Navigation mit Access Keys

 

Patientenverfügung und Vorsorgeauftrag

 

Lebensverlängernde Massnahmen um jeden Preis oder Palliative Care um möglichst schmerz- und angstfrei zu sterben?

Entscheiden Sie mit Ihrer Patientenverfügung selbst, wie Sie medizinisch behandelt werden möchten, wenn Sie im Ernstfall nicht mehr ansprechbar sind.

Wer sorgt für Sie, wenn Sie es nicht mehr selber können?

Bestimmen Sie mit Ihrem Vorsorgeauftrag, wer Ihre Angelegenheiten regelt, wenn Sie selber nicht mehr dazu in der Lage sind.

Bestellen Sie das Kombi-Angebot mit «Patientenverfügung und Vorsorgeauftrag» für 24 CHF oder beziehen Sie die komplette Caritas-Vorsorgemappe für 28 CHF. Die Mappe beinhaltet zwei weitere Dokumente: Handreichung zur Regelung der letzten Dinge und einen Leitfaden zum Testament.  
Weitere Informationen und Bestellung im  Caritas-Onlineshop.

Ihre Bestellung nehmen wir auch telefonisch und per E-Mail entgegen:
Telefon: 041 419 22 22
infoto make life hard for spam bots@to make life hard for spam botscaritasto make life hard for spam bots.ch

Bei Fragen nutzen Sie das kostenlose Caritas-Beratungstelefon 0848 419 419.

 
 

Warum brauche ich eine Patientenverfügung?

Wenn Sie nicht mehr urteilsfähig sind, hilft eine Patientenverfügung Ihren Angehörigen und dem Behandlungsteam, die Entscheidung in Ihrem Sinne zu treffen.

Es gibt Situationen im Leben, in denen Sie Ihr Selbstbestimmungsrecht nicht mehr wahrnehmen können. Zum Beispiel bei einer schweren Demenz oder im Koma. Deshalb können Sie in einer Patientenverfügung rechtzeitig festhalten, wie Sie in einem solchen Fall medizinisch behandelt werden möchten. Es ist auch möglich eine nahestehende Person zu bestimmen, die medizinische Entscheidungen an Ihrer Stelle treffen darf.  

 

10 häufige Fragen zur Patientenverfügung

Hier finden Sie die häufigsten Fragen zur Patientenverfügung. Schicken Sie uns eine E-Mail, wenn Sie auf Ihre persönliche Frage keine Antwort finden.

1. Ist die Patientenverfügung rechtsverbindlich?
Ja. Seit dem Inkrafttreten des neuen Erwachsenenschutzrechtes (1.1.2013). Seither gilt die Rechtsverbindlichkeit für Ärzte und Behandlungsteam schweizweit.

2. Muss die Patientenverfügung notariell beglaubigt sein? 
Die Patientenverfügung ist mit Ort, Datum und Unterschrift gültig und benötigt keine weitere Beglaubigung.

3. Was sind lebensverlängernde Massnahmen? 
Zu den lebensverlängernden Massnahmen zählen insbesondere die künstliche Beatmung und die kardiopulmonale Reanimation, aber auch die künstliche Wasser- und Nahrungszufuhr. Je nach Situation muss auch über Sauerstoff, Medikamente, Transfusion, Dialyse und operative Eingriffe entschieden werden.

4. Wie ist die Gültigkeit im Ausland? 
Behandlung und Betreuung in einem Spital richten sich nach den Gesetzen und Richtlinien des betroffenen Landes. Neben den USA haben u.a. auch Frankreich, Spanien, Deutschland und Österreich eine Gesetzgebung zur Patientenverfügung. Wer längere Zeit im Ausland lebt, kann seine Patientenverfügung in die entsprechende Landessprache übersetzen lassen.

5. Mit wem soll ich meine Patientenverfügung besprechen? 
Es ist sinnvoll, den Inhalt der Patientenverfügung mit einer nahestehenden Vertrauensperson und mit dem Hausarzt/der Hausärztin oder dem behandelnden Arzt/der behandelnden Ärztin (besonders bei konkreter Erkrankung) zu besprechen.

6. Wie häufig muss man die Patientenverfügung erneuern? 
Je aktueller die Patientenverfügung ist, desto verbindlicher ist sie. Wir empfehlen, sie alle zwei Jahre oder bei Veränderungen zu überprüfen und neu zu datieren. Das Gesetz macht dazu aber keine Vorschrift.

7. Wo soll ich meine Patientenverfügung aufbewahren? 
Die Patientenverfügung soll zusammen mit anderen wichtigen Dokumenten aufbewahrt werden, zu denen eine Vertrauensperson Zugang hat. Die Ausweiskarte kann man im Portemonnaie mit sich tragen.

8. Wem soll ich eine Kopie meiner Patientenverfügung geben? 
Das Original bleibt zuhause, eine Kopie soll man der Vertretungsperson und dem Hausarzt/der Hausärztin oder dem behandelnden Arzt/der behandelnden Ärztin geben.

9. Wen kann ich für eine Vertretung bei medizinischen Entscheidungen anfragen? 
Als Vertretungsperson kann jede urteilsfähige Person eingesetzt werden. Wichtig ist, dass diese zur Übernahme der Aufgabe wirklich bereit ist. Sie hat allerdings jederzeit die Möglichkeit, von dieser Verantwortung zurückzutreten. Grundsätzlich kann auch ein Arzt/eine Ärztin beauftragt werden.

