Teuerung, steigende Strompreise und höhere Krankenkassenprämien

Caritas fordert Direkthilfen gegen die drohende Armut

Das Jahr 2023 wird mit einer Kostenexplosion starten: Die Strompreise steigen um durchschnittlich 27 Prozent, die Krankenkassenprämien werden bis zu 10 Prozent teurer. Die Haushalte mit tiefen Einkommen trifft dies ins Mark. Caritas ist besorgt und ruft die Politik auf, sofort zu handeln, um eine Ausbreitung der Armut zu verhindern.

 

Bereits heute ist jede siebte Person in der Schweiz von Armut betroffen oder bedroht, weil sie nur knapp über der Armutsgrenze lebt. Schon Mehrkosten von 50 oder 100 Franken im Monat wirken sich auf Menschen an der Armutsgrenze im Alltag drastisch aus: Sie müssen diese zusätzlichen Ausgaben irgendwo einsparen. 

Peter Lack, Direktor Caritas Schweiz, sieht Menschen in solchen Situationen in akuter Gefahr: «Vielen armutsgefährdeten Familien wird das Geld fehlen, um ihre Rechnungen auf das Monatsende hin zu bezahlen. Es wird ihnen nichts anderes übrigbleiben, als zum Beispiel auf eigentlich notwendige Arztbesuche zu verzichten oder beim Essen noch mehr zu sparen, als sie das ohnehin schon tun.» Das ist sehr einschneidend, da eine unausgewogene Ernährung die physische und psychische Gesundheit beeinträchtigt. 

Die Schweiz schlittert auf eine Krise zu, welche die Ärmsten heftig treffen wird. Diese haben bereits jetzt die Teuerung bei Lebensmitteln, Mobilität und Energiepreisen zu verkraften. Auf ersten Januar folgt nun eine Kostenexplosion bei den Strompreisen und Krankenkassenprämien. Familien und Alleinstehende mit Kleineinkommen geraten innert kürzester Zeit in eine Notlage. 

Unterstützungsmassnahmen rasch etablieren

Die Politik ist gefordert, denn es bleiben nur gut drei Monate Zeit. Umso dringlicher sind jetzt Massnahmen wie etwa die Erhöhung der Prämienverbilligungen, ein angemessener Teuerungsausgleich nicht nur bei den Löhnen, sondern auch bei der AHV, den Ergänzungsleistungen und der Sozialhilfe sowie weitere finanzielle Entlastungsmassnahmen für Familien mit tiefen Einkommen. Zusätzlich braucht es aber auch rasche Unterstützungsmassnahmen in akuten Situationen. Das Schweizer System der Sozialen Sicherheit ist langsam, oft wirken sich Anpassungen wie etwa bei der Prämienver-billigung erst Monate später im Portemonnaie aus. Peter Lack, Direktor Caritas Schweiz, fordert des-halb: «Was es braucht sind Direkthilfen, welche allen Menschen in einer akuten Notsituation unbürokratisch und rasch zur Verfügung stehen. Die Pandemie hat gezeigt, dass die Hilfswerke hier in Ergänzung zu staatlichen Stellen eine wichtige Rolle übernehmen können.» Caritas fordert deshalb den Bundesrat und die Kantone auf, sich gemeinsam mit den relevanten Verbänden und Organisationen zügig auf die Krise vorzubereiten und einfache und zielgerichtete Unterstützungsmassnahmen für Menschen an der Armutsgrenzen zu etablieren. 

Auch Caritas bereitet sich auf die Krise vor. «Wir müssen mit allen Mitteln verhindern, dass Menschen wegen den aktuellen Preisexplosionen in die Armut gedrängt werden», sagt Peter Lack.

 
 
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