Vernissage Almanach Entwicklungspolitik 2022

Die Energiewende muss global gelingen

Um die Treibhausgasemissionen zu eliminieren, ist eine globale Energiewende zwingend. Doch während sie in reichen Industriestaaten nur schleppend vorankommt, haben weltweit mehr als 700 Millionen Menschen noch immer gar keinen Zugang zu Energie. Diesem Widerspruch geht der Almanach Entwicklungspolitik 2022 «Klimaschutz und Energiewende» auf den Grund. Auch an der gut besuchten Vernissage im Stattkino Luzern wurde dieser Aspekt vertieft.

 

Ein Viertel der Menschen sind für 80 Prozent der globalen CO2-Emissionen verantwortlich. «Die Hauptverursacher der Klimaschäden stehen in der Pflicht, endlich die Verantwortung gegenüber dem globalen Süden als auch den kommenden Generationen wahrzunehmen», appellierte Franziska Koller, Mitglied der Geschäftsleitung von Caritas Schweiz, in ihrer Begrüssung an das Prinzip der Klimagerechtigkeit. Die unzähligen Klimakonferenzen, die bereits stattgefunden haben, ergeben leider ein düsteres Bild: Wir sind alles andere als auf Kurs, das Ziel einer Erderwärmung von maximal 1.5 Grad zu erreichen.

Die Schweiz, die mit ihrem hohen konsumbasierten Klimafussabdruck in den Top Ten aller Länder weltweit liegt, ist mitverantwortlich für diese Situation. Der erste Referent, der Klimaexperte Georg Klingler Heiligtag von Greenpeace Schweiz, kritisierte, dass sich das Land zwar an das Fernziel der Netto-Null-Emissionen klammert, dass es aber nicht sagt, wie dieses Ziel zu erreichen ist. Um einen gerechten Beitrag an das Ziel des Pariser Klimaabkommens zu leisten, müsste die Schweiz ihre Emissionen viel stärker als heute reduzieren, zumal sie in der Vergangenheit überproportional stark von der Nutzung fossiler Brennstoffe profitiert hat. (Fortsetzung folgt nach der Bildergalerie)

 

Impressionen von der Buchvernissage «Klimaschutz und Energiewende» (27.10.2021)

Vernissage Almanach Entwicklungspolitik 2022
Franziska Koller, Leiterin des Bereichs Internationale Zusammenarbeit und Mitglied der Geschäftsleitung von Caritas Schweiz, begrüsste die Gäste im Stattkino Luzern.
Vernissage Almanach Entwicklungspolitik 2022
Georg Klingler Heiligtag, Klimaexperte bei Greenpeace Schweiz, sprach über die ungenügende Rolle der Schweiz im internationalen Klimaschutz.
Vernissage Almanach Entwicklungspolitik 2022
Arabela Philipona, Wissensmanagerin Klima bei Caritas Schweiz, erläuterte die Energiearmut und welche Folgen sie für Betroffene im Globalen Süden hat.
Vernissage Almanach Entwicklungspolitik 2022
Elias Kost, Geschäftsführer der NGO Solafrica, sprach über das Potenzial der Solarenergie in Afrika.
Vernissage Almanach Entwicklungspolitik 2022
Manuela Specker, Herausgeberin des Almanachs Entwicklungspolitik, führte durch den Abend.
Vernissage Almanach Entwicklungspolitik 2022
Der Saal im Stattkino Luzern war fast bis auf den letzten Platz besetzt.
Vernissage Almanach Entwicklungspolitik 2022
Der Einspieler mit der Klima- und Energieexpertin Rose Mutiso aus Kenya.
Vernissage Almanach Entwicklungspolitik 2022
Spielte die Hauptrolle: Der neue Almanach Entwicklungspolitik (Klimaschutz und Energiewende), der von Caritas Schweiz herausgegeben wird.
Vernissage Almanach Entwicklungspolitik 2022
Janine Kuriger, die Leiterin des Globalprogramms „Klimawandel und Umwelt“ bei der DEZA, im Gespräch mit Franziska Koller, Geschäftsleitungsmitglied bei der Caritas Schweiz.
Vernissage Almanach Entwicklungspolitik 2022
Gäste der Buchvernissage im Gespräch beim anschliessenden Apéro im Bourbaki Luzern.
Vernissage Almanach Entwicklungspolitik 2022
Stefan Gribi, Leiter Kommunikation bei Caritas Schweiz, im Gespräch mit Präsidiumsmitglied Gülcan Akkaya, Dozentin und Projektleiterin an der Hochschule Luzern.
Vernissage Almanach Entwicklungspolitik 2022
Gäste der Buchvernissage im Gespräch beim anschliessenden Apéro im Bourbaki Luzern. Bilder: Nique Nager
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Franziska Koller, Leiterin des Bereichs Internationale Zusammenarbeit und Mitglied der Geschäftsleitung von Caritas Schweiz, begrüsste die Gäste im Stattkino Luzern.
Georg Klingler Heiligtag, Klimaexperte bei Greenpeace Schweiz, sprach über die ungenügende Rolle der Schweiz im internationalen Klimaschutz.
Arabela Philipona, Wissensmanagerin Klima bei Caritas Schweiz, erläuterte die Energiearmut und welche Folgen sie für Betroffene im Globalen Süden hat.
Elias Kost, Geschäftsführer der NGO Solafrica, sprach über das Potenzial der Solarenergie in Afrika.
Manuela Specker, Herausgeberin des Almanachs Entwicklungspolitik, führte durch den Abend.
Der Saal im Stattkino Luzern war fast bis auf den letzten Platz besetzt.
Der Einspieler mit der Klima- und Energieexpertin Rose Mutiso aus Kenya.
Spielte die Hauptrolle: Der neue Almanach Entwicklungspolitik (Klimaschutz und Energiewende), der von Caritas Schweiz herausgegeben wird.
Janine Kuriger, die Leiterin des Globalprogramms „Klimawandel und Umwelt“ bei der DEZA, im Gespräch mit Franziska Koller, Geschäftsleitungsmitglied bei der Caritas Schweiz.
Gäste der Buchvernissage im Gespräch beim anschliessenden Apéro im Bourbaki Luzern.
Stefan Gribi, Leiter Kommunikation bei Caritas Schweiz, im Gespräch mit Präsidiumsmitglied Gülcan Akkaya, Dozentin und Projektleiterin an der Hochschule Luzern.
Gäste der Buchvernissage im Gespräch beim anschliessenden Apéro im Bourbaki Luzern. Bilder: Nique Nager
 

