsebene versus individuelle Ebene
Die soziale und materielle Deprivation berücksichtigt sieben Merkmale auf Haushaltsebene und sechs auf individueller Ebene. Auf Haushaltsebene wird zum Beispiel gefragt, ob Zahlungsrückstände vorhanden sind oder ob man in der Lage ist, eine Woche Ferien pro Jahr weg von zuhause zu finanzieren. Auf individueller Ebene wird gefragt, ob jemand mindestens einmal pro Monat mit Familie oder Freunden auswärts essen oder trinken kann oder ob man abgetragene Kleider mit neuen ersetzen kann.
Ob der Indikator der sozialen und materiellen Deprivation insgesamt aussagekräftig ist, ist fraglich. Die berücksichtigten 13 Bereiche unterscheiden sich stark. Zudem werden Aussagen zum Haushalt und zum Individuum vermischt. Selbst wenn ein Haushalt keine finanziellen oder sozialen Einschränkungen erlebt, kann das auf einzelne Haushaltsmitglieder zutreffen. Dadurch wird das Ausmass der materiellen und sozialen Deprivation womöglich unterschätzt.
Die Zahlen zu den einzelnen Merkmalen liefern jedoch gute Hinweise dazu, wie viele Menschen sich in bestimmten Lebensbereichen stark einschränken müssen oder keine finanziellen Reserven haben.
Bei der Messung von Armut und Armutsgefährdung wird heute das Einkommen berücksichtigt, nicht aber das Vermögen. Allerdings ist das Vermögen je nach Lebenssituation eine wichtige Ressource, um den täglichen Bedarf zu finanzieren. Um Armut exakt abbilden zu können, müssten deshalb die gesamten finanziellen Mittel eines Haushaltes, also sowohl Einkommen als auch Vermögen, berücksichtigt werden.
Vermögen ist für die Messung von Armut im Rentenalter zentral
Vor allem für die exakte Abbildung der finanziellen Ressourcen im Alter ist der Einbezug des Vermögens entscheidend. Während das Vermögen im Erwerbsalter als Reserve dient, um ausserordentliche Ausgaben zu finanzieren, kommt ihm nach der Pensionierung stärker die Rolle zu, den Lebensunterhalt auf längere Frist zu finanzieren. Wenn nur das Einkommen aus Altersrenten gemessen wird, besteht die Gefahr, dass viele Menschen über 65 Jahren als arm eingestuft werden, obwohl sie genug Vermögen haben. Umgekehrt ist das angesparte Vermögen aber auch entscheidend für die materielle Sicherheit im Alter.
Die Berücksichtigung von Vermögen im nationalen Armutsmonitoring
Der Bund hat für das Ende 2025 zum ersten Mal erschienene nationale Armutsmonitoring einen Ansatz entwickelt, wie die Vermögen bei der Armutsmessung berücksichtigt werden können. Dieser Ansatz unterscheidet zwischen Menschen im Erwerbsalter und Menschen im Rentenalter und trägt so dem Umstand Rechnung, dass das Vermögen in diesen beiden Lebensphasen eine unterschiedliche Funktion hat.
Für Haushalte, deren Mitglieder im Erwerbsleben stehen, kommt ein «zweidimensionaler Ansatz» zur Anwendung. Neben dem Einkommen wird zusätzlich berechnet, wie lange ein Haushalt mit seinem Vermögen den minimalen Lebensstandard sichern könnte. Für Haushalte von Personen im Rentenalter wird hingegen ein «eindimensionaler Ansatz» verwendet: Ein Teil der Reserven wird als Vermögensverzehr an das Einkommen angerechnet.
Ob Armut für Betroffene nur eine kurze Phase oder ein dauerhafter Zustand ist, spielt sowohl für die Armutserfahrung der Betroffenen wie auch für die Armutspolitik eine grosse Rolle. Bisher fehlen für die Schweiz dazu jedoch umfassende Längsschnittdaten, die es ermöglichen würden, die finanzielle Situation eines Individuums über längere Zeit zu beobachten.
Vorhandene Studien deuten darauf hin, dass rund die Hälfte der einmal von Armut betroffenen Menschen mindestens phasenweise auch längerfristige Armutserfahrungen macht. Je länger jemand von Armut betroffen ist, desto schlechter stehen seine oder ihre Chancen, der Armut nachhaltig zu entkommen.
