

Caritas begrüsst höhere Familienzulagen – fordert aber zusätzliche Massnahmen
Die parlamentarische Initiative schlägt vor, die Mindestansätze für Familienzulagen auf 250 Franken für Kinder- und 300 Franken für Ausbildungszulagen zu erhöhen. Caritas Schweiz unterstützt dies. Doch um Kinderarmut wirksam zu bekämpfen, reicht die Erhöhung nicht aus.
Seit der Einführung des Familienzulagengesetzes 2009 wurden die schweizweiten Mindestansätze erst ein einziges Mal erhöht: zum 1. Januar 2025 teuerungsbedingt auf 215 Franken für Kinderzulagen und 268 Franken für Ausbildungszulagen. Die nun vorgeschlagene Erhöhung auf 250 respektive 300 Franken würde in 17 Kantonen zu einer kleinen Entlastung der Familienbudgets führen. Angesichts des vierten markanten Prämienanstiegs in Folge auf den 1. Januar 2026 und stagnierender Tieflöhne ist diese Entlastung dringend notwendig.
Jedes fünfte Kind ist von Armut betroffen oder bedroht
20,3 Prozent aller Kinder in der Schweiz waren 2023 von Armut betroffen oder bedroht. Besonders betroffen sind kinderreiche Paarhaushalte und Einelternhaushalte, die knapp über der Armutsgrenze leben und keine finanziellen Reserven haben. Beispielsweise haben 11 Prozent der Bevölkerung kein Geld für regelmässige kostenpflichtige Freizeitbeschäftigungen. Für Kinder (8,5 Prozent) ist das besonders dramatisch – sie können ihren Interessen nicht nachgehen, sei es im Sportverein oder im Musikunterricht. Erhöhte Kinder- und Ausbildungszulagen könnten hier etwas mehr Spielraum schaffen.
Koordiniertes Massnahmenpaket notwendig
Die Erhöhung der Familienzulagen sollte rasch umgesetzt werden. Doch das reicht nicht aus. Caritas Schweiz fordert in ihrer Vernehmlassungsantwort zusätzlich den Ausbau von Prämienverbilligungen, die Senkung der Elternbeiträge für die familienexterne Betreuung und die schweizweite Einführung von Ergänzungsleistungen für Familien. Denn Kinder dürfen kein Armutsrisiko sein.
Detaillierte Vernehmlassungsantwort zum Download

Vernehmlassungsantwort
Vernehmlassung zur parlamentarischen Initiative 23.406 Pa.Iv. Jost. Starke Familien durch angepasste Zulagen
Download (pdf, 332.93 KB)Weitere Informationen
Titelbild: Kinder dürfen kein Armutsrisiko sein. Es braucht breite und gezielte Massnahmen, um Familien zu entlasten. © Thomas Plain