Entwicklungszusammenarbeit

Mehr Geld und mehr konkrete Lösungsansätze statt leerer Versprechungen in der Klimapolitik

Unter den Slogans #ShowUsTheMoney und #PayUpForLossAndDamage forderten Vanessa Nakate und andere Klimaaktivistinnen und -aktivisten aus dem Globalen Süden bereits im Vorfeld der internationalen Klimakonferenz COP27 mehr Geld für die Bekämpfung der Klimakrise. Ihr Unmut ist angesichts der aktuellen Mehrfachkrise, die in ihren Herkunftsländern gravierende Folgen zeitigt, mehr als verständlich: Statt lediglich politische Versprechungen zu machen, müssen die Verursacherstaaten endlich effektive und ambitionierte Pläne zur Reduktion der CO2-Emissionen vorlegen. Gleichzeitig stehen sie in der Pflicht, ausreichend finanzielle Mittel für die von der Klimakrise am stärksten betroffenen Länder im Süden bereitzustellen.

 

In der internationalen Klimapolitik zeigt sich momentan symptomatisch das Unvermögen der Staatengemeinschaft, die dringendsten Probleme unserer Zeit anzugehen und gemeinsam Lösungen voranzutreiben. Die Klimakrise ist eine der grössten Herausforderungen der Menschheit und doch bleibt die Antwort der internationalen Politik darauf ungenügend. Dies bestätigt sich einmal mehr an der diesjährigen Konferenz der Vertragsparteien der UNO-Klimakonvention (COP27), die seit Anfang November in Ägypten stattfindet. In regelmässigen Abständen rufen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in Berichten dazu auf, dass massiv mehr unternommen werden muss, um das 1,5-Grad-Ziel des Pariser Klimaabkommens nicht völlig aus den Augen zu verlieren oder um zumindest das 2-Grad-Ziel erreichen zu können. Entsprechende politische Massnahmen bleiben jedoch aus oder sind ungenügend. 

Wichtige Zeit geht verloren

Dadurch geht wichtige Zeit verloren; Zeit, die jedes Jahr knapper wird, um die globalen Klimaziele überhaupt noch erreichen zu können. Unter diesem Scheitern der internationalen Politik leiden vor allem die Menschen in den ärmsten Ländern der Welt. Sie sind es, die am wenigsten zur Klimakrise beigetragen haben, die nun aber die negativen Folgen am stärksten zu spüren bekommen.

Dass afrikanische Klimaaktivistinnen und -aktivisten sowie zivilgesellschaftliche Organisationen aus dem Globalen Süden auf Social-Media-Plattformen mit immer mehr Nachdruck massiv mehr Geld für Klimaanpassungs- und Reduktionsmassnahmen sowie für erlittene Schäden und Verluste fordern, überrascht angesichts dieses politischen Scheiterns nicht. 

Zugeständnisse der Industriestaaten sind oft nicht viel wert

Die Erfahrungen der vergangenen Jahre haben gezeigt, wie wenig in der internationalen Klimafinanzierung die politischen Zugeständnisse der Industriestaaten oftmals wert sind. Bereits 2010 hatten sie sich zum Ziel gesetzt, ab 2020 jährlich gemeinsam 100 Milliarden US-Dollar für Mitigations- und Adaptationsmassnahmen in Entwicklungsländern bereitzustellen. Finanzielle Mittel für die Deckung von Verlusten und Schäden waren dabei noch nicht einmal mitgerechnet; trotzdem wurde das Ziel im Jahr 2020 verfehlt. 

Gleichzeitig weisen Expertinnen und Experten seit längerem darauf hin, dass auch die 100 Milliarden US-Dollar nicht ausreichen werden, um die globalen Herausforderungen der Klimakrise zu meistern. Es braucht definitiv mehr Geld und einen grösseren politischen Willen, um noch Schlimmeres zu verhindern. 

In den eigenen Projektländern beobachtet Caritas Schweiz bereits heute die gravierenden Auswirkungen, welche die Klimakrise für die Lokalbevölkerung mit sich bringt. In Äthiopien, wie auch in anderen Ländern am Horn von Afrika, erleben die Menschen derzeit die schwerste Dürre seit vierzig Jahren. Aktuell droht in der Region die fünfte Regensaison in Folge mit unterdurchschnittlich geringen Niederschlägen auszufallen. Gemäss Angaben des Welternährungsprogrammes sind bereits über 20 Millionen Menschen alleine in Äthiopien auf Nahrungsmittelhilfe angewiesen. Diese Menschen brauchen keine neuen Versprechungen, sondern rasche und wirksame Massnahmen, die ihre Zukunft sichern.

 
 
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