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Die Caritas engagiert sich für die Agenda 2030

«Wir sind entschlossen, die Menschheit von der Tyrannei der Armut und der Not zu befreien und unseren Planeten zu heilen und zu schützen.» Dieser Satz steht in der Erklärung zur Agenda für nachhaltige Entwicklung, welche die Generalversammlung der Vereinten Nationen am 25. September 2015 in New York beschlossen hat. Kernelement dieser «Agenda 2030» sind die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDG), die bis 2030 verwirklicht werden sollen. Es ist offensichtlich: Die Weltgemeinschaft hat sich Grosses vorgenommen. Sie will die Armut in all ihren Formen und überall beenden.

 
 

Ziel 1: Die Armut in all ihren Formen und überall beenden

Auch wenn in der Bekämpfung der weltweiten Armut in den vergangenen Jahren grosse Erfolge erzielt wurden, leben auch heute noch über 800 Millionen Menschen in extremer Armut. Das Ziel der Agenda für nachhaltige Entwicklung ist es, Armut in allen ihren Formen und überall zu überwinden. Dies gilt nicht nur für die extreme Armut. Auch die Länder mit höherem Lebensstandard sind aufgefordert, die relative Armut in ihren Gesellschaften wirksam zu bekämpfen. Das ist auch eine Aufgabe für die Schweiz, wo über ein halbe Million Menschen als arm gelten und noch einmal so viele von Armut bedroht sind.

Das tut die Caritas:

Armut verhindern, bekämpfen und lindern: Das ist auch der Grundauftrag der Caritas. In der Schweiz und im Ausland setzt sie sich ein für die Erreichung der Agenda 2030 und will der Armut ein Gesicht geben. In der Entwicklungszusammenarbeit setzt Caritas darauf, Grundbedürfnisse abzudecken, die Kräfte der Menschen zu stärken und Ungleichheit zu bekämpfen. Auch in der Schweiz engagiert sich Caritas gegen Armut: Sie will den Menschen zu einer gesicherten Existenz verhelfen, Wege aus prekären Lebenslagen aufzeigen und alles daransetzen, dass Armut verhindert wird. Auf politischer Ebene setzt sie sich für die Bekämpfung der Armut und gegen Sozialabbau ein.

 

Ziel 2: Hunger beenden

Hunger ist einer der grössten Skandale unserer Zeit. Auch heute hungern weltweit noch immer fast 800 Millionen Menschen oder leiden unter Mangelernährung. Die Agenda 2030 will in den kommenden 15 Jahren Hunger und alle Formen von Unterernährung auf der Welt beenden. Angesichts der rasch ansteigenden Nachfrage nach Nahrungsmitteln muss die weltweite Lebensmittelproduktion Schätzungen zufolge bis 2050 mehr als verdoppelt werden. 70 Prozent der unterernährten Menschen hängen für ihren Lebensunterhalt direkt oder indirekt von der Landwirtschaft ab. Es sind folglich gerade Kleinbauern, die von Unterernährung bedroht sind, aber auch einen grossen Beitrag zu ihrer Bekämpfung leisten können.

Das tut die Caritas:

Der Zugang zu genügend und gesundem Essen ist ein Menschenrecht. Mit ihren Programmen ermöglicht die Caritas Kleinbauern und Viehzüchtern, dass sie ihre natürlichen Ressourcen nachhaltig bewirtschaften und den Zugang zu einer ausreichenden und ausgewogenen Ernährung zu verbessern. Zudem erhalten sie Unterstützung dabei, sich in die Wertschöpfungskette einzuschalten und ökologische und preiswerte Produkte auf lokalen Märkten verkaufen zu können.

Projektbeispiel:

Die Caritas unterstützt Bauernfamilien im Tschad, damit sie mit der Produktion von Erdnüssen und der besseren Vermarktung von Karité-Produkten ein stabiles und besseres Einkommen erzielen. Mit dürreresistentem Saatgut und mehr landwirtschaftlichem Wissen erwirtschaften sie bessere Erträge.

