Kadiatou (à gauche) reprend confiance en elle et les autres grâce à des entretiens.
Kadiatou (à gauche) reprend confiance en elle et les autres grâce à des entretiens.

Kadiatou braucht Sicherheit, um ihr Trauma zu verarbeiten

Mali: Patenschaft «Schutz für Kinder»

Die Armut zwingt in Mali viele Mädchen vom Land, in der Stadt Geld für ihre eigene Mitgift zu verdienen. Sie sind Arbeitskräfte, die oft gnadenlos ausgenutzt werden und grossen Gefahren ausgesetzt sind. Darum brauchen diese Mädchen unseren Schutz.

Im April 2024 hat Kadiatou ihr Heimatdorf Faraba verlassen, um in Malis Hauptstadt Bamako als Haushaltshilfe bei einer Familie zu arbeiten. Wie viele junge Mädchen aus der Region Koulikoro hat die Armut ihrer Familie sie dazu gezwungen, das Geld für ihre Mitgift selbst zu verdienen. Die 16-Jährige ging nie zur Schule, in der Grossstadt sind Arbeitskräfte wie sie ohne Schutz auf sich allein gestellt. Dabei können sie schnell in extreme Notlagen geraten. Es besteht die Gefahr, dass sie bei der Arbeit misshandelt werden oder dass es anderswo zu traumatischen Erlebnissen kommt.

«Ich möchte an den Aktivitäten im Zentrum teilnehmen.»Kadiatou

Ein solches musste auch Kadiatou erleben. Sie sollte Besorgungen erledigen und traf unterwegs einen Mann, der ihr anbot, sie ein Stück mitzunehmen. Was folgte, war dramatisch: Er fuhr mit ihr an einen abgelegenen Ort und vergewaltigte sie. Der Mann wurde später gefasst und verurteilt.

Regelmässige Gespräche helfen

Der örtliche sozialmedizinische Notfalldienst leistete erste Hilfe und überwies Kadiatou dann an das Kanuya-Zentrum, das in Bamako Kinder in Not aufnimmt. Das Mädchen hat nun ein Dach über dem Kopf, genügend zu essen und Kleider. Das verschafft ihr Raum, sich um sich selbst zu kümmern. Die regelmässigen Gespräche im Zentrum unterstützen sie dabei, das traumatische Erlebnis zu verarbeiten. «Das hilft mir sehr. Ich möchte an den Aktivitäten im Zentrum teilnehmen», sagt sie.

De manière ludique, les jeunes femmes concernées apprennent à gérer leurs émotions.
Spielerisch lernen die betroffenen jungen Frauen, mit ihren Gefühlen umzugehen. © Caritas Schweiz

Kadiatou muss das Geschehene erst noch verarbeiten. Trotz allem ist sie voller Optimismus und Träume: «Ich möchte eine gebildete Frau sein, die einmal ein angesehenes kleines Geschäft besitzt.» Vorerst möchte sie ihre Erfahrungen aber auch nutzen, um anderen Mädchen in Not zu helfen.

Schutz von Minderjährigen auf der Flucht

Aufgrund von Klimawandel, der fragilen sicherheitspolitischen Lage und einer schwachen Wirtschaft sind in Mali hunderttausende Kinder auf der Flucht. Das Caritas-Projekt «Schutz, Förderung und Respektierung der Rechte von migrierenden Kindern» (PRISM) geht aktiv auf diese Kinder und Jugendliche zu und bieten ihnen Beistand. Zudem gewährt das Projekt staatlichen und nicht-staatlichen Akteuren Unterstützung bei der Umsetzung juristischer Schutzmassnahmen.

Gut zu wissen
  • Mit 40 Franken können Sie dafür sorgen, dass ein schutz- bedürftiges Kind psychosozial betreut und seine Grundbedürfnisse gedeckt werden.
  • Mit 50 Franken tragen Sie zum Empowerment staatlicher oder nicht-staatlicher Akteure bei, damit diese für den Kindesschutz und ein menschenwürdiges Leben sorgen können.
  • Mit 100 Franken helfen Sie, die besonderen Bedürfnisse von Kindern in extremen Notlagen (Operation, schwere Krankheit) zu erfüllen.
  • Mit 125 Franken leisten Sie einen Beitrag zum Betrieb von Aufnahmezentren (Ausbildung von Psychologinnen, Material).

Weitere Informationen

Titelbild: Kadiatou (links) lernt durch Gespräche, wieder Vertrauen in sich und andere zu fassen. © Caritas Schweiz