Die Sozialhilfestatistik und die Statistik der Ergänzungsleistungen (EL) zur Alters- und Invalidenversicherung (AHV und IV) geben Auskunft über die Anzahl Personen, die während eines Jahres mindestens für eine gewisse Zeit existenzsichernde Bedarfsleistungen beziehen. Es handelt sich nicht um Armutsindikatoren im engeren Sinne. Sie geben aber einen Hinweis darauf, wie viele Menschen in der Schweiz auf Unterstützung angewiesen sind, um den Lebensunterhalt zu sichern.
Sozialhilfe erhalten Personen im Erwerbsalter und ihre Kinder, wenn ihr Einkommen nicht zum Leben reicht und keine vorgelagerte Leistung wie beispielsweise die Arbeitslosenversicherung den Bedarf deckt.
Ergänzungsleistungen erhalten Personen, die eine Rente der Alters- und Hinterbliebenenversicherung oder der Invalidenversicherung beziehen, davon aber nicht leben können.
Die Weltbank erfasst seit 1990 Daten zur globalen Armutssituation. Um die Armutsmessung zwischen den Ländern vergleichbar zu machen, verwendet sie eine einheitliche Währung. Die Kaufkraft des US-Dollars wird dabei in lokale Kaufkraft umgerechnet. Seit 2022 liegt diese globale Armutsgrenze bei 2,15 US-Dollar pro Tag. Wer von weniger als diesem Betrag pro Tag leben muss, gilt als «extrem arm». Diese Menschen sind nicht in der Lage, sich täglich die Menge an Gütern zu kaufen, die in den USA 2,15 Dollar kosten würden. Im Jahr 2024 lebten nach Prognosen der Weltbank weltweit rund 692 Millionen Menschen in extremer Armut.
Grenzen der Weltbank-Definition
Die Armutsgrenze der Weltbank dient vor allem dazu, internationale Vergleiche zu ziehen und die Fortschritte in der globalen Armutsbekämpfung zu messen. Sie ist für die Einschätzung der Armutssituation innerhalb einzelner Länder weniger geeignet und aus folgenden Gründen insgesamt kritisch zu betrachten:
Erstens bildet diese absolute Armutsgrenze ein sehr tiefes Konsumniveau ab, das auch in den ärmsten Ländern nur knapp das physische Überleben sichert. Andere Dimensionen von Armut wie der Zugang zu Gesundheitsversorgung und Bildung oder die gesellschaftliche Teilhabe sind dabei nicht berücksichtigt. Besonders reichere Länder legen die Armutsgrenze in der Regel so fest, dass nicht nur das physische Überleben garantiert ist, sondern auch ein minimales Mass an sozialer Teilhabe.
Zweitens berücksichtigt die Definition nicht die unterschiedlichen Kontexte, in denen sich die betroffenen Menschen befinden können. So macht es einen grossen Unterschied, ob eine Person von der Subsistenzlandwirtschaft lebt und sich teilweise oder vollständig selber mit Lebensmitteln versorgen kann, oder ob sie in der Stadt lebt und in einer Fabrik arbeitet.
Und schliesslich verfügen einige (vor allem reichere) Länder über eine ausgebaute soziale Sicherung, die für ärmere Menschen eine andere Realität schafft als in Ländern ohne ein solches staatliches Netz. Die Armutsgrenze der Weltbank berücksichtigt auch diese Unterschiede nicht.
Human Development Index
Der Human Development Index (HDI) ist kein Armutsindikator im engeren Sinne. Er ist vielmehr eine Kenngrösse für die Entwicklung eines Landes, die den Menschen statt das Wirtschaftswachstum ins Zentrum stellt. Der HDI berechnet die «menschliche Entwicklung» aller Länder anhand der drei Faktoren Lebenserwartung, Bildung und Pro-Kopf Einkommen.
Der HDI eines Landes hängt eng zusammen mit der Armutssituation. Ein Land mit einem tiefen HDI ist meist auch ein Land, in dem Armut weit verbreitet ist.

Zahlen zur Armut in der Schweiz
Wie viele Menschen sind von Armut betroffen?
