Vernissage Almanach Entwicklungspolitik 2021

Warum nimmt die Zahl der Hungerbetroffenen zu, und was hat es mit dem verborgenen Hunger auf sich? An der Vernissage des Almanachs Entwicklungspolitik im Neubad in Luzern standen diese Fragen im Zentrum. 

 

Impressionen von der Buchvernissage «Wege aus der Ernährungskrise», 01.10.2020

Vernissage Almanach Entwicklungspolitik 2021
Bei der Registrierung: Insgesamt 70 Interessierte nahmen am Donnerstagabend, 1.Oktober 2020, an der Buchvernissage des Almanachs Entwicklungspolitik im Neubad in Luzern teil.
Vernissage Almanach Entwicklungspolitik 2021, Hugo Fasel, Direktor Caritas Schweiz
Hugo Fasel, Direktor von Caritas Schweiz, betonte in seiner Begrüssungsrede, wie dringlich das Thema Hunger ist.
Vernissage Almanach Entwicklungspolitik 2021
Franziska Koller, Mitglied der Geschäftsleitung von Caritas Schweiz, prangerte die asymmetrischen Machtverhältnisse im Agrar- und Ernährungssystem an.
Vernissage Almanach Entwicklungspolitik 2021
Aufmerksame Zuhörerinnen und Zuhörer an der Vernissage des Almanachs Entwicklungspolitik.
Vernissage Almanach Entwicklungspolitik 2021
Christian Gerlach, Professor für Zeitgeschichte an der Universität Bern, präsentierte seine Erkenntnisse zu den globalen Hungersnöten der letzten 150 Jahre.
Vernissage Almanach Entwicklungspolitik 2021
Der Anlass wurde von Manuela Specker moderiert, Herausgeberin des Almanachs Entwicklungspolitik und Leiterin der Fachstelle Bildung bei Caritas Schweiz.
Vernissage Almanach Entwicklungspolitik 2021
Sie sorgten unter anderem für einen reibungslosen Empfang (v.l.): Rebekka Achermann, Michèle Achermann und Noemi Martinelli.
Vernissage Almanach Entwicklungspolitik 2021
Hans Konrad Biesalski, emeritierter Professor für Ernährungswissenschaft und biologische Chemie der Universität Hohenheim, sprach über den verborgenen Hunger.
Vernissage Almanach Entwicklungspolitik 2021
Franziska Koller, Mitglied der Geschäftsleitung von Caritas Schweiz und Leiterin des Bereichs Internationale Zusammenarbeit.
Vernissage Almanach Entwicklungspolitik 2021
Der anschliessende Apéro im Neubad Luzern bot Gelegenheit für angeregte Gespräche.
Vernissage Almanach Entwicklungspolitik 2021
Der anschliessende Apéro im Neubad Luzern bot Gelegenheit für angeregte Gespräche.
Vernissage Almanach Entwicklungspolitik 2021
Der anschliessende Apéro im Neubad Luzern bot Gelegenheit für angeregte Gespräche.
Vernissage Almanach Entwicklungspolitik 2021
Der Büchertisch mit aktuellen Ausgaben des Almanachs Entwicklungspolitik («Wege aus der Ernährungskrise») und früheren Publikationen, herausgegeben von Caritas Schweiz.
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Bei der Registrierung: Insgesamt 70 Interessierte nahmen am Donnerstagabend, 1.Oktober 2020, an der Buchvernissage des Almanachs Entwicklungspolitik im Neubad in Luzern teil.
Hugo Fasel, Direktor von Caritas Schweiz, betonte in seiner Begrüssungsrede, wie dringlich das Thema Hunger ist.
Franziska Koller, Mitglied der Geschäftsleitung von Caritas Schweiz, prangerte die asymmetrischen Machtverhältnisse im Agrar- und Ernährungssystem an.
Aufmerksame Zuhörerinnen und Zuhörer an der Vernissage des Almanachs Entwicklungspolitik.
Christian Gerlach, Professor für Zeitgeschichte an der Universität Bern, präsentierte seine Erkenntnisse zu den globalen Hungersnöten der letzten 150 Jahre.
Der Anlass wurde von Manuela Specker moderiert, Herausgeberin des Almanachs Entwicklungspolitik und Leiterin der Fachstelle Bildung bei Caritas Schweiz.
Sie sorgten unter anderem für einen reibungslosen Empfang (v.l.): Rebekka Achermann, Michèle Achermann und Noemi Martinelli.
Hans Konrad Biesalski, emeritierter Professor für Ernährungswissenschaft und biologische Chemie der Universität Hohenheim, sprach über den verborgenen Hunger.
Franziska Koller, Mitglied der Geschäftsleitung von Caritas Schweiz und Leiterin des Bereichs Internationale Zusammenarbeit.
Der anschliessende Apéro im Neubad Luzern bot Gelegenheit für angeregte Gespräche.
Der anschliessende Apéro im Neubad Luzern bot Gelegenheit für angeregte Gespräche.
Der anschliessende Apéro im Neubad Luzern bot Gelegenheit für angeregte Gespräche.
Der Büchertisch mit aktuellen Ausgaben des Almanachs Entwicklungspolitik («Wege aus der Ernährungskrise») und früheren Publikationen, herausgegeben von Caritas Schweiz.
 