Die Caritas unterstützt sie bei der Gründung von Bauerngenossenschaften und Frauenorganisationen und bei der richtigen Lagerung der Ernte. Rund 450 000 Menschen profitieren direkt von diesem Projekt. Mehr

 

 

Ziel 3: Wohlergehen fördern

Die Agenda 2030 will ein gesundes Leben für alle Menschen jeden Alters gewährleisten und ihr Wohlergehen fördern. Dazu zählen weitere Fortschritte bei der Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria. Gesundheit hängt stark mit Armut zusammen. Allen Menschen soll Zugang zu guten Gesundheitsdiensten und zu Arzneimitteln gewährt sein.

Das tut die Caritas:

In der Schweiz haben - wie überall auf der Welt - arme Menschen mehr gesundheitliche Probleme und eine geringere Lebenserwartung. Armutsbekämpfung hat daher immer zum Ziel, die Gesundheitschancen und die gesellschaftliche Teilhabe von armen Menschen zu verbessern. Dies kann durch konkrete Gesundheitsförderung geschehen, aber auch indirekt durch einen besseren Zugang zu kulturellen und sportlichen Angeboten.

Projektbeispiel:

Die Caritas bietet sozial benachteiligten Menschen in verschiedenen Regionen der Schweiz die KulturLegi an. Sie erhalten damit Vergünstigungen bei Kultur-, Sport- und Bildungsangeboten sowie im Gesundheitsbereich. Mehr als 70 000 Personen besitzen bereits eine KulturLegi. Über 2270 Angebotspartner in der ganzen Schweiz sind von der Idee überzeugt und gewähren grosszügige Rabatte bei Vorweisen der KulturLegi.

 

Ziel 4: Bildung ermöglichen

Eine qualitativ gute Bildung ist zentral für die Bekämpfung der Armut und die Verbesserung der Lebensbedingungen. Alle Kinder sollen gemäss der Agenda 2030 eine Grundschule besuchen können. Das genügt aber nicht: auch eine daran anschliessende Berufsbildung muss gewährleistet sein. Zudem braucht es die Chance zum lebenslangen Lernen. Der Zugang zur Bildung muss besonders auch für Mädchen und Frauen gewährleistet sein. Auch in den hochentwickelten Ländern wie der Schweiz ist diese Forderung zentral, denn geringe Bildung ist hier eines der grössten Armutsrisiken

Das tut die Caritas:

Weltweit setzt sich die Caritas dafür ein, dass der Zugang zur Schule auch für benachteiligte Kinder und Jugendliche verbessert wird. Dies gilt auch für Kinder, die auf der Flucht sind. Dabei legt die Caritas besonderes Gewicht auf einen qualitativ guten Unterricht und fördert die Lehrpersonen entsprechend. Im Weiteren gilt es, die Zahl der vorzeitigen Schulabbrüche zu verringern. Da eine Grundschulbildung keine ausreichende Basis für die Sicherung einer Existenz ist, fördert die Caritas auch berufliche Ausbildungen. In der Schweiz gilt es, Kinder von benachteiligten Familien möglichst früh zu fördern, damit sie ohne kaum mehr aufholbare Rückstande in die Schule eintreten können.

Projektbeispiel:

In Äthiopien haben noch lange nicht alle Kinder die Chance, eine Schule zu besuchen. Zu wichtig ist ihre Arbeitskraft, zu weit sind die Schulwege, zu arm sind die Familien. 3600 Kinder können dank der Caritas jedes Jahr zur Schule gehen. Besonders gefördert wird die Einschulung von Mädchen. Denn in ihren Händen liegt die Entwicklung des Landes. In «girls clubs» diskutieren sie ihre speziellen Themen. Das schafft Chancengleichheit und ist eine wichtige Massnahme im Kampf gegen die Verheiratung im Kindesalter.

 

 

 

Ziel 5: Gleichstellung erreichen

Geschlechtergleichstellung erreichen und alle Frauen und Mädchen zur Selbstbestimmung befähigen: so lautet Ziel 5 der Agenda 2030. Die Ungleichheit zwischen den Geschlechtern ist eines der grössten Hindernisse für nachhaltige Entwicklung, ökonomisches Wachstum und Armutsreduktion. Daher muss die Rolle von Frauen gestärkt werden. Gewalt gegen Frauen, wirtschaftliche Ungleichheit und die geringe Teilhabe von Frauen an politischen Entscheidungsstrukturen muss entschieden entgegengewirkt werden.

