Schutz und Notfallversorgung für gefährdete und unbegleitete Minderjährigebeendet
Überblick
Migration
CHF 461'905
01.07.2024 - 30.06.2025
Bosnien und Herzegowina: Kanton Una Sana und Sarajevo
Unbegleitete Minderjährige und asylsuchende Kinder, Migrantinnen und Migranten
P240040
Projekt im Detail
Dieses Nothilfeprojekt adressiert kurzfristig die unmittelbaren Bedürfnisse, sichert den Schutz der Zielgruppe und schafft die Voraussetzungen für dauerhaftere Lösungen und Schaffung von Perspektiven, Bildungs- und später Einkommensschaffung für die Zielgruppe. Die Wahrung und Förderung des Kindeswohls sind in allen Maßnahmen des Projektes massgeblich.
Seitdem die Balkanroute auf politische Initiative einiger EU Mitgliedstaaten im Jahr 2016 geschlossen wurde, nimmt die Anzahl der Migrantinnen, die durch Bosnien und Herzegowina kommen, zu. Im Jahr 2023 registrierte das Amt für Ausländerangelegenheiten in Bosnien und Herzegowina 34.409 Migrantinnen im Land, was einem Anstieg von 26% gegenüber 2022 entspricht. 3.985 Personen, d.h. etwa 11,6% davon, sind unbegleitete Minderjährige oder unbegleitete asylsuchende Kinder, die aufgrund ihres Alters und ihrer Erfahrungen auf der Route besondere Bedürfnisse haben.
Das Ministerium für Sicherheit schätzt, dass mindestens 5% der Kinder sich in einer gefährdeten Situation befinden, das heisst, dass sie entweder bereits missbraucht wurden oder Gefahr laufen körperlichem, sexuellem und psychischem Missbrauch, Ausbeutung, Menschenhandel oder Vernachlässigung ausgesetzt zu werden.
Das Projekt zielt darauf ab, den Schutz und das Wohlergehen gefährdeter unbegleiteter Minderjähriger und unbegleiteter asylsuchender Kinder in Bosnien und Herzegowina zu verbessern, indem die Grundbedürfnisse erfüllt werden und Voraussetzungen für eine langfristige Perspektive und Bildungschancen geschaffen werden.
Das Projekt bietet in erster Linie gefährdeten unbegleiteten Minderjährigen und asylsuchenden Kindern Zugang zu einer Aufnahmeeinrichtung, in der ihre Grundbedürfnisse durch den Zugang zu Gütern und Dienstleistungen des täglichen Bedarfs gedeckt werden. Im Aufnahmezentrum von Sarajevo haben sie Zugang zu angemessener Nahrung, Wasser, sanitären Einrichtungen, Kleidung, medizinischer Versorgung und Schutz vor Gewalt. Gefährdete unbegleitete Minderjährige und asylsuchende Kinder werden dabei unterstützt, die Schule zu besuchen und sie erhalten rechtliche Unterstützung in Bezug auf ihren Status. Darüber hinaus bietet das Projekt psychosoziale Betreuungskomponenten, um sowohl den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern als auch den Begünstigten bei der Stressbewältigung zu helfen, z. B. durch die Organisation von Beratungsgesprächen und Beschäftigungstherapie. Betroffene Personen, die in Bosnien und Herzegowina bleiben wollen, werden bei der Asylsuche und mit Sprachkursen unterstützt. Darüber hinaus werden unbegleitete Minderjährige und andere Migrantinnen und Asylsuchende, die sich in den temporären Aufnahmezentren Ušivak und Borići aufhalten, durch Aktivitäten zur Verbesserung ihrer psychischen Gesundheit, der sozialen Fähigkeiten und der problemlosen Integration in die Gemeinschaft unterstützt.
Zur Förderung eines nachhaltigeren Ansatzes des Migrationsmanagements in Bosnien und Herzegowina werden die Dienstleistungen des Aufnahmezentrums in Sarajevo verbessert und die Integration in lokale Systeme erleichtert.

Weitere Projekte Engagement für eine Welt ohne Armut
Das Projekt wird finanziert durch:
- DEZA
- Regierung des Fürstentums Liechtenstein
- Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ)
- Caritas Bosnien und Herzegowina
- Jesuit Refugee Services Bosnien und Herzegowina (JRS)
Titelbild: Unbegleitete Minderjährige in Bosnien und Herzegowina. © Caritas Schweiz


