Haiti – 10 Jahre nach dem zerstörerischen Erdbeben
 

Seit rund 40 Jahren ist Caritas Schweiz auf Haiti tätig. Nach dem Erdbeben vom 12. Januar 2010 und den Zyklonen Matthew und Irma von 2016 und 2017 weiteten wir unser Engagement in der Nothilfe, dem Wiederaufbau und der nachhaltigen Entwicklung weiter aus. 

 

Am 12. Januar 2010 legte ein verheerendes Erdbeben die haitianische Hauptstadt Port-au-Prince und mehrere Nachbarorte in Schutt und Asche. Das Ausmass sprengte jegliches Vorstellungsvermögen: 280'000 Todesopfer, 300'000 Verletzte und mehr als eine Million Obdachlose. Doch damit nicht genug, 2016 und 2017 verwüsteten die Zyklone Matthew und Irma die Insel. 

Wie kann sich Haiti, eines der ärmsten Länder der Welt, von solchen Katastrophen erholen? Nur dank dem Mut und der unglaublichen Resilienz der Haitianerinnen und Haitianer, die die letzten 10 Jahre noch mehr als zuvor auf die Unterstützung durch die Caritas und deren lokale Partner zählen konnten.    

Bemerkenswerte Fortschritte

Haiti: 10 Jahre nach dem zerstörerischen Erdbeben558 Häuser und 4 Schulen wurden nach dem Erdbeben von 2010 so stabil wieder aufgebaut, dass sie den Wirbelstürmen Matthew und Irma 2016 und 2017 die Stirn bieten konnten. Tausende Haitianerinnen und Haitianer nahmen an Schulungen in den Bereichen Landwirtschaft, Viehzucht, Hygiene, Erosionsprävention und Naturkatastrophenmanagement teil. Nur wenige Wochen nach dem Erdbeben, als ihre Welt regelrecht eingestürzt war, konnten die Kinder wieder die Schule besuchen. Fortschritte im Ackerbau und grössere Ernteerträge liessen die Menschen wieder Hoffnung schöpfen. Hoffnung, die möglich wurde dank des verstärkten Engagements der Caritas nach dem verheerenden Erdbeben vom Januar 2010. Seit mehr als 40 Jahren stehen die Caritas und ihre lokalen Partner nun der haitianischen Bevölkerung bereits zur Seite. Ein Engagement, das wir in jedem Fall fortsetzen werden.

Neue Notlagen 

Die soziale und politische Situation Haitis bleibt weiterhin schwierig. Schon seit mehreren Wochen demonstriert die Bevölkerung gegen die untätige und korrupte Regierung. Immer wieder kommt es zu Ausschreitungen. Port-au-Prince und die grösseren Städte des Landes werden regelmässig durch Aufstände lahmgelegt. Mehrere NGOs, darunter auch die Caritas, weisen seit vielen Wochen wiederholt auf die äusserst besorgniserregende Situation hin. Mehr als 3,5 Millionen Menschen – das sind mehr als 35% der haitianischen Bevölkerung – brauchen dringend Überlebenshilfe und Unterstützung beim Kampf gegen die Mangelernährung. Das Risiko ist gross, dass sich die Situation weiter verschlechtert. Caritas Schweiz unterstützt weiterhin die Ärmsten mit Massnahmen und Programmen in den Bereichen Landwirtschaft, Bildung, Umweltschutz und Einkommensförderung.  

 

Nelson Jean Sorel, Agraringenieur und Mitarbeiter von Caritas Schweiz

 

«Das Reisen in der Region war sehr schwierig»

 

Roselyne Thégénis lebt heute in Corail-de-Mer in der Nähe von Léogâne (Departement Ouest). Sie ist 48 Jahre alt und hat keine Kinder. Lange Zeit wohnte sie in Port-au-Prince, wo sie auch ihr Studium absolvierte und als Assistentin in einem Kindergarten arbeitete. Ihr Traum: ihren eigenen Kindergarten eröffnen und selbstständig sein.

«Als die Erde bebte, war ich gerade in Port-au-Prince», erzählte sie uns. «Mit Gottes Hilfe habe ich überlebt, um mich herum stürzte alles ein. Ich stamme ursprünglich aus Léogâne. Drei Menschen in meinem engeren Bekanntenkreis verloren dort durch das Erdbeben ihr Leben, doch niemand aus meiner Familie zählt zu den Opfern.» Roselyne Thégénis kehrte zu ihrer Familie zurück, um ihr beim Wiederaufbau zur Seite zu stehen. Sie konnte für die Caritas in der Gemeinde als Ausbildnerin und Coach arbeiten. «Doch das Reisen in der Region war sehr schwierig», erinnert sie sich. Mit ihrem Lohn konnte sie ein Haus bauen und die Kinder der Familie in die Schule schicken.

 

Aber die Pflege und Medizin für ihre kranke Mutter kosteten viel Geld. 2012 starb die Mutter und Roselyne Thégénis wird in der Landwirtschaft tätig. 2016 macht sie eine Schulung für nachhaltige Anbaumethoden. Mit der Unterstützung der Caritas und deren lokalem Partner bildet sie sich in tierärztlicher Versorgung weiter und kümmert sich im lokalen Projekt um die Versorgung der Schweine. Noch heute steht sie ihrer Gemeinde bei Fragen zur Zucht und Landwirtschaft mit Rat und Tat zur Seite. «Ich träume noch immer von meiner eigenen Schule. Aber bis es soweit ist, mache ich das, was ich tue, mit Freude.»

 

Die Hilfe für Haiti nach dem Erdbeben hat gewirkt

Caritas Schweiz ist eine der Hauptpartnerinnen der Glückskette, welche in Haiti Projekte im Umfang von 63 Millionen Franken finanziert hat. Eine externe Evaluation hat ergeben, dass 90% der befragten Familien dank der von der Glückskette unterstützten Projekte ihre Grundbedürfnisse abdecken und ihre Existenzgrundlage wiederherstellen konnten. Alle Häuser sind aus nachhaltigen Materialien gebaut und die Mehrheit der Menschen fühlt sich in ihren Häusern sicher und vor Naturkatastrophen geschützt Die Verknüpfung von Nothilfe mit Wiederaufbau und Entwicklungszusammenarbeit hat einen erhöhten positiven Effekt für die betroffenen Menschen. 

Zur ausführlichen Evaluation der Glückskette

 

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