Wie eine Wetterstation entsteht

 

Der Klimawandel macht das Wetter in Tadschikistan unberechenbar. Die ohnehin trockenen Sommer werden noch heisser und die starken Frühjahrsniederschläge zusammen mit einer schnelleren Schneeschmelze führen zu Sturzfluten und Erdrutschen. Die Bäuerinnen und Bauern können sich nicht mehr auf die gewohnten Wetterverhältnisse verlassen, es drohen grosse Ernteverluste. Wenn die Menschen aber Zugang zu aktuellen Wetterinformationen und -vorhersagen erhalten, kann dem entgegengewirkt werden: Sie werden vom Wetter nicht mehr überrascht, sondern können entsprechend planen.

Kooperation mit der UNO
Daher arbeitet Caritas Schweiz im gebirgigen oberen Rasht-Tal mit den ansässigen Bauernfamilien daran, eine bessere Basis an Wetterdaten zu schaffen. Um dieses Ziel zu erreichen, kooperieren wir mit der World Meteorological Organization (WMO) der UNO, MeteoSchweiz und dem Schweizer WSL Institut für Schnee- und Lawinenforschung (SLF). Es entsteht ein Netz von kostengünstigen Wetterstationen. Diese senden laufend aktuelle Daten zu Temperatur, Luftdruck und Luftfeuchtigkeit an den tadschikischen Wetterdienst. Ausgewählte Bäuerinnen und Bauern betreuen diese Stationen und sammeln täglich zusätzlich Daten zu Niederschlag und Bodentemperatur. Diese Daten unterstützen einerseits die Bauern direkt, anderseits erlauben sie es dem tadschikischen Wetterdienst, seine Wettervorhersagen zu verbessern und spezifische wetterbasiere Dienstleistungen anzubieten.

500 solcher Wetterstationen sollen im Projektgebiet entstehen. Bis heute konnten wir bereits 15 Stationen errichten. Wie sieht so eine Wetterstation genau aus? Schauen Sie sich dazu diesen kurzen Film an.

 

Aktueller Projektfortschritt

  • Caritas Schweiz unterzeichnet im Moment in Tadschikistan ein Rahmenabkommen mit dem nationalen Wetterdienst, dem Landwirtschaftsministerium und der Naturgefahrenbehörde. Darin werden die Rollen und Verantwortlichkeiten aller beteiligten Parteien definiert. Dieses Abkommen ist der offizielle Startschuss für die Zusammenarbeit mit den nationalen Partnern des Projekts.
     
  • Zusammen mit dem Errichten der ersten Wetterstationen schulen wir die ersten Bäuerinnen und Bauern in der Messung der Bodentemperatur mit einem einfachen Messgerät, das ähnlich aussieht wie ein Bratenthermometer. Die Temperatur soll in 2-20 cm Tiefe gemessen werden – dort, wo die Pflanzen dann auch keimen.
     
  • Damit die gesammelten Daten intuitiv und einfach durch die Bäuerinnen und Bauern an den nationalen Wetterdienst übermittelt werden können, arbeiten wir mit einem Telefonanbieter zusammen. Gemeinsam bauen wir ein System auf, das den Bäuerinnen und Bauern eine SMS schickt, dass sie nun die Temperatur messen sollen. Sie können im Anschluss die Zahl einfach eintippen und zurücksenden. Die Nachricht wird umgehend an die richtige Stelle übermittelt. Durch dasselbe System erhalten die Bäuerinnen und Bauern die wetterbasierten Empfehlungen des Wetterdienstes.
 
 

Unser Klima-Projekt in Tadschikistan