Yassa teilt einen ruhigen Moment mit ihrem Töchterchen und hält sie fest im Arm.
Yassa teilt einen ruhigen Moment mit ihrem Töchterchen und hält sie fest im Arm.

«Jetzt kann ich richtig für mein Baby sorgen»

Mali: Patenschaft «Kinder in die Schule»

Yassa war erst 17, als sie schwanger wurde. Weil ihr die Familie nicht helfen konnte, hat sie in einem von Caritas unterstützten Aufnahmezentrum in Bamako Zuflucht gesucht. Inzwischen hat sie wieder Zuversicht und verfolgt ihr Ziel: einen eigenen Coiffeursalon eröffnen.

Mit dem Baby auf dem Rücken bereitet Yassa das Essen zu. Dies im Hof des Hauses, das ihr Unterschlupf gewährt. Vor einem Jahr ist sie als 17-Jährige mit ihrer damals vier Monate alten Tochter hier angekommen. An diesem friedlichen Ort kann sie ihrem Kind seither endlich Geborgenheit und Sicherheit bieten – nach sehr schwierigen Zeiten.

Auf dem Portrait ist Yassa aus Mali zu sehen.
Ich bin im Gymnasium kurz vor dem Abschluss schwanger geworden. Aus Angst vor den Reaktionen habe ich das Haus meiner Mutter verlassen und bin zu meiner Grossmutter nach Nioro gegangen.Yassa

Die Grossmutter nahm sie auf – doch ist sie nur drei Wochen nach der Geburt von Yassas Tochter gestorben. «Nach ihrem Tod bekam ich mit meinen Tanten und Onkeln grosse Probleme, weshalb ich wieder nach Bamako zurückmusste. Schliesslich fand ich in diesem Zentrum Zuflucht.»

Gesundheit bringt Zuversicht

Yassa war krank, als sie im Aufnahmezentrum des Nationalen Katholischen Kinderbüros angekommen ist. Die Organisation hilft jungen Mädchen, die Gewalt erlitten haben oder sich in einer anderen prekären Lage befinden. «Damals war ich nicht fähig, mich um mein Kind und um mich selbst zu kümmern», sagt Yassa. Mit der Hilfe von Caritas Schweiz wurden sie und ihr Baby medizinisch versorgt. Beide sind nun wieder gesund. «Jetzt kann ich richtig für mein Baby sorgen», freut sich die Jugendliche. 

Yassa hat ihre Tochter auf dem Rücken und kocht nebenbei Essen.
Yassa hat ihre Tochter auf dem Arm.

Eine eigene Zukunft aufbauen

Yassa weiss, was sie will: «Einen eigenen Coiffeur-Salon eröffnen! Ich habe dafür bereits eine Ausbildung absolviert. Ich könnte zusätzlich Produkte für Frauen verkaufen, etwa Schuhe, Taschen, Tücher, Ketten, Parfums...» Als nächsten Schritt will sie einen Standort für den Salon finden. Am besten in der Nähe, wo ihre Tante wohnt, bei der sie demnächst einziehen kann. Optimistisch schafft Yassa für sich und ihre Tochter eine stabile Zukunft.

Yassa sitzt gegenüber von einem Projektmitarbeiter der Caritas und spricht mit ihm.
Yassa im Gespräch mit einem Projektmitarbeiter über ihre Zukunft. © John Kalapo
Schutz von Minderjährigen auf der Flucht

In Mali sind über 200’000 Kinder auf der Flucht. Die Ursachen sind vielfältig: Klimaerhitzung, Konflikte, wirtschaftliche Probleme. Caritas Schweiz geht auf Kinder zu, deren Rechte in Gefahr sind, und bietet ihnen Beistand. Zudem unterstützt sie staatliche und nicht-staatliche Akteure bei der Umsetzung von Kinderrechten. Sie leitet das Projekt in Zusammenarbeit mit dem Dänischen Flüchtlingsrat (CDR), zwei lokalen NGOs und der Internationalen Organisation für Migration.

Gut zu wissen:
  • Mit 40 Franken ermöglichen Sie einem schutzbedürftigen Kind den Zugang zu psychosozialer Unterstützung und decken seine Grundbedürfnisse ab.
  • Mit 100 Franken tragen Sie dazu bei, die Bedürfnisse von Kindern in besonders heiklen Situationen (Geburt, Operation, schwere Krankheit) zu erfüllen.
  • Mit 125 Franken unterstützen Sie den Betrieb von Aufnahmezentren (Ausbildung von Psychologinnen und Psychologen, Material).

Weitere Informationen über Mali

Titelbild: Yassa partage un moment de calme avec sa petite fille. Malgré toutes les difficultés, elle trouve toujours en elle une source d'espoir. © John Kalapo