Das tut die Caritas:

Für Caritas Schweiz ist die Geschlechtergerechtigkeit und die Stärkung von Frauen ein wichtiges Ziel in allen Projekten und Kooperationen. Frauen sollen in der persönlichen Entwicklung und Lebensgestaltung die gleichen Chancen haben wie Männer. Dazu zählt ein gleichberechtigter Zugang zu Ressourcen wie etwa zu Kleinkrediten oder Rechtsgleichheit sowie der Schutz vor Ausbeutung. In den Projekten können Frauen ebenso mitbestimmen wie Männer.

Projektbeispiel:

In Tadschikistan half Caritas Schweiz 2007 bei der Gründung des Frauennetzwerks Zamzam, das sie auch heute noch unterstützt. Über 20 Frauengruppen schlossen sich zusammen, um als Kleinunternehmerinnen ihr Einkommen zu verbessern, die Existenz ihrer Familien zu sichern und den Kindern eine Ausbildung zu ermöglichen. So ist zum Beispiel ein Milchverarbeitungsbetrieb entstanden, der Sauerrahm, Butter oder Hartkäse herstellt. Weitere Betriebe widmen sich der Wollverarbeitung oder der Geflügelzucht.

 

Ziel 6: Wasser zugänglich machen

Der Zugang zu Wasser ist ein Menschenrecht. Doch rund 780 Millionen Menschen weltweit haben gemäss UNO keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser, über 2,5 Milliarden können keine sanitären Anlagen nutzen. Der Zugang zu Trinkwasser soll mit der Agenda 2030 verbessert werden, ebenfalls die Sanitärversorgung und die Hygiene.

Das tut die Caritas:

Die Verfügbarkeit von Wasser sicherzustellen gehört zu den zentralen Aufgaben der Caritas. Es werden Quellen gefasst, Brunnen gebohrt, Dämme und sanitäre Einrichtungen gebaut. Die Caritas betreibt Aufklärungsarbeit zur Wassernutzung und Hygiene, regelt Wasser-Nutzungsrechte und reduziert die schlimmsten Auswirkungen von Katastrophen mit dem Bau von Hochwasserschutzdämmen und Massnahmen zum Schutz vor Bodenerosion. Und die Caritas bringt, ganz im Sinne der Hilfe zur Selbsthilfe, die lokale Regierung, dörfliche Wasserkomitees und Handwerker zusammen, damit sie die Lösung von Problemen selber in die Hand nehmen können.

Projektbeispiel:

In zahlreichen Dörfern des Südsudans verbessert Caritas Schweiz den Zugang zu sauberem Trinkwasser. Felsen dienen dabei als natürliche Auffangflächen für Regenwasser. Mit Dämmen und Zisternen wird das Wasser gefasst und gespeichert. Ebenso wichtig wie die Verfügbarkeit von Wasser ist es, Wissen über Hygiene und die Nutzung von sanitären Einrichtungen zu vermitteln.

 

Ziel 7: Zugang zu Energie sichern

Heute haben weltweit 1,6 Milliarden Menschen keinen Zugang zu Elektrizität, und 2,5 Milliarden Menschen hängen von traditioneller Biomasse - vor allem von Brennholz - als Energiequelle ab. Ziel 7 fordert den allgemeinen Zugang zu bezahlbaren, verlässlichen und modernen Energiedienstleistungen. Dies ist eine unerlässliche Voraussetzung, damit andere Zielsetzungen wie Überwindung von Armut, die Sicherstellung der Ernährung, die Versorgung mit sauberem Wasser, die Verbesserung der öffentlichen Gesundheit und Fortschritte im Bildungswesen erreicht werden können. Der Anteil erneuerbarer Energie soll deutlich erhöht werden.

Das tut die Caritas:

Ein gerechter Zugang zu Energie ist eine Grundvoraussetzung für die Bekämpfung der Armut. Arme Frauen und Kinder profitieren besonders von der Verfügbarkeit von sauberen und modernen Energiequellen, weil sie zum Beispiel weniger Zeit und Kraft für das tägliche Sammeln von Brennholz einsetzen müssen oder weniger stark den Schadstoffen ausgesetzt sind, die beim Kochen auf offenen Feuerstellen im Haus entstehen. Die Caritas setzt sich dafür ein, dass auch die ärmsten Menschen nachhaltige und erneuerbare Energie nutzen können.

