Syrien, Jordanien, Libanon

Hilfe für die Opfer der Syrienkrise

Nach über neun Jahren Konflikt in Syrien ist nicht nur die Zerstörung immens, auch die Wirtschaft ist am Boden. Die Lebensbedingungen der Zivilbevölkerung bleiben unvorstellbar schwierig. Mehr als 11 Millionen Menschen sind auf der Flucht, etwa die Hälfte davon Kinder. Caritas Schweiz leistet seit 2012 Nothilfe und langfristige Unterstützung in Syrien selbst, aber auch in den Nachbarländern Jordanien und Libanon.

 

Seit über sechs Jahren kennt Mariam Khalaf  kein Zuhause mehr. «Wir ziehen von Lager zu Lager», sagt die verwitwete Syrerin. Immer wieder muss die Familie ihre Unterkunft in den inoffiziellen Flüchtlingslagern im Libanon verlassen, wenn sie ihre Miete nicht rechtzeitig bezahlen kann. Mariams drei kleine Kinder kennen nichts anderes als das Leben im Lager, wo es an allem fehlt. Mit grösster Mühe überlebt die Familie.

 

Der bereits seit März 2011 herrschende Bürgerkrieg in Syrien hat zur grössten humanitären Katastrophe in der Geschichte geführt: Laut den Vereinten Nationen (UNOCHA) sind 6,2 Millionen Syrerinnen und Syrer im eigenen Land auf der Flucht. In Syrien sind insgesamt 11,7 Millionen Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen. Mindestens 5,6 Millionen weitere Personen suchten wie Mariam und ihre Familie Schutz in den Nachbarländern, was in den Gastländern den gesellschaftlichen Zusammenhalt wie auch die öffentlichen Dienstleistungen immens belastet. 

Mehrfache Vertreibung, zerstörte Existenzgrundlagen, fehlender Zugang zu Dienstleistungen und Gütern des täglichen Bedarfs haben zu äusserst schwierigen Lebensumständen geführt. Unsicherheit und fehlende langfristige Perspektiven bringen die Menschen nach über neun Jahren Konflikt, stets zwischen Hoffen und Bangen, an den Rand der Erschöpfung. Derweil sind die Bedingungen für eine koordinierte Rückkehr der Geflüchteten weiterhin nicht gegeben.

 

Die Hilfe der Caritas

Caritas Schweiz leistet mit ihren Partnerorganisationen seit April 2012 Not- und Überlebenshilfe in Syrien und den Nachbarländern, um die dringendsten Bedarfe der Menschen abzudecken. Sie hat zudem ihr Engagement im Bereich Bildung und Einkommenssicherung stetig ausgebaut. Die Hälfte der Geflüchteten sind Kinder. Sie haben oft keinen Zugang zu einer qualitativ guten Schulbildung. Je länger die Menschen nicht in ihre Heimat zurückkehren können, desto wichtiger wird es, dass sie sich an ihrem vorübergehenden Aufenthaltsort Einkommensmöglichkeiten aufbauen können, um nicht langfristig von Nothilfe abhängig zu werden.

 
 

Syrien

Nothilfe für bedürftige Familien und Bildung für Kinder

Die Menschen in Syrien kämpfen ums Überleben. Caritas Schweiz leistet seit Beginn der Krise Nothilfe zur Deckung der Grundbedürfnisse. Sie unterstützt aktuell Familien in Aleppo und Damaskus mit Bargeldhilfe: Ein Jahr lang erhalten sie monatliche Geldzahlungen, gleichzeitig werden die lokalen Partner gestärkt. 

Schulab- und -unterbrüche nahmen mit dem Krieg massiv zu. Deshalb bietet die Caritas in drei Sozialzentren in Damaskus, Aleppo und Tartus Kindern sichere, auf ihre Bedürfnisse ausgerichtete Lernmöglichkeiten, und sie bildet Lehrpersonen vor allem im Umgang mit traumatisierten Kindern weiter. In der Region Ost-Ghouta renoviert Caritas zerstörte Schulen und bietet psychosoziale Betreuung und Lernförderung an.

 

Jordanien

Nothilfe und Einkommensförderung gegen Verarmung

Über 650'000 registrierte und ungefähr noch einmal so viele nicht registrierte syrische Flüchtlinge leben in Jordanien. Der Arbeits- und Wohnungsmarkt ist in dem ohnehin strukturschwachen Land an ihren Grenzen. Die Menschen verarmen und werden immer verwundbarer.

Caritas Schweiz leistet in vier Provinzen seit 2012 Hilfe zur Deckung der Grundbedürfnisse und Förderung von Einkommensmöglichkeiten. Heute hilft sie Familien, ihre Wohnverhältnisse zu verbessern und zu sichern.

 

Libanon

Bildung und nachhaltige Armutsbekämpfung

Kein Land der Welt hat pro Kopf mehr Flüchtlinge als der Libanon. Schulsystem, Arbeits- und Wohnungsmarkt sind am Anschlag. 

Die Caritas schult Lehrer anhand eines kindgerechten Lehrmodells und schafft so ein gutes Lernumfeld für Flüchtlingskinder und benachteiligte libanesische Kinder. Das Modell soll offiziell im Schulsystem verankert werden. Weiter verbessert die Caritas mit Bildungsangeboten den Zugang von Jugendlichen zum Arbeitsmarkt. 

Mit einem Projekt im Sozialwohnungsbau schafft die Caritas menschenwürdige Unterkünfte, Einkommensmöglichkeiten und gleichzeitig einen längerfristigen Finanzierungsmechanismus für Sozialprojekte.

 

Ausgewählte Projekte

 

Seit 2012 hat Caritas Schweiz – einschliesslich der laufenden Projekte – Hilfe für die Opfer des Syrienkriegs im Umfang von insgesamt 62,8 Millionen Franken geleistet. Bis Ende 2019 kam die Hilfe rund 584'000 Menschen zugute. Die Glückskette unterstützt die Projekte der Caritas.

 

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