

Neun Jahre nach der Flucht wagt Raymileth den Schritt in die Selbstständigkeit
Raymileth Silva Contreras verliess Venezuela mit einem klaren Plan. Doch statt als Coiffeuse Fuss zu fassen, kämpfte die junge Mutter in Kolumbien mit gesundheitlichen Problemen und trügerischen Jobangeboten. Bis ihr Traum vom eigenen Beautysalon wahr wurde, sollten noch Jahre vergehen.
Obwohl Raymileth eine Ausbildung als Coiffeuse und viel Leidenschaft für den Beruf mitbrachte, fand sie in Venezuela keine sichere Stelle. Als sich die Wirtschaftskrise 2016 zuspitzte, floh die 21-Jährige mit ihren zwei Kindern nach Kolumbien. Doch so vielversprechend die Angebote in Schönheitssalons klangen, entpuppten sie sich immer wieder als Täuschung.
«Ich bin sehr glücklich über meinen Beautysalon. Mit meiner Geschichte möchte ich alleinerziehenden Müttern zeigen, dass alles möglich ist.»Raymileth Silva Contrereas (30)selbstständige Coiffeuse in Riohacha
Jahrelang schlug sich Raymileth mit Gelegenheitsjobs als Kaffeeverkäuferin oder Barkeeperin durch. So erwirtschaftete sie immerhin ein kleines Einkommen. Die fragile Grundlage hielt aber nie lange. «Für einen fixen Job fehlte mir die Bewilligung. Dann erkrankte ich an einem hartnäckigen Niereninfekt. Schliesslich brach während der Covid-Pandemie alles zusammen und ich fand keine Arbeit mehr», schildert die Alleinerziehende.
In dieser schwierigen Situation nutzte Raymileth Angebote der Caritas. Bargeldzahlungen halfen ihr im Alltag, psychologische Gespräche gaben ihr Kraft. Gemeinsam mit einer Rechtsberaterin beantragte sie eine Aufenthaltsbewilligung und eine Zugangskarte für medizinische Leistungen. So erarbeitete sie sich Schritt für Schritt neue Stabilität.

Der Anmeldung als Selbstständigerwerbende und der Teilnahme an einem staatlichen Förderprogramm stand nun nichts mehr im Weg. Endlich erfüllte sich Raymileth den Traum vom eigenen Schönheitssalon. «Barrieren sind nur mental», ist sie sich sicher. «Es gibt immer eine Chance, etwas zu erreichen.»
Weitere Informationen
Titelbild: © Reto Albertalli