Projektbeispiel:

Im Norden Brasiliens leiden die Kleinbauern unter der Dürre, welche durch die intensive Landwirtschaft der Grossbetriebe noch verstärkt wird. Die Caritas unterstützt die armen Familien mit dem Bau von Wasserzisternen und ermöglicht ihnen, Biogas und organischen Dünger zu produzieren.

 

Ziel 8: Arbeit und Wirtschaft fördern

Mit Ziel 8 will die Agenda 2030 dauerhaftes, breitenwirksames und nachhaltiges Wirtschaftswachstum fördern. Vollbeschäftigung und menschenwürdige Arbeit werden angestrebt. Das Wachstum soll nachhaltig sein und darf nicht zu einer weiteren Zerstörung der Umwelt führen. Ziel sind nicht nur genügend, sondern auch menschenwürdige Arbeitsplätze. So sollen Zwangsarbeit, moderne Sklaverei und Menschenhandel bis 2030 beendet werden.

Das tut die Caritas:

Die Caritas strebt an, dass auch arme Menschen einen besseren Zugang zu Märkten erhalten. So sollen Kleinbauernfamilien ihre Produkte gewinnbringend verkaufen können, um die wirtschaftliche Situation der Familie zu verbessern. Die Arbeit soll aber auch unter menschenwürdigen Umständen geleistet werden können. So setzt sich die Caritas dafür ein, dass Menschen sich gegen Ausbeutung schützen, indem sie sich zusammenschliessen und für ihre Rechte kämpfen. In der Schweiz wirkt die Caritas den Folgen von prekäre Arbeitsbedingungen und Tieflöhnen entgegen.

Projektbeispiel:

Mindestens 570 000 Personen sind in der Schweiz gemäss Bundesamt für Statistik in erheblichen Zahlungsrückständen oder von kritischen Kontoüberzügen betroffen. Eine Überschuldung zieht häufig fatale Folgen nach sich. Menschen mit finanziellen Schwierigkeiten leiden verstärkt unter gesundheitlichen Problemen, sie kämpfen mit Spannungen in der Familie, verlieren unter Umständen ihren Job und gleiten in die Sozialhilfe ab. Die Caritas bekämpft Überschuldung mit Prävention, Information und Beratung.

 

Ziel 9: Infrastruktur aufbauen

Die Uno will eine widerstandsfähige Infrastruktur aufbauen, breitenwirksame und nachhaltige Industrialisierung fördern und Innovationen unterstützen. Dazu sollen Rohstoffe effizienter eingesetzt und saubere, umweltverträgliche Technologien und Industrieprozesse gefördert werden. Entwicklungsländer brauchen Unterstützung bei der Technologieentwicklung, Forschung und Innovation. Weiter sollen auch kleinere Industrie- und anderer Unternehmen Zugang zu bezahlbaren Krediten und zu Märkten haben. Schliesslich soll in den am wenigsten entwickelten Ländern ein allgemeiner und erschwinglicher Zugang zum Internet bereitgestellt werden.

Das tut die Caritas:

Der Wiederaufbau der Infrastruktur ist nach Katastrophenereignissen wie Erdbeben oder Überschwemmungen ganz zentral für eine Rückkehr zur Normalität. Die Caritas ist spezialisiert im Wiederaufbau von Schulen. Die Schulgebäude, die in Haiti und in den Philippinen gebaut wurden und zurzeit in Nepal erstellt werden, sind so konzipiert, dass sie erdbeben- und sturmsicher sind und der Bevölkerung im Notfall als Schutzräume dienen können.

Projektbeispiel:

Im April 2015 wurde Nepal von einem verheerenden Erdbeben getroffen. Im Distrikt Sindhupalchok wurden 95 Prozent aller Häuser, Strassen und Schulen zerstört. Unmittelbar nach dem Erdbeben stellten Caritas Schweiz und Helvetas mit Unterstützung der Glückskette und weiterer Partner sicher, dass der Schulbetrieb in Sindhupalchok nahtlos weiterlaufen konnte. Dazu wurden 100 provisorische Schulen für 6500 Kinder errichtet. Ein Jahr nach der Katastrophe hat der Wiederaufbau von 34 dauerhaften Schulzentren für 6000 Schülerinnen und Schüler begonnen. Mehr

 

Ziel 10: Ungleichheit verringern

Globale Ungleichheiten sind eines der grössten Hindernisse für nachhaltige Entwicklung und Armutsbekämpfung. In den letzten Jahren haben die Ungleichheiten in vielen Ländern zugenommen. Ungleichheiten beschränken die Möglichkeiten gesellschaftlicher Gruppen, sich am sozialen, kulturellen, politischen und wirtschaftlichen Leben zu beteiligen und einen sinnvollen Beitrag dazu zu leisten. Deshalb fokussiert Ziel 10 auf die Reduktion von Ungleichheiten innerhalb und zwischen Staaten, und fordert unter anderem, dass das Einkommenswachstum für die ärmsten 40 Prozent der Bevölkerung nachhaltig gefördert wird.

