

Ein Zuhause auf Zeit
Was macht Caritas-Familienplatzierung für dich?
Manchmal geht es Kindern und Jugendlichen zuhause nicht gut. Dann hilft Caritas-Familienplatzierung, dass Kinder für eine bestimmte Zeit bei einer Pflegefamilie wohnen können, bei Menschen, die sich gut um sie kümmern. Dort sollst du dich sicher fühlen, zur Ruhe kommen und vertrauensvoll begleitet werden.
- Wende dich an die Personen, denen du vertraust, wie zum Beispiel Familie, Freundinnen und Freunde, Vertrauenspersonen, Lehrpersonen, Bekannte.
- Caritas-Familienplatzierung ist 24 Stunden für dich da. Während den Bürozeiten unter 041 419 22 77 und sonst über das Notfalltelefon.
- Chatte auf 147.ch.
❤️ Was wirklich zählt
- Deine Meinung zählt! Du darfst sagen, was du denkst und fühlst.
- Du wirst begleitet. Du bist nicht allein und es gibt immer jemanden, der dir zuhört.
- Du darfst traurig oder wütend sein. Alle Gefühle sind okay.
- Du hast Rechte. Zum Beispiel auf Schutz, Mitbestimmung und Bildung.
Wer sind die Fachpersonen bei Caritas und was machen sie für dich?
Die Fachpersonen bei Caritas-Familienplatzierung haben Freude an der Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und Familien. Sie haben eine Ausbildung in Sozialarbeit, Psychologie oder Sozialpädagogik und sie sind da, um dich zu begleiten und zu unterstützen.
"Alles, was dir wichtig ist, hat Platz bei uns." Sandrine Schlögel-Furrer
"Deine Stimme zählt bei uns." Kathrin Ebbing
"Wir sind offen für alles, was dich bewegt." Gabi Hafner
"Wir nehmen dich ernst und sind neugierig auf deine Sicht." Christina Falkner
"Deine Meinung, Fragen, Gedanken und Gefühle sind wichtig, wir hören dir zu." Vreni Hupka-Duss
🧑🏫 Deine Fachperson
Du bekommst eine Fachperson von Caritas-Familienplatzierung zur Seite gestellt. Sie besucht dich regelmässig, ist für dich da, hört dir zu und hilft dir, wenn du Fragen oder Sorgen hast.
🤝 Zusammenarbeit mit Behörden
Deine Fachperson arbeitet auch mit der Beistandschaft, Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB), Jugendämtern, Schulen, Therapiestellen und Gerichten zusammen immer mit dem Ziel, dass es dir gut geht.
🧑🏫Wer hilft dir dabei in der Pflegefamilie anzukommen?
- Deine Fachperson von Caritas-Familienplatzierung spricht mit dir und deinen Pflegeeltern und ist für dich da.
- Deine Pflegeeltern sind geschult und geprüft, damit du dich sicher und wohlfühlen kannst.
💬 Was ist uns wichtig?
- Wir reden mit dir, nicht über dich.
- Wir nehmen dich ernst, auch wenn du mal wütend oder traurig bist.
- Wir setzen uns für dich ein, wenn du etwas brauchst.
- Wir begleiten dich, egal ob du gerade neu in einer Pflegefamilie bist oder schon länger dort lebst.
👨👩👧👦 Pflegefamilien so verschieden wie du und ich
Pflegefamilien sind unterschiedlich und das ist gut so.
👨👩👧👦 Klassische Familien: Mutter, Vater, Kind(er) – wie man sich eine „typische“ Familie vorstellt.
👨👩Alleinerziehende Personen: Eine einzelne Frau oder ein einzelner Mann kümmert sich um dich, mit oder ohne eigene Kinder.
👬 Pflegefamilien mit gleichgeschlechtlichen Eltern: Zwei Mütter oder zwei Väter können deine Pflegeeltern sein.
🧩Patchworkfamilien: Familien, in denen Kinder aus früheren Beziehungen dazugehören.
🐶 Familien mit Tieren: Hund, Katzen oder andere Tiere können dir helfen, dich schnell wohlzufühlen.
🌾 Landleben: Manche Pflegefamilien leben im Dorf oder auf dem Bauernhof.
🏙️ Stadtleben: Andere Pflegefamilien leben mitten in der Stadt.
❤️ Was wirklich zählt?
- Ob die Pflegefamilie dich ernst nimmt
- Ob du dich bei ihnen sicher und wohlfühlst
- Ob sie dir zuhört
- Ob sie dich unterstützt, so wie du bist
🏠Welche Möglichkeiten der Unterbringung oder Wohnformen gibt es?
