Child Friendly Space in Gorom Camp, Juba
Child Friendly Space in Gorom Camp, Juba

Südsudan: Nothilfe, Schutz vor sexueller und geschlechtsbezogener Gewalt und Entwicklung von Marktsystemen

Seit über 50 Jahren im Einsatz

Seit 1972 engagiert sich Caritas Schweiz in der Region Ostafrika in enger Partnerschaft mit lokalen Gemeinschaften und Organisationen. Heute konzentriert sich die Arbeit der Caritas Schweiz im Südsudan auf humanitäre Hilfe, Entwicklung und Friedensförderung (Nexus-Ansatz) sowie Gemeindeentwicklung und Entwicklung von Marktsystemen.

Die Arbeit begann 1972 als Teil eines ökumenischen Konsortiums, das Entwicklungshilfe im Bundesstaat Eastern Equatoria (EES) leistete. Die Caritas war Mitbegründerin des Sudan-Forums in der Schweiz, um sich während des Bürgerkriegs für den Frieden einzusetzen. Im Jahr 2006 eröffnete Caritas Schweiz ihr Büro in Torit, um dringende Bedürfnisse in den Bereichen Ernährungssicherheit und Bildung zu unterstützen. Im Verlauf der Jahre dehnte die Caritas ihre Arbeit auf andere Bundesstaaten aus.

So fördern wir nachhaltige Entwicklung im Südsudan

Das Länderteam mit Sitz in Juba besteht aus 17 Fachpersonen und ist in den Bereichen Nexus-Ansatz, humanitäre Hilfe, Existenzsicherung, Aufbau von lokalen Kapazitäten sowie MEAL (Monitoring, Evaluierung, Rechenschaft und Lernen) tätig. Caritas Schweiz ist als internationale Nichtregierungsorganisation bei der südsudanesischen Kommission für Nothilfe und Wiederaufbau vollständig registriert, was die Einhaltung der Vorschriften und ein starkes lokales Engagement gewährleistet.

Das Projekt konzentriert sich auf den Schutz von besonders schutzbedürftigen Geflüchteten und der Aufnahmegemeinschaften im und um das Flüchtlingslager Gorom in der Nähe von Juba. Durch überlebenden-zentrierte Dienste, die Einbindung der lokalen Gemeinschaft und sichere Räume zielt das Programm darauf ab, geschlechtsspezifische Gewalt zu verhindern, Schutzsysteme zu stärken und das Wohlergehen von Frauen, Kindern und anderen gefährdeten Gruppen zu fördern.

Zu den Schutzmassnahmen zählen die psychosoziale Unterstützung und materielle Hilfe für Überlebende von Gewalt sowie kinderfreundliche Räume, in denen Kinder sicher an Aktivitäten teilnehmen können, die ihre Genesung und ihr Wohlbefinden fördern. Aufklärungskampagnen in den Gemeinden fördern die Gleichstellung der Geschlechter, stärken das Verständnis für Frauenrechte und tragen dazu bei, häusliche Gewalt, Zwangsheirat und andere Formen des Missbrauchs zu verhindern.

Durch die Kombination von Schutzdiensten mit gemeindebasierter Prävention und Kapazitätsaufbau stärkt Caritas lokale Unterstützungssysteme und fördert sicherere Umgebungen für Vertriebene. Die Ausbildung von Gemeindemitgliedern zu Sozial- und Gesundheitshelfenden trägt dazu bei, dass Schutz- und SGBV-Dienste auch über die Dauer der Intervention hinaus zugänglich und nachhaltig bleiben.

Das SMAC+ Projekt, das ursprünglich als Pilotprojekt «SMAC» im Südsudan durchgeführt wurde, hat sich zu einem langjährigen Programm entwickelt, das die Produktivität und Marktfähigkeit von Kleinbäuerinnen und -bauern durch Schulungen, Tools und Informationen stärkt.

Geleitet von den Prinzipien der Klimaresilienz und der Agrarökologie baut das Projekt nachhaltige Verbindungen zu Aufkäufern, Verarbeiterinnen, Händlern und Einzelhändlerinnen für wichtige Rohstoffe wie Honig, Erdnüsse und Mais auf.

Unter Anwendung eines erprobten Ansatzes zur Entwicklung von Marktsystemen arbeitet das Projekt mit staatlichen Institutionen – darunter das Bureau of Standards sowie die Ministerien für Landwirtschaft und Handel – zusammen, um die Handelspolitik und -vorschriften zu verbessern. Gemeinsam schaffen wir so ein förderliches Umfeld sowohl für Landwirte als auch für Akteure des Privatsektors.