Das tut die Caritas:

In der Schweiz leben über eine halbe Million Menschen unter der Armutsgrenze und ebenso viele knapp darüber. Caritas Schweiz fordert eine nationale Politik der Armutsbekämpfung. Insbesondere ist es aus Sicht der Caritas notwendig, dass der in den letzten Jahren betriebene Sozialabbau gestoppt wird. Besondere Anstrengungen sind bei der Bildung für benachteiligte Menschen und bei der Förderung von Familien notwendig. Die Caritas nimmt dazu regelmässig in Positionspapieren Stellung.

Projektbeispiel:

Im Patenschaftsprojekt «mit mir» engagieren sich Freiwillige für benachteiligte Kinder und schenken ihnen Zeit und Aufmerksamkeit. Die Caritas bringt Kinder und Freiwillige zusammen und betreut sie.

 

Ziel 11: Sicherheit schaffen

Seit kurzem lebt mehr als die Hälfte der Bevölkerung weltweit in Städten. Dieser Anteil wird weiterhin stark ansteigen. Die Urbanisierung bringt grosse Herausforderungen mit sich, gerade auch in ökologischer Hinsicht. Die Uno will die von Städten ausgehende Umweltbelastung verringern. Auch die sozialen Unterschiede in der Bevölkerung sollen verringert werden.

Das tut die Caritas:

Der unumkehrbare Megatrend der weltweiten Verstädterung bringt neue soziale Herausforderungen mit sich. Die Caritas verstärkt ihr Engagement zugunsten der Bevölkerung in den unkontrolliert wachsenden Armenquartieren. Wie in ländlichen Regionen geht es hier um die Sicherung des Zugangs zu sauberem Wasser und Sanitäranlagen, zu Schulen, aber auch zu einer existenzsichernden Arbeit und zu Kleinkrediten. Gleichzeitig gilt es, den Ursachen der Abwanderung in die Städte entgegenzutreten. Ein besonderes Augenmerk gilt der Katastrophenprävention, sind doch die Ärmsten Risiken wie Überflutungen oder Erdbeben am stärksten ausgesetzt.

Projektbeispiel:

Dass die Flüsse über die Ufer treten, ist in Kambodscha normal. Die Bauernfamilien leben seit je mit den monatelangen Überschwemmungen ihrer Felder. Doch die Regenzeit wurde in den letzten Jahren immer unberechenbarer und neu plagen auch Dürren die Bevölkerung. Zerstörte Ernten, Hunger und die Flucht in die Städte sind die Folgen. Die Caritas schult 10 000 Familien, wie sie sich auf Katastrophen vorbereiten können.

 

Ziel 12: Nachhaltig konsumieren

Die Weltbevölkerung konsumiert gegenwärtig mehr Ressourcen, als in der Natur erneuert werden. Damit die soziale und wirtschaftliche Entwicklung im Rahmen der Tragfähigkeit der Ökosysteme stattfinden kann, muss sich die Art und Weise, wie unsere Gesellschaft Güter produziert und konsumiert, grundlegend verändern.

Das tut die Caritas:

Gerade Menschen in Armut haben oft keine Wahl. Aufgrund ihres knappen Budgets kaufen sie die günstigsten Produkte ein, die oft nicht den Kriterien einer nachhaltigen Produktion entsprechen. Die Caritas setzt sich zum Ziel, auch armutsbetroffenen Menschen Zugang zu gesunden und gleichzeitig bezahlbaren Lebensmitteln zu verschaffen und ihnen dabei auch Wahlmöglichkeiten zu bieten.