Es gibt verschiedene Arten, wie Kinder und Jugendliche bei Pflegefamilien leben können:
- Dauerpflegeplatzierung (DP)
Du wohnst für längere Zeit bei einer Pflegefamilie. Du gehst am Wohnort der Pflegefamilie in die Schule. Wann und wie oft du deine Familie besuchst, wird mit dir, deiner Familie, deiner Vertrauensperson und den Fachpersonen besprochen. Das ist nur möglich, wenn es für alle passt, vor allem für dich. - Ergänzende Betreuung (EBA)
Du verbringst einzelne Wochenenden oder Ferien bei einer Pflegefamilie und wohnst sonst zuhause oder in einer Institution. - Kriseninterventionsplatzierung (KIP)
Du lebst für mindestens drei Wochen bis maximal sechs Monate auf einem Bauernhof. Dort lebst du mit der Pflegefamilie zusammen, hast einen fixen Tagesablauf und hilfst bei der Arbeit mit. - Persönliche Leistung (PL)
Wenn das Jugendgericht es so entscheidet, musst du für mindestens fünf Tage bis maximal drei Wochen auf einem Bauernhof mithelfen. Dies dient als Wiedergutmachung. Dort hast du einen fixen Tagesablauf, arbeitest auf dem Feld, mit den Tieren oder im Haushalt mit.
Fragen und Antworten zu deiner Zeit bei der Pflegefamilie
Vielleicht brauchen deine Eltern eine Pause, um wieder stark und gesund zu werden. Vielleicht ist es gerade zu Hause schwierig und sie können sich nicht so gut um dich kümmern, wie sie es gerne würden. Es kann aber auch sein, dass sie nicht da sind, um sich um dich zu sorgen.
Damit du in dieser Zeit gut aufgehoben bist, kommst du zu einer Pflegefamilie.
Eine Pflegefamilie ist wie ein sicherer Ort, an dem du ankommen kannst. Dort gibt es Erwachsene, die für dich da sind. Sie hören dir zu, trösten dich, unternehmen etwas mit dir und helfen dir, wenn du etwas brauchst. Du bist dort nicht allein.
Wenn deine Eltern wieder bereit sind, sich gut um dich zu kümmern, schauen alle gemeinsam, wie es für dich weitergehen kann.
Du und deine Eltern werden befragt, bevor du in eine Pflegefamilie kommst. Deine Meinung ist besonders wichtig! Auf dieser Grundlage entscheiden dann Fachpersonen der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde KESB.
Das sind Menschen, die dir einen sicheren Ort bieten, dir zuhören und für dich da sind wie eine zweite Familie. Es ist kein Ersatz für deine Familie aber ein sicherer Ort. Sie haben die Aufgabe deinen Alltag mit dir zu gestalten und schauen, dass es dir in der Schule, Freizeit und Gesundheit gut geht.
Bevor du bei der Pflegefamilie einziehst, kannst du sie kennenlernen. Du darfst sie besuchen, mit ihnen reden und, wenn du möchtest, auch schon dort übernachten.
Gemeinsam mit dir und den Erwachsenen wird geplant, wie oft und wie lange ihr euch trefft: ein paar Stunden, ein Nachmittag, ein Tag oder auch mehrere Übernachtungen. Wichtig ist, dass du dich dabei wohlfühlst und sagen oder zeigen kannst, wie es dir geht. Darum sprechen wir immer wieder mit dir, deinen Eltern und den Fachpersonen. So kannst du uns jederzeit sagen, ob du dich bei der Pflegefamilie gut aufgehoben fühlst.
Du wirst durch eine Fachperson der Caritas-Familienplatzierung begleitet. Du bekommst Zeit, alles kennenzulernen. Du darfst alles Fragen, was dich beschäftigt!
Deine Eltern, Geschwister aber auch deine Freundinnen und Freunde und deine Vertrauensperson, vorausgesetzt du wünschst das und es gefährdet dich nicht. Du bekommst seitens Caritas-Familienplatzierung eine Fachperson zur Seite gestellt. Sie besucht dich regelmässig in deiner Pflegefamilie und hört dir zu und setzt sich für dich ein.
Hier einige Beispiele: wie dein Zimmer aussieht, was du gerne isst oder welche Hobbys du ausüben willst. Du darfst uns immer sagen, was dir gefällt oder nicht gefällt.
Das ist ganz normal. Es ist wichtig mit den Personen darüber zu sprechen denen du vertraust. Deine Pflegefamilie oder deine Fachperson sind auch dafür da, mit deiner Familie Lösungen zu finden. Niemand erwartet, dass du sofort alles gut findest.
Das ist bei jedem Kind anders. Manchmal sind es mehrere Monate, manchmal sind es mehrere Jahre. Dies wird mit deinen Eltern und Dir im Voraus besprochen.
