John Kalapo
John Kalapo

Resilienz stärken im Zentrum von Mali

Mali

In den Dörfern in Bandiagara herrscht grosse Armut. Es gibt drei zentrale Herausforderungen: die Ernährungssicherheit verbessern durch neue Landwirtschaftstechniken und angepasstes Saatgut, Lebensmittel verteilen an Menschen in Not und den sozialen Zusammenhalt in den Gemeinden fördern.

In der Region Bandiagara im Zentrum von Mali leben die meisten Menschen von dem, was sie selbst anbauen. Doch nur 10 Prozent der Böden sind kultivierbar und es herrscht grosse Armut. Caritas Mopti, die lokale Partnerorganisation von Caritas Schweiz, realisiert ein von der DEZA mitfinanziertes Programm zu Ernährungssicherheit. Es unterstützt Kleinbäuerinnen und -bauern bei der landwirtschaftlichen Produktion und ermöglicht ihnen einen besseren Marktzugang. Mehr als 40 000 Personen nehmen am Programm teil.

Unterstützung jetzt – und langfristig

Das unvorhersehbare Wetter ist eine grosse Herausforderung für die landwirtschaftliche Produktion – auch für die Menschen der 56 Dörfer, die im Programm mitmachen und auf sieben Gemeinden verteilt sind. Bereits 2024 haben Dürren und darauf folgende Starkregen Ausfälle verursacht bei der Produktion von Hirse, Reis, Schwarzaugen-Bohnen und Schalotten. Diese Nahrungsmittel sind essenziell für die Bevölkerung, sowohl für den Eigenkonsum als auch den Verkauf auf den Märkten. Die aussergewöhnlich frühen Niederschläge im März 2025 richteten ebenfalls Schäden an.

«Angesichts der wiederkehrenden Krisen in der Region muss unser humanitärer Ansatz verstärkt werden.»

Frühwarn-Komitees versuchen fortlaufend, ihre Vorhersagen zu verbessern und verlässliche Informationen bereitzustellen. Die diesjährige Anbau-Saison wurde entsprechend gut geplant und 1120 Haushalte erhielten vom Programm angepasstes Saatgut für Reis und Schwarzaugen-Bohnen. Die Ernte war ein Erfolg. Diese Massnahmen reichen jedoch nicht immer aus. In der prekärsten Zeit – von August bis Oktober – werden zuweilen Nahrungsmittel verteilt. Dank dieser punktuellen Unterstützung können sich die Familien ansonsten selbst versorgen.

Agroökologische Techniken tragen Früchte

Die Bauernfamilien erhielten zudem landwirtschaftliche Geräte und erlernten neue agroökologische Praktiken. So wurden über eine Strecke von mehr als 80 Kilometern kleine Deiche angelegt, die gut acht Hektaren Land vor Erosion schützen. Dank einem neuen Staudamm und der Sanierung von zwei bestehenden können die Kulturen besser bewässert werden. Die Frauen diversifizieren ihre wirtschaftlichen Aktivitäten. Zudem tragen verbesserte Wertschöpfungsketten zu höheren Verkaufspreisen für Schalotten bei. Mehrere Genossenschaften wenden das «Warrantage-System» an, das heisst, die Ernte wird zunächst gelagert, damit sie später zum bestmöglichen Preis verkauft werden kann.

Diese Massnahmen tragen dazu bei, die äusserst fragilen Produktionsbedingungen in der Region zu stabilisieren. Gleichzeitig hat das Caritas-Programm das soziale Gefüge im Auge. Fragen rund um Landbesitz führen nämlich häufig zu Spannungen. 2025 konnten 71 von 80 gemeldeten Konflikten gelöst werden – das stärkt die sozialen Bande in den Dörfern.

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Titelbild: John Kalapo © Gute Schalotten-Ernten sind lebenswichtig für die Bauernfamilien in der Region Bandiagara.