De nombreux enfants connaissant des situations psycho-sociales particulières ont besoin qu’on leur tende la main.
De nombreux enfants connaissant des situations psycho-sociales particulières ont besoin qu’on leur tende la main.

Professionelle Pflegefamilien für Kinder in Not

Caritas und Kanton Genf schaffen neues Angebot

Für Kinder in schwierigen familiären Verhältnissen fehlt es im Kanton Genf an geeigneten Unterbringungsmöglichkeiten. Nun starten Caritas Schweiz und das kantonale Jugendamt ein schweizweit einzigartiges Pilotprojekt.

Der Mangel an Heimplätzen und Pflegefamilien spitzt sich in der Westschweiz zu. Besonders betroffen ist der Kanton Genf. Während der Bedarf an Betreuungsplätzen für Kinder in schwierigen familiären Situationen wächst, werden gleichzeitig die individuellen psychosozialen Situationen immer komplexer. In akuten Situationen bleibt daher oft nur die Hospitalisierung der Kinder – eine Lösung, die als letzter Ausweg gilt.

Nun schafft Caritas Placement Familial Romandie im Auftrag des kantonalen Jugendamts OCEJ in Genf eine familiennahe Alternative für Kinder mit besonderen Bedürfnissen. Kern des Pilotprojekts ist der Aufbau eines Netzwerks von gut geschulten Pflegefamilien, bei denen die Kinder Sicherheit und Geborgenheit finden.

Um die Pflegefamilien auf diese Aufgabe vorzubereiten, werden sie von Beginn an professionell begleitet und unterstützt. Dazu gehören regelmässige Coachings, Supervision, Schulungen sowie häufige Hausbesuche.

Barbara Kaiser
«Jede Pflegefamilie ist ein Hoffnungsschimmer. Eine offene Tür in einer angespannten Situation öffnet den Weg in eine stabilere Zukunft.»Barbara KaiserProjektleiterin Caritasa schweiz

Kurz- wie auch langfristige Betreuung ist möglich

Wie lange ein Kind bei einer Pflegefamilie bleibt, hängt von der individuellen Situation ab. Möglich ist sowohl eine kurzfristige Notfall- und Krisenunterbringung als auch eine mittel- oder langfristige Betreuung. Mit diesem flexiblen Ansatz wird das Projekt den vielfältigen Bedürfnissen der Kinder gerecht.

Für ihr Engagement erhalten die Pflegefamilien eine finanzielle Entschädigung. Auch Beiträge für die berufliche Vorsorge werden geleistet – ein Zeichen, um ihren wichtigen Beitrag für die Gesellschaft anzuerkennen. Damit die Pflegeeltern weiterhin berufstätig sein können, haben sie Anspruch auf Unterstützung im Alltag: Erfahrene Babysitter übernehmen während der Arbeitszeiten die Verantwortung für die Kinder.

Die Caritas und das Genfer Jugendamt bauen das Netzwerk derzeit aus. Gesucht sind Familien, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen – und Kindern in schwierigen Lebenslagen Halt und neue Perspektiven zu geben. Um ein sicheres Betreuungsumfeld zu gewährleisten, müssen interessierte Pflegeeltern in der Schweiz wohnen und dürfen nicht vorbestraft sein. Jährliche Besuche durch die zuständige Bewilligungs- und Aufsichtsbehörde (SASLP) gehören ebenso zur Qualitätssicherung.

Geschrieben von Barbara Kaiser, Projektverantwortliche Caritas Schweiz

Gerne vermitteln wir Interviews und beantworten Medienanfragen: medien@caritas.ch

Informationsabend

An einer öffentlichen Veranstaltung wird das Projekt vorgestellt und über die Bedingungen und den aktuellen Bedarf informiert. Sie findet statt am:

Dienstag, 13. Januar 2026, um 18.30 Uhr
8 rue Adrien-Lachenal, Saal 008
1207 Genf

Interessierte Personen können sich mit Fachleuten austauschen, Fragen stellen und erfahren, was die Rolle einer Pflegefamilie bedeutet. Angesichts des akuten Mangels an Aufnahmekapazitäten kann jede Familie durch ihr Engagement einem Kind die Chance eines strukturierten, sicheren und wohlwollenden Umfelds bieten.

Weitere Informationen

Titelbild: De nombreux enfants connaissant des situations psycho-sociales particulières ont besoin qu’on leur tende la main. © iStock