Projektbeispiel:

Helfen statt wegwerfen: In den schweizweit 24 Caritas-Märkten können Menschen mit minimalem Einkommen Lebensmittel und Hygieneartikel zu Tiefstpreisen einkaufen. Dank dieser Einsparungen erhalten sie mehr finanziellen Spielraum. Das Sortiment umfasst Grundnahrungsmittel, Frischprodukte, Obst und Gemüse, Hygieneartikel und alle wichtigen Produkte des täglichen Bedarfs. Ein Teil der Waren stammt aus Überproduktionen, Fehllieferungen, schadhaften Serien und Liquidationen von über 400 Lieferanten - die Qualität der Produkte ist aber immer einwandfrei.

 

Ziel 13: Klimawandel bekämpfen

Der Klimawandel ist eine der grössten Bedrohungen der heutigen Zeit. Die Erderwärmung gefährdet die Lebensgrundlagen weiter Bevölkerungsteile. Ziel 13 strebt ein Rahmenabkommen an, das eine dringend notwendige Abschwächung des Klimawandels herbeiführt. Hier stehen besonders die entwickelten Länder als Hauptverursacher der Erderwärmung in der Pflicht. Vom Klimawandel sind die ärmsten Länder und ihre Bevölkerung am stärksten betroffen. Es geht daher auch um eine Stärkung der Widerstandsfähigkeit gegenüber klimabedingten Naturkatastrophen.

Das tut die Caritas:

Caritas Schweiz leistet mit ihren Projekten einen gezielten Beitrag dazu, die Emissionen zu reduzieren, die zum Klimawandel beitragen. Dabei soll auch die ärmste Bevölkerung besseren Zugang zu sauberer und erneuerbarer Energie erhalten. An vielen Orten ist es notwendig, die Menschen vor den Folgen des Klimawandels zu schützen. So leistet die Caritas einen Beitrag dazu, dass sich Bauerngemeinschaften besser gegen Dürreperioden wappnen und trotzdem einen ausreichenden Ertrag aus ihrer landwirtschaftlichen Arbeit erzielen können. Der Schutz vor den Folgen der sich häufenden Naturkatastrophen gewinnt zusätzlich an Bedeutung. Die Caritas setzt daher auf Prävention und auf den verbesserten Schutz von Leben und Gütern.

Projektbeispiel:

In Mali verbessern Feld-Bewässerungsanlagen und Rückhaltedämme die Ernährung der Bevölkerung. Gleichzeitig sorgen die kombinierten Trink- und- Gebrauchswassersysteme für eine bessere Versorgung der Haushalte mit sauberem Trinkwasser.

 

Ziel 14: Meere schützen

Verschmutzung und Übernutzung der Ozeane bereiten zunehmend Probleme, etwa die akute Gefährdung der Artenvielfalt, die Versauerung der Meere und der zunehmende Plastikmüll. Zusätzlich zur industriellen Fischerei und der industriellen Nutzung von Meeresressourcen, setzt der Klimawandel die Ökosysteme immer mehr unter Druck. Eine weiter wachsende Weltbevölkerung wird in Zukunft noch verstärkt auf Ressourcen aus den Meeren angewiesen sein.

Das tut die Caritas:

Der Schutz der Meere ist kein Tätigkeitsfeld der Caritas. In einzelnen Projekten werden aber Fischerfamilien dabei unterstützt, alternative Einkommensquellen zu erschliessen, wenn sie sich aufgrund von Katastrophenereignissen oder aufgrund der Überfischung ihrer Fanggebiete kein existenzsicherendes Einkommen mehr erwirtschaften können.

Projektbeispiel:

Nach dem verheerenden Tsunami, der 2004 die Küstenregionen Südostasiens heimsucht, unterstützte Caritas in Indien, Sri Lanka, Thailand und Indonesien Fischerfamilien dabei, ihre zerstörte Existenz wiederaufzubauen. Sie versorgte sie mit neuen Booten und Netzen. In Indien unterstützte die Caritas Witwen, die vom Verkauf von Fisch leben, sich zu organisieren und sich vor Ausnützung besser zu schützen.

 

Ziel 15: Landökosysteme schützen

Landökosysteme brauchen einen besseren Schutz und sollen wo nötig wiederhergestellt und ihre nachhaltige Nutzung soll gefördert werden. Insbesondere muss die Abholzung von Wäldern gestoppt und Ausbreitung der Wüsten bekämpft werden. Ein besonderes Augenmerk gilt auch dem Erhalt der Artenvielfalt.