Wie viele Menschen in der Schweiz leben am oder unter dem Existenzminimum? Welche Bevölkerungsgruppen sind besonders betroffen? Hier finden Sie die aktuellen Zahlen mit unseren Erläuterungen.
Wichtige Kennzahlen
Jedes Jahr berechnet das Bundesamt für Statistik das Ausmass der Armut in der Schweiz anhand der unter «Wie wird Armut in der Schweiz gemessen?» erläuterten Indikatoren. Hier ein Überblick über die wichtigstem Zahlen:
0
Menschensind von Armut betroffen.
(2024)
0
Menschensind armutsgefährdet.
(2024)
0
Menschensind trotz Erwerbstätigkeit armutsgefährdet.
(2024)
0
Kindersind armutsgefährdet.
(2024)
743'000 Menschen oder 8,4 Prozent der Bevölkerung in der Schweiz sind von Armut betroffen. Frauen sind etwas häufiger betroffen als Männer. Seit 2014 (6,7 Prozent) hat die Armut in der Schweiz zugenommen.
Etwa doppelt so viele Menschen, 16,4 Prozent der Bevölkerung, sind armutsgefährdet. Das sind alle Personen, die armutsbetroffen sind plus jene, die nur knapp über der Armutsgrenze leben. Der Anteil der Gesamtbevölkerung, der von Armut bedroht ist, hat seit 2014 (13,5 Prozent) ebenfalls zugenommen.
Arbeit reduziert das Armutsrisiko zwar deutlich, ist aber längst kein garantierter Schutz. 8,8 Prozent aller Erwerbstätigen sind von Armut betroffen oder bedroht (armutsgefährdet), das entspricht rund 357’000 Personen. Zu bedenken ist, dass vom Einkommen dieser Personen häufig ein ganzer Haushalt abhängt, sprich Kinder und Partnerin oder Partner. Insgesamt leben 821'000 Menschen in einem Working Poor Haushalt.
Jedes Fünfte Kind in der Schweiz ist von Armut betroffen und bedroht. Das entspricht vier bis fünf Kindern pro Schulklasse.
Weitere Zahlen und Grafiken finden Sie auf der Vertiefungsseite «Zahlen und Fakten».

Ursachen und Folgen von Armut
Warum sind Menschen arm?
Armut kann alle treffen. Die Ursachen sind vielfältig und komplex. Dieses Kapitel zeigt auf, wie der familiäre Hintergrund, die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen, aber auch bestimmte Übergänge oder plötzliche Ereignisse im Verlauf des Lebens das Armutsrisiko eines Menschen prägen.
Wie entsteht Armut?
Armut ist weder individuelles Versagen noch lässt sie sich auf eine einzelne Ursache zurückführen. Meist sind Menschen armutsbetroffen, weil individuelle Umstände und ungünstige gesellschaftliche Rahmenbedingungen zusammenspielen. Um diese Komplexität zu verstehen, eignet sich der sogenannte Capability Approach.
Persönliche Risiken treffen auf strukturelle Hürden
Nach diesem Verständnis sind für Menschen in Armut die Möglichkeiten eingeschränkt, ihr Leben selbstbestimmt zu gestalten. Diese begrenzten Handlungsmöglichkeiten entstehen, weil individuelle Risiken wie ein fehlender Bildungsabschluss, Gesundheitsprobleme oder ein unsicherer Aufenthaltsstatus auf strukturelle Hürden treffen. Zu diesen strukturellen Herausforderungen gehören etwa die fehlende Vereinbarkeit von Familie und Beruf, der begrenzte bezahlbare Wohnraum oder atypische und prekäre Arbeitsverhältnisse wie etwa Arbeit auf Abruf oder befristete Anstellungen. Auch plötzliche Lebensereignisse können in eine finanzielle Notlage führen, beispielsweise die Flucht in ein anderes Land, eine Scheidung oder eine schwere Erkrankung.
