Mali: Projekt P210047

Schutz, Förderung und Respektierung der Rechte von migrierenden Kindern

  

 
 

Kontext und Problemstellung

Die malische Gesellschaft hat mit zahlreichen Problemen zu kämpfen, die den Alltag der Bevölkerung erschweren. Ursachen sind unter anderem der Klimawandel, Konflikte, politische Instabilität und eine fragile Sicherheitslage, sowie eine schwache Wirtschaft.

Neun Jahre nach dem Ausbruch der ersten Krise im Land gehen Schätzungen davon aus, dass rund 3,4 Millionen Menschen schutzbedürftig sind. 61% der 346 864 Binnenflüchtlinge sind Kinder, die von Rechtsverletzungen bedroht sind. Regionale Faktoren verstärken diese interne Dynamik, die Kinder in die Migration treibt. Die Situation in Mali als  Ausgangs-, Transit- und Aufnahmeland für Flüchtige ist durch diese unterschiedlichen Migrationsströme geprägt. Der malische Staat verfügt zwar über einen gesetzlichen Rahmen zur Förderung und zum Schutz von Kinderrechten, hat aber zu wenig Ressourcen, um die Bestimmungen anzuwenden.

Bedingt durch die Migrationssituation sind in vielen Fällen nicht einmal die Grundbedürfnisse der Kinder gedeckt (wohnen, essen, Zugang zu Wasser, Schule, Gesundheitsversorgung etc.). Oft sind sie grossen Risiken ausgesetzt: den schlimmsten Formen von Ausbeutung und Arbeitssituationen, insbesondere Menschenhandel, Kinderzwangsarbeit in Goldwaschanlagen und Zwangsrekrutierung von Kindersoldaten für paramilitärische Einheiten. Kinder auf der Flucht sind besonders häufig Schmugglern, Menschenhändlern und Ausbeutern ausgeliefert.

 

Unsere Ziele

Das Projekt hat drei Säulen:

  1. Das schützende Umfeld der migrierenden Kinder in Mali wird darin gestärkt, die Risiken für Kinderrechtsverletzungen zu erkennen.
  2. Migrierende Kinder erhalten Unterstützung und Schutz in Risikosituationen.
  3. Relevante staatliche und nicht-staatliche Akteure werden durch Sensibilisierung, Informations- und anwaltschaftliche Arbeit bei der Entwicklung von politisch-juristischen Schutzmassnahmen unterstützt.

Die Massnahmen werden parallel in Bamako, Mopti/Sévaré und der Region Gao durchgeführt. Diese Regionen wurden gewählt, weil sie für migrierende Kinder wichtige Transit- und Zieldestinationen darstellen. Die Durchführung des Projekts erfolgt in zwei Phasen: 1) Umsetzung auf der Route Bamako-Sévaré/Mopti in Kooperation mit dem Danish Refugee Council (DRC). 2) Wiederholung des Projekts in der Region Gao in Zusammenarbeit mit dem Actions Tartit pour le Développement Durable (ATDED) und der Association Malienne des Droits de l’Homme (AMDH).

 

Unsere Wirkung

Durch ein systematisches Empowerment der für den Kindesschutz verantwortlichen staatlichen und nicht-staatlichen Akteure trägt das Projekt zu einer genaueren Anwendung der gesetzlichen Bestimmungen bei. Gleichzeitig wird die Bedeutung des Themas im Land gestärkt und die Governance verbessert. Auch stellt das Projekt für die Kinder direkte Unterstützung bereit (z.B. psychosoziale Hilfe, Unterkunft, Lebensmittel oder Rechtsberatung) und vermittelt sie an spezialisierte Beratungsstellen (z.B. bei Familienzusammenführung).

Das Projekt sensibilisiert die Aufnahmegemeinschaften für die spezifischen Bedürfnisse der Kinder und stärkt die Menschen, die direkt mit den Kindern arbeiten. Des Weiteren unterstützt das Projekt die Koordination der Massnahmen zwischen den Hilfswerken.   

 

Themen und Ansätze

Caritas Schweiz setzt sich für eine selbstbestimmte, menschenwürdige und sichere Migration ein. Grundlage des Projekts bilden die Rechte eines jeden Menschen, insbesondere von Kindern, auf Schutz, Förderung und eine gesunde und sichere Entwicklung. Die Projektziele werden durch die aktive Zusammenarbeit zwischen Caritas Schweiz (verantwortlich für  Projektmanagement, Finanzierung, Compliance), DRC (verantwortlich für den Schutz und die Situationsanalyse der Kinder, Stärkung der lokalen Akteure und Entwicklung von Synergien), AMDH (verantwortlich für Rechtsberatung und anwaltschaftliche Arbeit) und ATDED (verantwortlich für Evaluierung/ Ortung der Goldwaschstellen sowie Sensibilisierung) erreicht.

Alle Projekte von Caritas Schweiz in Mali sind Kooperationsprojekte und verfolgen einen partizipativen Ansatz. Dieser zielt darauf ab, das Engagement der Gemeinschaft/Zivilgesellschaft zu stärken, sowie die staatlichen Akteure zu stärken. Durch diesen Ansatz wird die langfristige Wirkung des Projekts sichergestellt.

 

Projekt P210047

Thema
Migration


Projektdauer
Langfristige Kinderpatenschaft


Budget
Rund 348'000 Schweizer Franken pro Jahr


Projektgebiete
Mali, Regionen Bamako und Mopti


Zielgruppen
Direkt Begünstigte: 1'920 Kinder (60% Jungen / 40% Mädchen) begleitet oder unbegleitet, und 75 Vertreterinnen und Vertreter der malischen Zivilgesellschaft, die sich in den Bereichen Migration und Menschenrechte engagieren.
Indirekt Begünstigte: Die Gemeinschaften, die die Kinder aufnehmen (ungefähr 36'000 Personen)


Finanziert durch
Caritas Schweiz, DEZA

 

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