Bilder: Nique Nager

 

Ganz anders präsentiert sich die Situation im Globalen Süden, wo es an Energie mangelt und Menschen in der Armut gefangen bleiben. Arabela Philipona, Wissensmanagerin Klima bei Caritas Schweiz, erläuterte, wie die mangelnde Energieversorgung sowohl Ursache als auch die Folge von Armut ist - und welche Konsequenzen Energiearmut für Betroffene hat. In Haiti beispielsweise sind 75 Prozent der Menschen auf Holz und Pflanzenabfälle angewiesen, um ihr Essen kochen zu können. Sie setzen sich damit nicht nur enormen Gesundheitsrisiken aus, sondern ein Grossteil ihres Alltags ist bestimmt von der Suche nach brennbarem Material. Anschliessend zeigte sie auf, wie die Entwicklungszusammenarbeit Massnahmen der Klimaadaption mit Massnahmen der Energieeffizienz kombiniert, damit Betroffene auch besser mit klimawandelbedingten Ereignissen umgehen können.

Es ist ein Skandal, dass ausgerechnet jene Menschen am stärksten vom Klimawandel betroffen sind, die am wenigsten dazu beitragen. Zum Vergleich: Der Stromverbrauch, der in Kalifornien durch Videospiele entsteht, entspricht dem Stromverbrauch von ganz Senegal, wie die kenyanische Physikerin und Energieexpertin Rose Mutiso in einem Videotalk verdeutlicht, der an der Vernissage gezeigt wurde. Die reichen Industriestaaten müssten ihren Treibhausgas-Ausstoss viel drastischer reduzieren, während Afrika das Recht zugestanden werden müsse, einen grösseren Anteil am verbleibenden CO2-Budget zu nutzen, um die Entwicklung voranzutreiben – zumal es noch immer an Kapazitäten für grosse Lösungen im Bereich der erneuerbaren Energien mangelt.

Über die Chancen und Herausforderungen der Solarenergie auf dem afrikanischen Kontinent sprach zum Abschluss Elias Kost, Geschäftsführer der Schweizer NGO Solafrica. Gerade Solarenergie eignet sich für dezentrale Lösungen, die ländliche Gebiete mit Energie versorgen – und das klimaneutral. Die Hoffnungen, die auf der Solarenergie beruhen, sind deshalb gross. Aber hohe Investitionskosten sind nach wie vor ein grosses Hindernis, weshalb es zwingend bessere Finanzierungs-und Geschäftsmodelle braucht. Auch fehle es oft noch an einem unterstützenden Umfeld wie Hochschulen und der Industrie, um die notwendige Technologie im grossen Massstab produzieren zu können. Hinzu kommt ein Mangel an Fachkräften. Genau da setzt Solafrica unter anderem an, indem es auch den Aufbau von lokalem Know-how im Bereich der Solartechnik fördert.

Der Almanach Entwicklungspolitik 2022 «Klimaschutz und Energiewende» ist bestellbar unter www.caritas.ch/shop, oder per E-Mail: shopnot shown@caritasto make life hard for spam bots.ch 

Der Sammelband ist auch über die Buchhandlungen erhältlich sowie als E-Book, zum Beispiel bei unserem Partner Orell Füssli

 
  • Vernissage: Detailliertes Programm
    Dateiformat: pdf / 176 KB
    27. Oktober 2021, Stattkino, Löwenplatz 11, 6004 Luzern Download