10. Welche Personen gelten als Angehörige? 
Das neue Erwachsenschutzrecht definiert, dass folgende Personen der Reihe nach entscheidungsberechtigt sind:

  • Person, die im Vorsorgeauftrag oder in der Patientenverfügung beauftragt wurde
  • Beistand/Beiständin mit Befugnis in medizinischen Angelegenheiten
  • Ehepartner/Ehepartnerin oder eingetragener Partner/eingetragene Partnerin, mit dem/der die urteilsunfähige Person einen gemeinsamen Haushalt führt oder welche/r regelmässig und persönlich Beistand leistet
  • Person, die im gleichen Haushalt lebt und regelmässig persönlich Beistand leistet
  • Kinder
  • Eltern
  • Geschwister

Luzern, 08.09.2016/Beat Vogel

 

Warum brauche ich einen Vorsorgeauftrag?

Mit dem Vorsorgeauftrag bestimmen Sie, wer an Ihrer Stelle entscheidet, wenn Sie nicht mehr urteilsfähig sind. Sie halten darin fest, wem Sie die Personensorge, den Rechtsverkehr oder die Vermögenssorge übertragen. Der Vorsorgeauftrag wurde 2013 mit dem neuen Erwachsenenschutzrecht geschaffen. Er bietet die Chance, heute für die Urteilsunfähigkeit von morgen vorzusorgen.

Sie brauchen einen Vorsorgeauftrag …

  • … wenn Sie möchten, dass Ihre Ehepartnerin oder Ihr Ehepartner, Ihre eingetragene Partnerin oder Ihr eingetragener Partner Sie in Rechtshandlungen vertritt, welche die ausserordentliche Vermögensverwaltung betreffen. Wenn kein Vorsorgeauftrag vorliegt, muss dafür die Zustimmung der Erwachsenenschutzbehörde eingeholt werden.
  • … wenn Sie einer anderen Person als dem Ehepartner oder dem eingetragenen Partner ein Vertretungsrecht übertragen möchten.
  • … wenn Sie im Konkubinat leben, ledig oder verwitwet sind und nicht wollen, dass ein Beistand eingesetzt wird.
 

10 häufige Fragen zum Vorsorgeauftrag

Hier finden Sie die häufigsten Fragen zum Vorsorgeauftrag. Schicken Sie uns eine E-Mail, wenn Sie auf Ihre persönliche Frage keine Antwort finden.

 

  1. Ist der Vorsorgeauftrag rechtsverbindlich?
    Ja, wenn er von Anfang bis Ende von Hand geschrieben, datiert und unterzeichnet ist.

  2. Was geschieht, wenn jemand mit einem Vorsorgeauftrag urteilsunfähig wird?
    Die KESB macht eine sogenannte Validierung des Vorsorgeauftrags. Sie prüft, ob der Vorsorgeauftrag richtig erstellt wurde, ob die betroffene Person tatsächlich urteilsunfähig ist und ob die beauftragte Person fähig ist, den Auftrag wahrzunehmen.

  3. Brauchen Ehepartner und eingetragene Partner auch einen Vorsorgeauftrag?
    Für die Personensorge (z.B. medizinische Entscheidungen) und den Rechtsverkehr (z.B. Einzahlungen, Versicherungen) sind sie automatisch entscheidungsberechtigt. Für die ausserordentliche Vermögensverwaltung brauchen aber auch Ehepaare und eingetragene Partner einen Vorsorgeauftrag.

  4. Was bedeutet «ausserordentliche Vermögensverwaltung»?
    Darunter fallen der Verkauf eines Hauses, eines Geschäfts oder von Aktien.

  5. Kann eine Person mehrere Personen gleichberechtigt einsetzen?
    Ja. Das Gesetz sieht vor, dass eine oder mehrere Personen (z.B. Kinder) gemeinsam beauftragt werden können.

  6. Wann braucht es einen Notar?
    Wenn jemand nicht mehr schreiben kann, muss der Vorsorgeauftrag vom Notar verfasst und beurkundet werden. Auch bei anspruchsvollen Vermögens- oder Familienverhältnissen ist es sinnvoll, sich juristisch beraten zu lassen.

  7. Wie prüft der Notar, ob eine Person noch urteilsfähig ist?
    Der Notar führt mit dem/der Auftraggeber/in ein Beratungsgespräch. Gegenstand dieses Gespräches ist auch die Überprüfung der Urteilsfähigkeit.

  8. Wo kann der Vorsorgeauftrag hinterlegt werden?
    Der Vorsorgeauftrag kann beim Zivilstandsamt der Gemeinde hinterlegt werden. Die Hinterlegung ist aber freiwillig.

  9. Erlischt der Vorsorgeauftrag automatisch beim Todesfall?
    Ja. Man kann aber die Nachlassverwaltung in Voraus regeln.

  10. Braucht es neben dem Vorsorgeauftrag noch eine Vollmacht?
    Ist jemand noch urteilsfähig, kann aber seine Geschäfte nicht mehr selber führen, ist eine Vollmacht sinnvoll. Bank, Post, Versicherungen, AHV, Krankenkasse oder das Steueramt bieten dafür eigene Formulare an. So bleibt man bei langsam abnehmender Handlungs- und Urteilsfähigkeit trotzdem handlungsfähig.

Luzern, 10.05.2017/Beat Vogel

 

TELE Z Report 25.04.2016: Vorsorgeauftrag der Caritas Schweiz

 

Ersatzinhalte