Katastrophenhilfe Schweiz

Bergsturz in Bondo: Hilfe in Härtefällen

Der Bergsturz am Südbündner Piz Cengalo hat Ende August 2017 das Dorf Bondo in eine gravierende Notlage gebracht. Heute ist der Wiederaufbau der beschädigten Gemeindeinfrastruktur in vollem Gange. Auch werden Schutzbauten instandgestellt und erweitert. Caritas Schweiz hilft in Kooperation mit der Glückskette.

 

Drei Millionen Kubikmeter Gestein stürzten am 23. August 2017 vom Piz Cengalo in den Bergeller Alpen zu Tal. Die anschliessenden Murgänge lösten eine Lawine aus Fels, Schutt und Schlamm aus, die eine fünf Kilometer lange Geröllwüste hinterliess und im Dorf Bondo in der Gemeinde Bregaglia Häuser, Strassen und Infrastrukturen zerstörte. Ein weiterer Murgang wenige Tage danach verursachte weitere Schäden. Die Einwohnerinnen und Einwohner mussten über Wochen aus ihren Häusern evakuiert werden.

Neun Gebäude mit Totalschaden mussten abgerissen werden. Ein grosser Teil der beschädigten Gemeindeinfrastruktur konnte bereits wieder aufgebaut werden. So funktioneren etwa Trinkwasser- und Stromversorgung schon seit längerer Zeit wieder. Ein vergrössertes Geschieberückhaltebecken soll bald gebaut werden, das der Bevölkerung mehr Schutz bieten soll. Denn weitere Felsmassen sind absturzgefährdet und durch starke Regenfälle können rasch neue Schlammlawinen ausgelöst werden. Der Bau der neuen Schutzbauten wird voraussichtlich 2023 abgeschlossen sein.

Koordinierter Einsatz der Spenden 

Die Gemeinde Bregaglia kann bei den Räumungs- und Wiederinstandstellungsarbeiten sowie der neu zu erstellenden Schutzbauten auf die Unterstützung der Hilfswerke zählen. Damit die 14 Millionen Franken Spendengelder koordiniert und nach einheitlichen Kriterien eingesetzt werden, hat die Bündner Regierung eine Spendenkommission eingesetzt. Caritas Schweiz vertritt in der Kommission die Interessen der Stiftung Glückskette. Diese hat Caritas Schweiz mandatiert für die Umsetzung jener Hilfe, die mit den Glückskette-Spenden finanziert werden soll. 

Die Caritas hat ausserdem der Spendenkommission aus der eigenen Sammlung Spenden in der Höhe von 1,3 Millionen Franken zur Verfügung gestellt. Die Kommission kann diesen Beitrag dort einsetzen, wo der Bedarf am dringlichsten ist.

Die Beurteilung der Gesuche von privatrechtlichen Akteuren hat die Kommission insbesondere im letzten Jahr stark beschäftigt. Der Grossteil der Gesuche konnte beurteilt und finanziert werden. Selbstverständlich können immer noch Unterstützungsgesuche an die Spendenkommission gestellt werden.