Das tut die Caritas:

Kleinbauern leisten nach wie vor einen grossen Beitrag zur Versorgung der Weltbevölkerung. Der Landraub durch Grossgrundbesitzer, die in Monokulturen für den Weltmarkt anbauen, ist eine Bedrohung sowohl für ihre Existenz wie auch für die natürlichen Grundlagen. Die Caritas unterstützt die ländliche Bevölkerung, fördert nachhaltige und ökologischen Anbaumethoden und hilft den Kleinproduzenten, ihre Produkte marktfähiger zu machen. Damit leistet sie einen wichtigen Beitrag zu einer nachhaltigen Nutzung der Landressourcen.

Projektbeispiel:

In der Schweiz unterstützt die Caritas Bergbauernfamilien mit dem Einsatz von Freiwilligen. Diese helfen mit, die arbeitsreichen Sommermonate zu bewältigen, insbesondere dann, wenn die Familien von Krankheiten und Unfällen betroffen sind oder wenn Hangrutsche und Lawinen ihre Betriebe beschädigt haben.

 

Ziel 16: Frieden fördern

Eine friedliche Welt gehört zur Vision der Uno. Die Verringerung aller Formen von Gewalt, die Beendung von Folter und die Bekämpfung aller Formen organisierter Kriminalität gehören daher zu den Zielen der Agenda 2030. Zudem sollen Korruption und Bestechung sowie illegale Waffen- und Finanzströme deutlich verringert werden. Rechtstaatlichkeit soll gefördert und der gleichberechtige Zugang zur Justiz gewährleistet werden.

Das tut die Caritas:

Gewalt und Krieg zwingen Menschen zur Flucht und bedrohen ihre existenziellen Grundlagen. Caritas Schweiz setzt sich für Vertriebene und Flüchtlinge ein, hilft ihnen zu überleben und neue Zukunftsperspektiven aufzubauen. Nach Kriegen setzt sichdie Caritas dafür ein, dass Minderheiten geschützt sind, dass die Landrechte der ärmsten Bevölkerung respektiert werden und dass eine friedliche zivile Gesellschaft aufgebaut werden kann. Die Caritas unterstützt auch zivilgesellschaftliche Organisationen, die sich für Frieden und Versöhnung einsetzen.

Projektbeispiel:

In Kolumbien hoffen die Menschen nach jarhzehntelangem Krieg auf einen baldigen Friedensschluss. Die Caritas engagiert sich zusammen mit dem Bund und andern Schweizer Hilfswerken im Friedensförderungsprogramm «Semillas de Esperanza». Zwei kolumbianischen Organisationen, die in der vom Konflikt besonders gezeichneten Karibikregion arbeiten, begleiten Dorfgemeinschaften in Landrechtsfragen, schaffen Möglichkeiten für einen Dialog und fördern die lokale Entwicklung. Diese Massnahmen entschärfen lokale und regionale Konflikte und leisten so einen Beitrag an den Friedensprozess in Kolumbien.

 

Ziel 17: Globale Netzwerke nutzen

Die Länder des Nordens haben sich dazu verpflichtet, 0,7 Prozent ihres Bruttonationaleinkommens für Entwicklungshilfe aufzuwenden. Dieses Ziel wird mit der Agenda 2030 erneuert. Die Globale Partnerschaft für nachhaltige Entwicklung soll mit neuem Leben erfüllt werden.

Das tut die Caritas:

Die Schweiz muss sich aus Sicht der Caritas verbindlich zu mehr Solidarität mit den armen Ländern bekennen. Als Land, das an der Spitze der reichsten Länder der Welt steht und dessen Bruttoinlandprodukt so gross ist, wie das der 30 ärmsten Länder weltweit mit 800 Millionen Einwohnern, soll sie auch einen Spitzenplatz in der Entwicklungszusammenarbeit einnehmen. Die Schweizer Bevölkerung steht hinter einer grosszügigen Entwicklungszusammenarbeit, wie Umfragen zeigen. Eine Kürzung der Mittel, wie sie immer wieder politisch zur Debatte steht, ist daher inakzeptabel. Im Gegenteil fordert die Caritas, dass die Schweiz ihre Mittel für die Entwicklungszusammenarbeit markant erhöht. Mehr

 

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