Armut ist kein persönliches Versagen
So ist Armut eine Folge von Umständen, die Betroffene kaum beeinflussen können. Die verschiedenen Faktoren verstärken sich häufig gegenseitig und erschweren ein Entkommen aus der Armutsfalle. Als Beispiel: Eine Person mit körperlichen Beschwerden und ohne Berufsausbildung gerät rascher in finanzielle Not als eine gesunde Person mit Tertiärbildung. Eine Aus- oder Weiterbildung ist nicht möglich, wenn keine existenzsichernden Stipendien zur Verfügung stehen und gleichzeitig hohe Behandlungskosten anfallen.
Armut hat schwerwiegende Folgen
Für die betroffenen Personen führt Armut in der Regel zu sozialer Ausgrenzung, Stigmatisierung, fehlenden Perspektiven sowie einer schlechten Wohn- und Gesundheitssituation. Armutsbetroffene haben auch häufiger nur schwer Zugang zu (Weiter-)Bildung und tragen ein hohes Verschuldungsrisiko. Auch die Gesellschaft spürt die verheerenden Auswirkungen von Armut. Armut und Ungleichheit können den sozialen Zusammenhalt gefährden, das Vertrauen in Institutionen senken sowie die wirtschaftliche Leistung eines Staates schwächen.
Armutsrisiken im Verlauf eines Lebens
Die Armutsrisiken unterscheiden sich je nach Lebensphase. Das folgende Modell zeigt diese Risiken in sechs Lebensphasen: Die Geburt und Kindheit, die schulische Ausbildung, die Jugend mit der beruflichen Ausbildung, das Erwerbsleben, die Familienphase und das Leben nach der Pensionierung. Die Übergänge zwischen den einzelnen Lebensphasen bringen besonders hohe Armutsrisiken mit sich. Das gilt vor allem dann, wenn es an Geld, Zeit oder an sozialer Unterstützung fehlt.
Aber nicht nur die geplanten Übergänge im Leben stellen kritische Momente dar. Auch unvorhergesehene Ereignisse wie der Abbruch einer Lehre, ein Jobverlust, eine Trennung oder ein Unfall können eine Abwärtsspirale auslösen.
Vor allem die frühen Lebensphasen sind entscheidend dafür, ob jemand im weiteren Verlauf des Lebens armutsgefährdet ist. Wer in jungen Jahren aufgrund seiner sozialen Herkunft benachteiligt ist und keine gezielte Unterstützung erhält, hat es langfristig deutlich schwerer. Diese Personen geraten in späteren Lebensphasen häufiger in prekäre Situationen.
Kinder müssen ausprobieren, entdecken und sich bewegen können. Bei benachteiligten Familien sind aber die Wohnungen oft eng und die Umgebung gefährlich. Den Eltern fehlen Zeit und Geld, um ihre Kinder zu begleiten. So haben betroffene Kinder bereits beim Kindergarteneintritt schlechtere Startchancen.
Die schlechteren Startchancen von Kindern aus einkommensschwachen Familien lassen sich während der Schulzeit kaum ausgleichen. Die Sorgen der Eltern ums Geld gehen an den Kindern nicht spurlos vorbei. Sie haben häufiger als andere Kinder emotionale, psychische und soziale Probleme. Betroffene Kinder müssen auf vieles verzichten, das für Gleichaltrige selbstverständlich ist, beispielsweise auf die Badi oder eine Geburtstagsparty.
In der Schule fallen armutsbetroffene Kinder häufiger zurück als Kinder aus reicherem Elternhaus. Ärmere Kinder können aufgrund der hohen Kosten weniger Nachhilfe in Anspruch nehmen. Und sie können vielfach nicht auf ein unterstützendes Netzwerk zurückgreifen. Das kann die Suche nach einer Berufsausbildung erschweren oder das Risiko für einen Lehrabbruch erhöhen.
Wer über keine anerkannte Ausbildung verfügt, hat geringere Chancen auf ein existenzsicherndes Einkommen und muss meist in prekären Jobs mit mangelnder sozialer Absicherung, zu einem tiefen Lohn und in tiefen Pensen arbeiten. Dies reicht kaum für den Lebensunterhalt, vor allem wenn Kinder im Spiel sind. Zudem führt zu einer tiefen Rente im Alter. Eine Weiterbildung zur Erhöhung der Chancen auf eine gute Arbeitsstelle können sich die wenigsten leisten.