Das SPEED-Projekt zielt darauf ab, Konflikte und den Druck auf die natürlichen Ressourcen im südsudanesischen Bundesstaat Central Equatoria und in der ugandischen Subregion West Nile zu verringern. Es unterstützt nachhaltige Lebensgrundlagen, stärkt das Management natürlicher Ressourcen und fördert Strategien zur Konfliktprävention auf Gemeindeebene. Ein starker, bereichsübergreifender Gender-Fokus gewährleistet eine sinnvolle und starke Beteiligung von Frauen an Entscheidungsprozessen auf allen Ebenen der Gemeinschaft.

Friedensfördernde und konfliktsensible Aktivitäten verringern Spannungen zwischen Geflüchteten, Rückkehrenden, Vertriebenen und Aufnahmegemeinschaften, während das Management natürlicher Ressourcen nachhaltige Lebensgrundlagen und den Umweltschutz unterstützt.

Bei Krisen decken Geldtransfers und andere Nothilfe-Massnahmen dringende Bedürfnisse ab. Die Wechselwirkungen zwischen humanitären, entwicklungspolitischen und friedensfördernden Komponenten werden sorgfältig abgestimmt, um zeitnahe, wirksame Investitionen zu gewährleisten und Abhängigkeiten oder Doppelspurigkeiten zu vermeiden.

Langjährige regionale Präsenz in Ostafrika

Caritas Schweiz ist seit langem in Ostafrika präsent und verfügt über erfahrene Teams und bewährte Partner im Südsudan, in Äthiopien und in Uganda. Die Organisation hat erfolgreich grenzüberschreitende Projekte zwischen dem Südsudan und Uganda umgesetzt und plant, diesen Ansatz auszuweiten, insbesondere im Hinblick auf «Triple-Nexus» und nachhaltige Entwicklung mit dem MSD-Ansatz.

Eine regionale Strategie ist unerlässlich, da Uganda die grösste Flüchtlingsbevölkerung Afrikas beherbergt und auch der Südsudan und Äthiopien mit einer hohen Zahl von Flüchtlingen und Binnenvertriebenen konfrontiert sind. Entwicklungen in einem Land haben oft unmittelbare Auswirkungen auf die gesamte Region, die mit gemeinsamen Herausforderungen wie Ressourcenmanagement, Konfliktrisiken, Umweltzerstörung und dem Schutz von Menschen auf der Flucht konfrontiert ist.

Ab 2026 will Caritas Schweiz die regionale Zusammenarbeit stärken, indem sie Ressourcen, Fachwissen und Lernmöglichkeiten über ihre gesamte regionale Präsenz hinweg teilt. Dies ermöglichst regionale Strategien, länderübergreifenden Austausch, die Dokumentation bewährter Verfahren und eine verbesserte Effizienz. Dadurch wird ein starkes und qualitativ hochwertiges Portfolio in ganz Ostafrika gewährleistet.

Starke Partnerschaften und Netzwerke im Südsudan

Caritas Schweiz setzt die meisten Projekte über lokale Partnerorganisationen um, die eng mit den Gemeinden, Behörden und Beratungsdiensten vernetzt sind. Um lokale Beteiligung sicherzustellen, pflegen die Projektteams einen regelmässigen Dialog mit den Zielgemeinden und beziehen lokale Mobilisiererinnen und Mobilisierer, beispielsweise im Bereich Hygiene, in die Umsetzung ein.

Mit einem Multi-Stakeholder-Ansatz fördert Caritas die Zusammenarbeit mit lokalen Behörden, Gemeindevertretern, NGOs, Regierungsstellen und Akteuren des Privatsektors, um Synergien zu schaffen und die Nachhaltigkeit der Arbeit zu stärken. Der Transfer von Wissen und Kompetenzen stärkt lokale Kapazitäten, stellt sicher, dass die Praktiken über das Projektende hinaus fortgeführt werden, und verringert die Abhängigkeit von externer Unterstützung.

Caritas beteiligt sich aktiv an Koordinationsplattformen wie dem NGO-Forum, den Partnerships for Recovery and Resilience (PfRR) sowie thematischen Clustern zu Sicherheit, Bargeldhilfe, WASH und Ernährungssicherheit. Zudem pflegt sie einen regelmässigen Austausch mit staatlichen Institutionen wie der Kommission für Hilfe und Wiederaufbau und arbeitet mit anderen NGOs zusammen, um voneinander zu lernen und gemeinsame Initiativen zu entwickeln.

Unsere wichtigsten Geldgeber: Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA), Kanton Genf, EU

Diese Projekte setzen die Caritas und ihre Partner im Südsudan um

Alle anzeigen

Weitere Informationen zu unserem Engagement im Südsudan

Titelbild: Schnappschuss aus dem Child Friendly Sapce im Goromp Camp in Juba © Kenyi Moses