La conférence sur le climat qui se tiendra en Colombie en avril 2026 est porteuse d'espoir.
La conférence sur le climat qui se tiendra en Colombie en avril 2026 est porteuse d'espoir.

Für einen gerechten Ausstieg aus Öl, Gas und Kohle

Viel versprechende Klimakonferenz in Kolumbien

Ende April hat sich eine Staatengruppe der «Willigen» in Santa Marta in Kolumbien getroffen, um den Ausstieg aus den fossilen Energieträgern weltweit voranzubringen. Auch zivilgesellschaftliche Organisationen waren dabei. Für sie ist klar: Dieser Ausstieg muss gerecht gestaltet werden. Auch Caritas Schweiz hat vor Ort mitdiskutiert.

Die Verhandlungen an den internationalen Klimakonferenzen (COP) sind in den vergangenen Jahren ins Stocken geraten. Zu gross sind die Widerstände einzelner Staat und mächtiger Wirtschaftsakteure, zu klein die Kompromissbereitschaft, um gemeinsam einen Weg zu finden, die Klimakrise in den Griff zu bekommen. Im Nachgang an die COP30 in Brasilien im vergangenen Jahr hat sich aber eine Initiative gebildet, welche versuchen will, die Blockaden in den grossen multilateralen Verhandlungen zu umgehen und in einem kleineren Kreis von ausgewählten Staaten Fortschritte zu erzielen. Die erste Konferenz zum Ausstieg aus den fossilen Brennstoffen («First Conference on Transitioning Away from Fossil Fuels») markierte den Startpunkt dazu.

Waidy Fuentes hat Caritas Schweiz an der Konferenz in Santa Marta vertreten. © zVg

Zivilgesellschaft spielte wichtige Rolle an der Konferenz

Mehr als 50 Staaten, darunter auch die Schweiz, versammelten sich in Santa Marta, einer Küstenstadt in Kolumbien, um Wege für einen gerechten, geordneten und beschleunigten Ausstieg aus Kohle, Öl und Gas zu definieren. Neben dem Gastland Kolumbien wurde das Treffen von den Niederlanden mitorganisiert. Auch der Zivilgesellschaft und der Wissenschaft wurde viel Raum beim Treffen eingeräumt, was sehr positiv war und zu konstruktiven Diskussionen geführt hat. Die Ergebnisse aus Santa Marta sollen nun in die Verhandlungen im Rahmen der jährlich stattfindenden Klimakonferenzen einfliessen. Auch wenn die Herausforderungen gross sind und die Zeit drängt, stellt das Treffen einen wichtigen Meilenstein dar, da es den Ausstieg aus Öl, Gas und Kohle klar als zentralen Schwerpunkt des internationalen Klimaschutzes positionierte und somit vielversprechende Perspektiven für den Übergang weg von fossilen Brennstoffen eröffnete.

Hier zeigt sich die Dringlichkeit des Themas: Das Erreichen der globalen Klimaziele ist besonders für die ärmsten Menschen im Globalen Süden zentral. Waidy Fuentes, Mitarbeiterin des Länderprogramms von Caritas Schweiz in Kolumbien, hat an der Konferenz teilgenommen. Rückblickend sagt sie:

«An der Konferenz war ein gemeinsames Gefühl der Dringlichkeit deutlich spürbar. Die Besorgnis über die Folgen des Klimawandels wächst. Die Länder des Globalen Südens sind davon unverhältnismässig stark betroffen, obwohl der Globale Norden in grösserem Masse zu deren Entstehung beigetragen hat.»Waidy FuentesProjektmitarbeiterin von Caritas Schweiz in Kolumbien

Bei der Konferenz brachte die Zivilgesellschaft eine Reihe von Forderungen ein, bei denen ein gerechter und ausgewogener Ausstieg aus fossilen Energien im Zentrum stand. Der Ausstieg soll nicht auf Kosten lokaler Bevölkerungsgruppen gehen, die heute schon von den negativen Auswirkungen der Förderung fossiler Energieträger betroffen sind. Diese Betroffenheit zeigt sich in unmittelbarer Nachbarschaft zum Konferenzort: Das Schweizer Rohstoffunternehmen Glencore betreibt ganz in der Nähe von Santa Marta eine der grössten Kohleminen weltweit. Seit Jahren steht das Unternehmen mit Teilen der lokalen Bevölkerung im Konflikt; es geht um Zwangsumsiedlung und um die knappen Wasserressourcen. Diese Situation ist besonders gravierend, wenn man bedenkt, dass ein grosser Teil der Bevölkerung von Santa Marta keinen regelmässigen Zugang zu Trinkwasser hat.  Die Menschen befürchten, dass das Unternehmen sich bei einer Schliessung der Mine dereinst zurückziehen könnte, ohne die negativen Auswirkungen zu beheben. Das Beispiel zeigt, wie zentral es ist, den Ausstieg aus den fossilen Energieträgern gerecht zu gestalten.

Ärmere Länder sollen sich für Ausstieg nicht verschulden müssen

Für zivilgesellschaftliche Organisationen, darunter auch Caritas Schweiz, stand bei der Konferenz in Santa Marta ausserdem die Forderung im Zentrum, dass reichere Staaten mit der Klimafinanzierung die Länder des Globalen Südens bei der Transition unterstützen. Kein Land soll sich (noch zusätzlich) verschulden müssen, um den Ausstieg schaffen zu können. Gerade Länder wie die Schweiz können und müssen hier einen entscheidenden Beitrag leisten. Das Treffen in Santa Marta stellte ein wichtiges Forum dar, um diese Forderungen erneut zu betonen.

Nicht nur im Konferenzsaal, auch bei verschiedenen Side-Events fand wie hier im Bild ein reger Austausch unter den Teilnehmenden statt. © zVg

Waidy Fuentes nahm darüber hinaus aber auch wichtige Inputs für ihre alltägliche Arbeit im Länderprogramm von Caritas Schweiz in Kolumbien mit. Sie sagt: «Die Konferenz hat meine Überzeugung bestärkt, dass Caritas Schweiz eine Schlüsselrolle dabei spielt, Brücken zwischen den Gemeinschaften und den Entscheidungsgremien zu schlagen. Sie kann viel dazu beitragen, dass die Energiewende von den Menschen ausgeht und nicht nur auf technologischen oder wirtschaftlichen Ansätzen basiert.»

Fachstelle Entwicklungs- und Klimapolitik, Caritas Schweiz

Angela Lindt

Leiterin Fachstelle Entwicklungs- und Klimapolitik

+41 41 419 23 95alindt@caritas.ch

Weitere Informationen

Titelbild: Die Klimakonferenz in Kolumbien vom April 2026 gibt Anlass zur Hoffnung. © zVg