Kinder sind ein Armutsrisiko. Viele Eltern, vor allem Mütter, reduzieren das Erwerbspensum, weil Kinderbetreuungsangebote nicht vorhanden oder viel zu teuer sind oder, beispielsweise bei Schichtarbeit, keine Lösung bieten. Das bedeutet tiefere Einkommen und führt später im Alter zu minimalen Renten. Gleichzeitig erhöht eine Scheidung oder Trennung das Armutsrisiko von Familien mit tiefen Einkommen.
Gegen Ende des Berufslebens wächst das Risiko, nach einem Stellenverlust zu den Langzeitarbeitslosen zu gehören. Wer über 50 ist und seinen Arbeitsplatz verliert, hat oft Mühe, wieder eine feste Anstellung zu finden. Phasen der Erwerbslosigkeit, jahrelange Teilzeitarbeit in einem kleinen Pensum oder Tieflöhne führen zu tiefen Renten im Alter. Besonders gefährdet sind Frauen, Alleinerziehende, Menschen mit tiefem Bildungsniveau sowie Personen mit Migrationshintergrund.

Armut im Alltag
Wie wirkt sich Armut im Alltag aus?
«Ich musste entscheiden, ob ich das Kind zum Zahnarzt schicken oder die Handy-Rechnung bezahlen soll.» Anhand von Einzelbeispielen erfahren Sie in diesem Kapitel, was ein Alltag mit Armut konkret bedeutet. Zudem erzählen Armutsbetroffene in eigenen Worten von ihrer Situation.
Leben mit wenig Geld
Claudia Schwarz lebt in der Schweiz und war jahrzehntelang von Armut betroffen. In diesem Video erzählt sie offen von ihrem Alltag, den Sorgen um Geld – und davon, was es bedeutet, in einem wohlhabenden Land dennoch nicht über die Runden zu kommen.
Beispiele prekärer Lebenssituationen
Jede Armutssituation ist anders. Diese sechs konkreten Einzelfälle aus den Caritas-Sozialberatungen illustrieren einzelne Aspekte und Herausforderungen eines Lebens in Armut.
Armut ist immer noch ein Stigma in der Schweiz. Alle Namen, Orte und andere Fakten, welche Rückschlüsse auf die Identität der Personen zulassen würden, sind daher geändert.
Valeria wohnt mit ihren beiden Kindern (7 und 12 Jahre alt) in einer Vier-Zimmer Wohnung in der Stadt Zürich. Die alleinerziehende Mutter arbeitet Teilzeit in einer Kinderkrippe und ist ergänzend auf Sozialhilfe angewiesen. Doch die aktuelle Wohnung liegt mit 160 Franken über dem Mietzinslimit, das von der Sozialhilfe übernommen wird. Valeria muss dringend eine günstigere Wohnung finden, da sie sonst die Differenz aus dem Grundbedarf der Sozialhilfe bezahlen müsste. Dieser ist aber ohnehin knapp berechnet und für Fixkosten und Alltagsausgaben wie Internet, Lebensmittel, Haushaltsführung, Tramtickets und Freizeit vorgesehen. Schon jetzt müssen sich die Kinder gegenüber Gleichaltrigen stark einschränken und auf Extras verzichten.
Die Suche gestaltet sich jedoch schwierig. Eine vergleichbare Wohnung zu einem günstigeren Preis ist in der Stadt Zürich kaum zu finden. Darum schaut Valeria inzwischen auch nach kleineren Wohnungen ab drei Zimmern. Sie wäre sogar bereit, ihr eigenes Schlafzimmer aufzugeben und im Wohnzimmer zu schlafen. Hauptsache, ihre Kinder behalten je ein eigenes Zimmer. Doch was Valeria findet, ist häufig nicht zumutbar. Viele Wohnungen sind entweder zu teuer, in einem schlechten Zustand oder liegen zu weit weg von ihrer Arbeitsstelle.
Amir lebt mit seiner Frau Ava in einer Einzimmerwohnung. Vor einem Monat ist ihre Tochter zur Welt gekommen. Als Amir im Jahr 2015 im Alter von 36 Jahren in die Schweiz kam, lebte er zunächst in einem Durchgangszentrum. Er wollte sich rasch integrieren. Er lernte die Sprache und fand eine Vollzeitstelle in der Küche einer Klinik. Eine Beschäftigung, für die er auch unregelmässige Dienste und Arbeit an Wochenenden in Kauf nimmt. Durch die Erwerbstätigkeit erhielt er eine Aufenthaltsbewilligung B, mit der er nach Afghanistan reisen und seine Verlobte Ava heiraten konnte.
