Haiti: Projekt P220068

Bargeldüberweisungen für eine bessere Ernährungssicherheit

 
 

Kontext und Problemstellung

2020 rangierte Haiti im UN-Index der menschlichen Entwicklung (HDI) auf Platz 170 von 189 Ländern. Viele Menschen leben in Armut oder extremer Armut. Die Gründe dafür sind vielschichtig. Die Armut spiegelt sich unter anderem in einer tiefen Alphabetisierungsquote, einer Lebenserwartung von nur 61,8 Jahren (2019), einer hohen Kindersterblichkeit und bedeutenden Ungleichheit zwischen den Geschlechtern. Die grosse Mehrheit der Bevölkerung hat keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser, Strom, sanitären Einrichtungen und Krankenversicherung. Darüber hinaus wird Haiti immer wieder von Naturkatastrophen heimgesucht. Es steht an fünfter Stelle der Länder, die am stärksten von diesen Katastrophen gefährdet sind. Nebst diesen Faktoren verschärft der schwache heimische Agrarsektor in Verbindung mit einer starken Abhängigkeit von Nahrungsmittelimporten die bestehende Ernährungsunsicherheit. Mehr als die Hälfte der auf dem Markt erhältlichen Nahrungsmittel wird importiert, insbesondere Reis (83 %).
Gemäss IPC (Integrated Food Security Phase Classification – eine standardisierte Skala, die die Ernährungssituation in einer Region in fünf Phasen einteilt) waren im September 2021 14 % der Bevölkerung (1 301 546 Personen) der IPC-Stufe 4 – Notsituation, und 30 % (2 935 302 Personen) der Stufe 3 – Krise, zuzurechnen. Damit waren 44 % der Bevölkerung dringend auf Nahrungsmittelhilfen angewiesen. Das Departement Nippes wird im Rahmen des Projekts priorisiert, da sich hier in verschiedenen Gemeinden – insbesondere Grand Boucan, Paillant und Petite-Rivière-de-Nippes – besonders viele Menschen in einer Notsituation befinden (IPC 4).

 

Unsere Ziele

Unterstützung durch Bargeldüberweisungen von Menschen, die von Ernährungsunsicherheit der Stufen 3 und 4 betroffen sind.

 

Unsere Wirkung

In Zusammenarbeit mit dem Welternährungsprogramm, den lokalen Behörden und der Partnerorganisation AHAAMES (Association Haïtienne d’Assistance Agricole, Médicale, Educative et Sociale) überweist Caritas Schweiz je 400 US-Dollar an 1 500 Haushalte, die von Ernährungsunsicherheit der Stufen 3 oder 4 betroffen sind und somit dringend Hilfe benötigen. Die Projektbegünstigten werden anhand bestimmter Vulnerabilitätskriterien ausgewählt. Unter anderem werden Haushalte mit Kindern unter fünf Jahren, die von moderater bis akuter Mangelernährung betroffen sind, bevorzugt. Das Geld wird in vier Tranchen zu je 100 US-Dollar mithilfe der Wallet-App «MonCash» der Firma Digicel überwiesen. Die Begünstigten erhalten ihre Gutschrift somit direkt auf ihr Mobiltelefon. Caritas Schweiz stellt sicher, dass auch Begünstigte ohne Mobiltelefon das Geld problemlos erhalten. Mit diesem Vorgehen wird sowohl die Sicherheit der Begünstigten wie die der Projektmitarbeitenden gewährleistet. Denn es wäre sehr umständlich und auch riskant, grosse Summen Bargeld auf sich zu tragen. Gleichzeitig wird Aufklärungsarbeit in Bezug auf Ernährungsfragen geleistet. Zuden werden Menschen beraten und begleitet, wenn sie an gesundheitlichen Problemen leiden.
Nach der vollständigen Überweisungen wird Caritas Schweiz gemeinsam mit ihrem Umsetzungspartner eine Befragung durchführen, um die Wirkung dieser Massnahmen zu eruieren.

 

Themen und Ansätze

Bei der Verteilung von Bargeld handelt es sich um eine Nothilfemassnahme. Jeder Haushalt ist damit in der Lage, eigenständig die am dringendsten benötigten Güter zu beschaffen. Ausserdem belebt dieser Ansatz den lokalen Markt, da die Begünstigten die Güter in ihrem näheren Wohnumfeld einkaufen dürften. Das wiederum kurbelt die lokale Nahrungsmittelproduktion an. Importen grosser Nahrungsmittelmengen in Notsituationen kann so entgegenwirkt werden.

 

Projekt P220068

Thema
Humanitäre Hilfe


Projektdauer
29.08.2022–28.04.2023


Budget
963 662 Schweizer Franken


Projektgebiete
Département Nippes, Haiti
Gemeinden Grand Boucan, Paillant und Petite-Rivière-de-Nippes


Zielgruppen
1500 Menschen, die unter starker Ernährungsunsicherheit leiden


Finanziert durch
World Food Programme, DEZA

 

Ihre Spende

 

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