Alle zehn Sekunden stirbt ein Kind unter fünf Jahren an den Folgen des Hungers, weltweit leiden 690 Millionen Menschen an Hunger, obschon es genug Nahrung für alle gäbe. Diesen Widersprüchen sind die Referierenden an der Buchvernissage des Almanachs Entwicklungspolitik 2021 auf den Grund gegangen. Der Sammelband, in diesem Jahr unter dem Titel «Wege aus der Ernährungskrise», wird von Caritas Schweiz herausgegeben.  

Hugo Fasel, Direktor von Caritas Schweiz, betonte in seinen Begrüssungsworten die Dringlichkeit des Themas Hunger, das in der öffentlichen Wahrnehmung zu verschwinden droht. Franziska Koller, Mitglied der Geschäftsleitung von Caritas Schweiz, forderte fundamentale ökonomische und politische Strukturveränderungen, damit das Recht auf Nahrung für alle eine Chance hat. Ernährungsprojekte der internationalen Zusammenarbeit würden nicht ausreichen, um das Unrecht zu bekämpfen. Besonders stossend sind die weltweiten Machtasymmetrien. So exportieren Entwicklungsländer vor allem Rohstoffe, während die Player am Ende der Wertschöpfungskette die Gewinne einstreichen. 

Die Corona-Krise bringt nun sogar die Gefahr neuer Hungersnöte mit sich. Christian Gerlach, Professor für Zeitgeschichte an der Universität Bern, analysierte die Ursachen globaler Wellen von Hungersnöten der letzten 150 Jahre und konnte dadurch deutlich machen, wie stark solche Ereignisse mit Umschwüngen in der Weltwirtschaft korrelieren, und wie die Gegenmassnahmen – beispielsweise die Einbindung lokaler Produzentinnen und Produzenten in Marktbeziehungen – Effekte der Hungerkrisen teilweise verstärkten. 

Den Abschluss der Buchvernissage im Neubad Luzern, an der rund 70 Interessierte teilnahmen, bildete der Ernährungsmediziner und emeritierte Professor Hans Konrad Biesalski, der per Video zugeschaltet wurde. Er erläuterte den verborgenen Hunger: Wenn Menschen satt werden, aber aufgrund einseitiger Ernährung einen Mangel an Vitaminen, Mineralien und Spurenelementen aufweisen und dadurch irreversible gesundheitliche Schäden erleiden. Hauptursache für den verborgenen Hunger ist die Armut. «Qualitativ wertvolle Lebensmittel sind gegenüber Getreideprodukten nicht nur teuer, sie sind oft nicht verfügbar», so Biesalski. Kinder, die der Mangelernährung ausgesetzt sind, können die körperlichen und kognitiven Entwicklungsstörungen nie mehr aufholen und bleiben auch dadurch in der Armut gefangen. Der Ernährungsmediziner forderte: «Wir müssen uns viel mehr als bisher mit der Lebensmittelqualität statt mit reiner Quantität befassen.»

Der Abend im Neubad führte den Teilnehmenden vor Augen, wie weit entfernt die internationale Staatengemeinschaft vom Ziel der Agenda «2030» ist, den Hunger aus der Welt zu schaffen. Mögliche Wege aus der Ernährungskrise werden von verschiedenen Expertinnen und Experten im neuen Almanach Entwicklungspolitik 2021 aufgezeigt. 

Der Almanach Entwicklungspolitik 2021 «Wege aus der Ernährungskrise» ist bestellbar unter www.caritas.ch/shop oder per E-Mail: infonot shown@caritasto make life hard for spam bots.ch

 
  • Vernissage: Detailliertes Programm
    Dateiformat: pdf / 266 KB
    Donnerstag, 1. Oktober 2020, 18.30–21.30 Uhr, Neubad, Bireggstrasse 36, 6003 Luzern Download