Die Zustände in seinem Heimatland waren schwierig. Als Frau konnte Ava unter dem Taliban-Regime ihre bisherige Arbeit nicht mehr ausüben und sich auch nicht mehr frei bewegen. Amir wollte ihr deshalb rasch eine Ausreise ermöglichen. Doch die entsprechenden Dokumente kosteten Geld. Und zwar so viel, dass Amir in seiner Not Geld von Bekannten in der Schweiz lieh. Der Druck, mit seinem niedrigen Gehalt die Familie zu ernähren und auch noch die Schulden begleichen zu müssen, macht dem versierten Koch bis heute zu schaffen. Er hat oft schlaflose Nächte.
Sozialhilfe möchte Amir nicht beantragen, da dies die Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung C, einer sogenannten unbefristeten Niederlassungsbewilligung, deutlich verzögern würde. Mit einem gesichertem Aufenthaltsrecht hätte er insgesamt bessere Chancen. Das möchte Amir nicht aufs Spiel setzen.
Keine Ferien, wenig Freizeit: Der Alltag der drei Kinder der Familie S. in Renens (VD) ist von vielen Entbehrungen geprägt. Die Älteste, 10 Jahre alt, und ihre zwei Brüder von 8 und 5 Jahren wachsen in einem von Prekarität geprägten Umfeld auf. Ausflüge sind selten: «Es ist kompliziert, denn alles kostet. Und wir müssen essen», erklärt deren Mutter.
Der Vater arbeitet Vollzeit als Metallbau-Monteur. Die Mutter kümmert sich um ihre drei Kinder, insbesondere um den Jüngsten, der von Autismus betroffen ist und daher eine spezifische Begleitung braucht. Darüber hinaus lebt die Familie im Moment in einer kleinen Eineinhalb-Zimmer-Wohnung. Die Suche nach einer angemessenen Wohnung ist daher die absolute Priorität.
Da die Familie erst kürzlich in den Kanton Waadt gezogen ist, profitiert sie noch nicht von den kantonalen Ergänzungsleistungen für Familien (Familien-EL). Sie erhält im Moment einzig Unterstützung von Caritas Waadt, namentlich die Kulturlegi, damit sie Caritas-Markt und im Caritas-Secondhand-Laden Kleider, insbesondere für die Kinder, kaufen kann.
Trotz der Schwierigkeiten bewahrt die Mutter Hoffnung: «Wir versuchen, unseren Kindern unsere Situation zu erklären, indem wir ihnen sagen, dass sie vorübergehend ist.»
Chantal studiert Gestaltung und Kunst an der Fachhochschule in Bern. Dass sie heute studieren kann, ist keine Selbstverständlichkeit. Obwohl sie gute Noten hatte, brach sie kurz vor der Matura die Schule ab. Die ständigen abwertenden Bemerkungen einer Lehrperson machten ihr zu schaffen. Diese äusserte stets geringe Erwartungen und glaubte nicht an eine erfolgreiche Laufbahn für Chantal.
Erst Jahre später konnte Chantal ihren Bildungsweg wieder aufnehmen. Heute leitet sie eine Reiningungskooperative und studiert nebenher. Finanziell reicht das Geld kaum zum Leben. Obwohl sie Sozialhilfe bezieht, muss sie die Ausbildung aus eigener Tasche bezahlen. Chantal muss einen Teil des ohnehin knappen Budgets opfern, das eigentlich für das Essen reserviert ist. Sie stösst immer wieder auf strukturelle Hürden. Die Regeln der Sozialhilfe machen es ihr nicht leichter: Die Leistungen sind auf eine rasche Erwerbsintegration und Ablösung ausgerichtet und nicht in erster Linie auf eine nachhaltige Verbesserung der Lebenssituation. Auch öffentliche Stipendien kommen nicht infrage, da es sich um eine Zweitausbildung handelt und sie mit ihren 44 Jahren die Altersgrenze überschreitet.
