Eskalation mit schwerwiegenden humanitären Folgen

Update zur Lage in Aleppo, Syrien

Seit dem 6. Januar 2026 hat sich die Sicherheitslage in Aleppo deutlich verschlechtert. Die erneuten bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen syrischen Regierungstruppen und den überwiegend kurdischen Syrischen Demokratischen Kräften zählen zu den schwersten Gewalttaten in der Stadt seit mehreren Monaten. Am 9. Januar kündigte das syrische Verteidigungsministerium einen Waffenstillstand an – es ist jedoch ungewiss, ob und wie lange diese Vereinbarung halten wird.

Eine besorgniserregende humanitäre Lage

Intensive Bombardierungen und Artilleriefeuer forderten zahlreiche Opfer. Nach Angaben der Gesundheitsbehörden und der Vereinten Nationen wurden in den ersten Tagen der Eskalation mindestens ein Dutzend Zivilistinnen und Zivilisten getötet und mehr als 55 Menschen verletzt.

Infolge der Kämpfe flohen über 120'000 Menschen aus ihren Stadtvierteln. Sie fanden vorübergehend Zuflucht in anderen Stadtteilen Aleppos oder im Bezirk Afrin, wo Notunterkünfte eingerichtet wurden. Die Vertriebenen – hauptsächlich Familien, ältere Menschen und Kinder – leben unter prekären Bedingungen, besonders angesichts der tiefen Temperaturen.

Zivile Infrastruktur und zahlreiche öffentliche und private Gebäude wurden schwer beschädigt, darunter mindestens vier Krankenhäuser. Diese Situation stellt eine enorme Belastung für das Gesundheitssystem dar, das bereits durch den jahrelangen Konflikt geschwächt ist.

Dringender Bedarf an Nothilfe

Der humanitäre Bedarf ist enorm und akut. Die vertriebene Bevölkerung benötigt dringend vorübergehende Unterkünfte, Güter des täglichen Bedarfs sowie winterfeste Ausstattung wie warme Kleidung, Decken, Heizgeräte. Hinzu kommen der Zugang zu Gesundheitsversorgung sowie angemessenem Schutz. Gleichzeitig bleibt der humanitäre Zugang aufgrund der anhaltenden Unsicherheit, bestehender Bewegungseinschränkungen sowie der vorübergehenden Sperrung zentraler Strassen und Infrastruktur stark eingeschränkt.

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Auswirkungen auf Caritas Schweiz und ihre Partner

Die lokalen Partner von Caritas Schweiz unterstützen seit Langem die am stärksten gefährdeten Menschen in Aleppo und Umgebung. Aufgrund der angespannten Sicherheitslage müssen sie ihre Aktivitäten derzeit pausieren; auch ihre Büros blieben derzeit vorübergehend geschlossen. Caritas Schweiz verfolgt die Entwicklung der Lage aufmerksam.

Angesichts der anhaltenden Gewalt ruft Caritas Schweiz alle Konfliktparteien in Aleppo dringend dazu auf, die Lage unverzüglich zu deeskalieren und ihre Verpflichtungen nach dem humanitären Völkerrecht uneingeschränkt einzuhalten.

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Titelbild: © Hasan Belal