Kolumbien: Projekt P220042

Schutz und Rechte von Kindern venezolanischer Migrantenfamilien fördern

 
 

Kontext und Problemstellung

Die venezolanische Flüchtlingskrise ist die grösste Migrationsbewegung in der Geschichte von Lateinamerika. Mehr als 6 Mio. Menschen haben bereits das Land verlassen. Korruption, politisches Unvermögen und Hyperinflation haben dazu geführt, dass die Menschen alles verloren haben und ihre Grundbedürfnisse nicht mehr decken können.

Kolumbien hat mit über 1.8 Mio. venezolanischen Migranten und Migrantinnen von den Aufnahmeländern am meisten Flüchtlinge aufgenommen, was das Land vor grosse Herausforderungen stellt. Kolumbien hat selbst nahezu 8 Millionen intern vertriebene Menschen. Weiter ist Kolumbien eines der Länder mit der grössten Ungleichheit zwischen den armen und reichsten Bevölkerungsschichten. Dies zeigt sich besonders in den grossen Städten wie beispielsweise Medellín. Die Migrantenfamilien lassen sich oft in den verarmten dicht besiedelten Stadtteilen nieder und mieten sich Zimmer oder einzelne Schlafplätze in schlechten, überfüllten Wohnhäusern mit prekären hygienischen Bedingungen. Ihr Alltag dort ist geprägt von Kriminalität, Armut, Streitigkeiten und (sexueller) Gewalt. Insbesondere Kinder und Jugendliche werden oft vernachlässigt und benötigen Schutz vor Missbrauch und Ausbeutung sowie Hilfe bei der Wahrung ihrer grundlegenden Rechte.

 

Unsere Ziele

Das Projekt hat zum Ziel, den Schutz und die Rechte von geflüchteten Kindern und ihren Familien, die in schwierigen Wohnverhältnissen leben müssen, zu fördern, psychosoziale und pädagogische Unterstützung zu gewährleisten und Gewalt ihnen gegenüber vorzubeugen.

 

Unsere Wirkung

Das Projekt hilft venezolanischen und kolumbianischen Kindern und Jugendlichen in prekären Wohnverhältnissen, ihre Rechte zu verstehen und zu lernen, wie sie respektvoller zusammenleben können. Die Jungen lernen mit spezifischen Aktivitäten die Geschlechterrollen zu überdenken und wie sie Konflikte gewaltfrei lösen können. Mädchen lernen in Trainings, über Übergriffe zu sprechen und sie in Texten zu verarbeiten, welche für Sensibilisierungskampagnen der Öffentlichkeit genutzt werden. Zusätzlich bietet das Projekt den Kindern und Jugendlichen schulische Nachhilfe an. Die Familien der Kinder werden zu ihren Rechten beraten und eine psychosoziale Begleitung können sowohl Kinder als auch die Erwachsenen für die Lösung von Konflikten in Anspruch nehmen. Eine familiäre Beratung hilft festzulegen, ob die Rechte der Heranwachsenden in den Wohnhäusern eingehalten sind oder ob Verbesserungsmassnahmen getroffen werden müssen. Bei groben Verstössen werden die Minderjährigen zu ihrem eigenen Schutz an die Behörden überwiesen. Monatlich werden mit den Bewohnern Freizeitaktivitäten durchgeführt, um den Gemeinschaftssinn zu stärken. Zudem wird in einer monatlichen Hausversammlung die aktuelle Situation analysiert und Verbesserungsmöglichkeiten vereinbart. Wohnhäuser, die sich besonders für die Rechte und den Schutz der Kinder einsetzen, erhalten eine symbolische Zertifizierung.

 

Themen und Ansätze

Das Projekt ist im Themenbereich Migration angesiedelt. Durch die Zusammenarbeit mit der lokalen Partnerorganisation Combos, welche das Projektgebiet sehr gut kennt und seit vielen Jahren dort arbeitet, können die Begünstigten sehr bedarfsgerecht unterstützt werden. Combos fördert die politische, ökonomische und soziokulturelle Inklusion benachteiligter Bevölkerungsgruppen mittels Bildungs-, Präventions- und Unterstützungsprogrammen. Die Interventionsgebiete der NGO liegen in den von Armut und Kriminalität geprägten Vierteln Medellíns, in denen sich seit dem Ausbruch der Migrationskrise im Nachbarland viele Venezolanerinnen und Venezolaner niedergelassen haben.

 

Projekt P220042

Thema
Migration


Projektdauer
Langfristige Kinderpatenschaft


Budget
Rund 150'000 Schweizer Franken pro Jahr


Projektgebiete
Kolumbien, Provinz Antioquia (Medellin)


Zielgruppen
Venezolanische und kolumbianische Kinder und Jugendliche (6-17 Jahre), venezolanische Migrantenfamilien, kolumbianische Familien


Finanziert durch
DEZA

 

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