Die Fachpersonen überprüfen regelmässig mit dir und deinen Eltern, ob du wieder nach Hause gehen kannst. Deine Eltern und die Fachpersonen arbeiten dafür eng zusammen. Bevor du nach Hause gehst, gibt es mit dir und allen Personen, die dir wichtig sind, Gespräche. Der Übergang von der Pflegefamilie zu deiner Familie wird sorgfältig vorbereitet und durchgeführt.
Nein, du musst deine Pflegefamilie nicht mögen und niemand erwartet das von dir. Es ist ganz normal, wenn du am Anfang unsicher bist oder dich nicht gleich wohlfühlst. Vielleicht vermisst du deine Familie oder bist traurig, wütend oder verwirrt. Das ist okay.
Deine Pflegefamilie ist da, um gut für dich zu sorgen, dir Sicherheit zu geben und dich zu unterstützen. Manchmal dauert es eine Weile, bis man sich aneinander gewöhnt. Und manchmal passt es auch einfach nicht, dann schauen wir gemeinsam, was du brauchst.
Wichtig ist: du darfst sagen, wie es dir geht. Du darfst mitreden, wenn es um dich und dein Leben in der Pflegefamilie geht. Deine Meinung zählt! Gemeinsam mit dir schauen wir, was du brauchst, damit du dich wohlfühlen kannst. Du darfst alle deine Gefühle haben und darüber sprechen. Wir hören dir zu.
Wenn du dich nicht wohlfühlst, darfst du das sagen, das ist uns wichtig. Du musst nichts für dich behalten. Es ist dein Recht, gehört zu werden.
Du kannst darüber mit deiner Pflegefamilie, Familie, Fachperson, Vertrauensperson oder Beistandsperson sprechen.
Deine Pflegeeltern haben ein offenes Ohr für dich. Vielleicht findet ihr gemeinsam einen Weg, wie es dir besser geht.
Wenn du lieber mit jemand anderem sprechen möchtest, kannst du dich auch bei deiner Beistandsperson oder deine Fachperson von Caritas-Familienplatzierung melden.
Du darfst alle deine Gefühle haben und darüber sprechen. Wir hören dir zu.
Ja, das darfst du. Es ist dein Alltag und du sollst mitreden. Es gibt viele Dinge, die du mitentscheiden kannst. Beispielsweise kannst du sagen, wie du dein Zimmer einrichten möchtest, was du in deiner Freizeit gerne machst oder in welche Vereine du gerne gehst. Gemeinsam mit deinen Pflegeeltern schaust du, was umgesetzt werden kann.
Natürlich gibt es auch Regeln, an die du dich halten musst. Du darfst sagen, was dir gefällt und was nicht. Die Pflegeeltern und Fachpersonen hören dir zu und überlegen mit dir zusammen, wie dein Alltag gut für dich wird. Deine Meinung ist wichtig.
Ja, du bekommst Taschengeld. Wann und wieviel du bekommst, wird gemeinsam vor dem Einzug in die Pflegefamilie besprochen.
Manche Pflegefamilien haben selbst Haustiere oder freuen sich über dein Tier, andere können leider keine Tiere aufnehmen. Bevor du in eine Pflegefamilie kommst, sprechen wir mit dir darüber, ob du ein Haustier hast und was dir wichtig ist. Gemeinsam mit den Pflegeeltern schauen wir, ob und wie das möglich ist.
Ja, du darfst mitentscheiden, wie dein Zimmer aussieht. Es ist dein Raum und du sollst dich darin wohlfühlen. Du kannst sagen, welche Farben du magst, ob du Bilder aufhängen möchtest oder wie du deine Sachen gerne ordnest. Manche Dinge sind vielleicht nicht sofort möglich, aber gemeinsam mit deinen Pflegeeltern könnt ihr überlegen was geht. Deine Wünsche sind uns wichtig und du darfst sie sagen.
Traurig sein ist okay. Alle sind mal traurig, besonders wenn sich viel verändert hat oder man jemanden vermisst. Du musst deine Trauer nicht verstecken, du darfst darüber sprechen. Wir nehmen deine Gefühle ernst und sind für dich da. Du bist nicht allein.
Caritas-Familienplatzierung
Adligenswilerstrasse 15
Postfach
CH-6002 Luzern
+41 41 419 22 77familienplatzierung@caritas.ch
Montag, Dienstag, Donnerstag
08.15-11.45 Uhr und 13.30-17.00 Uhr
Freitag
08.15-11.45 Uhr und 13.30-16.00 Uhr
Titelbild: Kinder auf einem Spielplatz © Franca Pedrazzetti