Infolge einer Depression ist Anne-Catherine seit zwei Jahren arbeitsunfähig. Bevor sie krankgeschrieben wurde, hat sie in einer Immobilienfirma gearbeitet. Nun läuft der Anspruch auf Krankentaggeld aus. Die IV hat ihr vorgeschlagen, an einem Programm zur beruflichen Wiedereingliederung teilzunehmen. Allerdings hätte sie dafür zur Behandlung ihrer Krankheit einen zweimonatigen Aufenthalt in einer Klinik, machen müssen. Zwar hätte die Krankenkasse den Aufenthalt bezahlt. Aber für die laufenden Kosten wie die Miete ihres Studios, Versicherungen etc. hätte sie weiterhin aufkommen müssen. Und dann sind die Psychotherapie, für die sie den Selbstbehalt bezahlen muss. Da sie bei der Krankenkasse eine Franchise von 2500 Franken abgeschlossen hat, fällt dieser Betrag stark ins Gewicht. Da Anne-Catherine über keine finanziellen Reserven verfügt, befürchtet sie, auf den Klinikbesuch und damit auch auf die Wiedereingliederung verzichten zu müssen.
Ihre Arbeitsunfähigkeit beträgt nur 70 Prozent. Anne-Catherine muss sich beim RAV anmelden, hat aber wenig Hoffnung, eine Anstellung zu finden. Eigentlich sieht sie nur den Ausweg sich zu verschulden. Sie weiss aber, dass sie sich die Zukunft damit komplett verbauen könnte und wendet sich daher an die Schuldenberatung.
Frau M. ist alleinerziehende Mutter von zwei Kindern. Sie arbeitet 80 Prozent in der Lebensmittelproduktion und verdient 3'430 Franken netto im Monat, Kinderzulagen eingerechnet. Das sind 30 Franken mehr als das sozialhilferechtliche Existenzminimum von CHF 3'400 im Kanton St. Gallen. Sie erhält daher keine Sozialhilfe.
Frau M. kommt regelmässig zur Budgetberatung der Caritas St. Gallen-Appenzell, obwohl sie eine vorbildliche Buchhalterin ist. Allerdings: Sparpotenzial ist kaum vorhanden. Sie gibt fast kein Geld aus.
Der Fall von Frau M. zeigt exemplarisch auf, was Working Poor bedeutet. Bis vor wenigen Jahren konnte sie ihre Fixkosten knapp bewältigen, sofern sie nur reduzierte Lebensmittel kaufte, etwa im Caritas-Markt. Mit der Teuerung seit 2022 hat sich ihre Situation zugespitzt. Frau M. steht regelmässig vor der Wahl, Lebensmittel zu kaufen oder Rechnungen zu bezahlen. Was das Budget nicht abdecken kann, sind ausserordentliche Kosten. Tochter Vanessa beginnt bald eine Lehre, für die sie täglich in die Stadt pendeln muss. Vanessa braucht ausserdem einen Laptop und Schulbücher. Erspartes gibt es keines.
© Caritas Schweiz

Interaktiver Armutsparcours
Leben an der Armutsgrenze - wie entscheiden Sie?
Jeden Rappen umdrehen, täglich schwierige Entscheidungen treffen und oft aus dem sozialen und gesellschaftlichen Leben ausgeschlossen sein: Das sind nur einige der Herausforderungen, mit denen armutsbetroffene Menschen konfrontiert sind. Wie würde es Ihnen ergehen? Machen Sie sich auf den Weg.
Ein Leben an der Armutsgrenze
Schicke ich mein Kind mit den Zahnschmerzen zum Zahnarzt oder lasse ich den Kühlschrank reparieren? Mache ich eine Weiterbildung oder ernähre ich mich gesund und ökologisch? Für viele Menschen in der Schweiz gehören solche Entscheidungen zum Alltag. Obwohl die Schweiz zu den reichsten Ländern der Welt zählt, leben auch hier zahlreiche Menschen in prekären finanziellen Verhältnissen.
Wie würden Sie mit einem so knappen Budget zurechtkommen? Finden Sie es in diesem Parcours heraus und erhalten Sie einen Eindruck davon, wie sich ein Leben an der Armutsgrenze auf den Alltag auswirkt.


