Katastrophenhilfe Schweiz

Bergsturz in Bondo

Der Bergsturz am Südbündner Piz Cengalo hat  im August 2017 das Dorf Bondo in eine gravierende Notlage gebracht. Heute ist der Wiederaufbau der beschädigten Gemeindeinfrastruktur noch immer im Gange. Auch sind umfangreiche neue Schutzbauten geplant. Caritas Schweiz hilft in Kooperation mit der Glückskette.

 

Drei Millionen Kubikmeter Gestein stürzten am 23. August 2017 vom Piz Cengalo in den Bergeller Alpen zu Tal. Die anschliessenden Murgänge lösten eine Lawine aus Fels, Schutt und Schlamm aus, die eine fünf Kilometer lange Geröllwüste hinterliess und im Dorf Bondo in der Gemeinde Bregaglia Häuser, Strassen und Infrastrukturen zerstörte. Ein weiterer Murgang wenige Tage danach verursachte weitere Schäden. Die Einwohnerinnen und Einwohner mussten über Wochen aus ihren Häusern evakuiert werden.

Neun Gebäude mit Totalschaden mussten abgerissen werden. Ein grosser Teil der beschädigten Gemeindeinfrastruktur konnte bereits wiederaufgebaut werden. Ein vergrössertes Geschiebe­rückhaltebecken soll gebaut werden, das der Bevölkerung mehr Schutz bieten wird. Denn weitere Felsmassen sind absturzgefährdet und durch starke Regenfälle können rasch neue Schlammlawinen ausgelöst werden. Der Spatenstich für die  neuen Schutzbauten wird im Herbst 2021 erfolgen und der Bau voraussichtlich 2024 abgeschlossen sein.

Koordinierter Einsatz der Spenden

Die Gemeinde Bregaglia kann bei den Räumungs- und Wieder­instandstellungsarbeiten sowie der neu zu erstellenden Schutzbauten auf die Unterstützung der Hilfswerke zählen. Diese leisten umfangreiche Beiträge an die Restkosten, welche die Gemeinde sonst alleine tragen müsste. Damit die 14 Millionen Franken Spendengelder koordiniert und nach einheitlichen Kriterien eingesetzt werden, hat die Bündner Regierung eine Spendenkommission eingesetzt. Caritas Schweiz vertritt in der Kommission die Interessen der Stiftung Glückskette. Diese hat Caritas Schweiz mandatiert für die Umsetzung jener Hilfe, die mit den Glückskette-Spenden finanziert werden soll.

Die Caritas hat ausserdem der Spendenkommission aus der eigenen Sammlung Spenden in der Höhe von 1,3 Millionen Franken zur Verfügung gestellt. Die Kommission kann diesen Beitrag dort einsetzen, wo der Bedarf am dringlichsten ist.

Die Beurteilung der Gesuche von Privatpersonen, KMU oder Genossenschaften hat die Kommission in den letzten Jahren stark beschäftigt. Diese Gesuche konnten beurteilt und mehrheitlich finanziert werden. Dieser Prozess ist grösstenteils abgeschlossen.