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Tadschikistan

Trinkwasser für arme Bergbevölkerung

In Zusammenarbeit mit der von Caritas Schweiz gegründeten NGO Obi Zulol werden in zwei Gemeinden Wassersysteme wiederhergestellt, die bei einer Naturkatastrophe zerstört wurden. Dadurch erhalten 220 Haushalte wieder Zugang zu sauberem Trinkwasser. Neu wird die Wasserfassung so angelegt, dass sie vor Erdrutschen sicher ist. Zudem werden Wasserzähler und Wasserrechnungen eingeführt, wodurch der Unterhalt des neuen Systems finanziell abgesichert wird. Die Gemeindemitglieder werden in den Bau eingebunden und tragen durch Arbeitsleistung 40 Prozent der Gesamtkosten.

 

Region/Ort:
Provinz Khatlon, Distrikt Shamsiddin Shohin


Zielgruppe:
220 Haushalte mit 1'650 Familienmitgliedern in den armen Bergdörfern Yol und Porvor auf 1200 Meter Höhe.


Mittelbedarf:
40'000 Franken


Projektdauer:
01.09.2017 bis 31.12.2018


Projektnummer:
P170046


Projektziel:
Reparatur von 2 Trinkwassersystemen, die bei einem Erdrutsch zerstört wurden sowie Aufbau von selbstverwalteten Wasserkomitees. Dieses Unterfangen ist Teil eines grösseren Projekts mit dem Ziel, die Resilienz der lokalen Bergbevölkerung gegenüber Naturgefahren zu steigern und Verluste und Schäden zu reduzieren.


Projektverantwortliche:
Judith Niederberger, Tel: 041 419 23 26; jniederbergerto make life hard for spam bots@to make life hard for spam botscaritasto make life hard for spam bots.ch


Abteilung:
Asien / Europa

 
 

Worum geht es?

Hangrutsche, Überschwemmungen und Murgänge sind nur einige der Naturgefahren, von denen die Bewohner der gebirgigen Region Khatlon, im Südwesten Tadschikistans, heimgesucht werden. Jedes Jahr erleiden die besonders betroffenen Distrikte Verluste, deren Bewältigung die Hälfte ihres jährlichen Budgets ausmacht. Dadurch werden die Entwicklungsmöglichkeiten dieser Bergregionen stark eingeschränkt. Massive Erdrutsche im Frühjahr 2017 sind die jüngsten dramatischen Zeugnisse dieser Problematik. Dabei wurden die zwei Dörfer Yol und Porvor weitgehend zerstört. Auch die Trinkwasserversorgung war betroffen.

Der Verlust der Trinkwasserversorgung wiegt im Distrikt Shamsiddin Shohin besonders schwer, denn er gehört zu den ärmsten Regionen in Tadschikistan. Nur jede zweite Person hat hier Zugang zu sicherem und sauberem Trinkwasser. Landesweit liegt der Schnitt bei 79%. Viele Haushalte greifen in der Not auf verschmutztes Wasser zurück, was zur Folge hat, dass viele Kinder an Darmkrankheiten leiden und die Kindersterblichkeit hoch ist: von 1000 Lebendgeburten sterben 125 Kinder, bevor sie 5 Jahre alt sind. Durchfälle und allgemeine Schwäche durch Wurmerkrankungen sind die Hauptursachen für die hohe Sterblichkeit.

Die tadschikische Regierung versucht mit fortschrittlichen Konzepten den Zugang zu Wasser für die Bevölkerung zu erhöhen. Budgetrestriktionen, hohe Fluktuation bei den öffentlichen Ämtern und die Abwanderung von Fachkräften ins Ausland erschweren dies und machen viele – insbesondere abgelegene – Dörfer und Distrikte abhängig von Selbsthilfe oder internationaler Zusammenarbeit. 

 

Was tun wir?

Caritas Schweiz engagiert sich in der Region Khatlon seit 2007 für die ländliche dezentrale Wasserversorgung. Zusammen mit der lokalen Regierung und den Dorfgemeinschaften wurde ein landesweit anerkanntes Modell für die nachhaltige Versorgung mit Wasser erarbeitet, das eine klare Rollenteilung zwischen Besitzer, Betreiber und Wasserkonsument vorsieht. Ein wichtiger Bestandteil dieses Modells ist die dezentrale Versorgung der einzelnen Haushalte.

Das vorliegende Projekt stellt auf der Grundlage dieser langjährigen Erfahrung in den beiden zerstörten Dörfern Yol und Porvor die Trinkwasserversorgung wieder her. Dadurch erhalten 1‘650 Personen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Gleichzeitig wird ein Wassernutzungskomitee eingerichtet, dass bei den ans System angeschlossenen Haushalten Wasserzinsen einzieht und so Rücklagen für Unterhalt und künftige Reparaturen am Wassersystem bildet. Dadurch wird die Nachhaltigkeit der Unterstützung durch Caritas Schweiz sichergestellt. Überdies werden die Gemeindemitglieder in die Reparaturen miteingebunden und tragen durch ihre Arbeitsleistung 40% der Gesamtkosten.

Das Projekt wird in Zusammenarbeit mit der Wasserorganisation Obi Zulol durchgeführt. Obi Zulol ist eine Gründung von Caritas Schweiz und seit mittlerweile zehn Jahren ein zuverlässiger Partner.

Die Reparatur der Trinkwasserversorgung in Yol und Porvor ist eingebettet in ein grösseres Projekt, das die Ursachen des verheerenden Erdrutsches vom Frühling 2017 bekämpft, der zur Zerstörung der beiden Dörfer geführt hat. Nebst klimatischen Faktoren sind es in zunehmendem Masse die Aktivitäten der Bewohner, die Dörfer anfällig für Naturkatastrophen machen: Übernutzung der Baumbestände in Hanglagen sowie Überweidung und nicht angepasste Anbautechniken haben stark degradierte Böden zur Folge, welche plötzlichen Ereignissen keinen natürlichen Schutz entgegensetzen können.

Durch einen wirkungsvollen Schutz natürlicher Ressourcen und einen verbesserten Umgang mit ihnen kann das hohe Katastrophenrisiko in der Region Khatlon erheblich reduziert werden. Topographie oder klimatische Bedingungen können nicht verändert werden, hingegen kann das Ausmass beeinflusst werden, wie sie sich auf das Leben der betroffenen Menschen auswirken. Präventive   Massnahmen, die gleichzeitig auch einen ökonomischen Nutzen haben, können das Risiko auf kostengünstige Weise nachhaltig mindern und gleichzeitig einen Beitrag zur Armutsbekämpfung leisten.

In langjähriger Arbeit vor Ort hat Caritas Schweiz Instrumente zur verbesserten Bewirtschaftung von Erosionsflächen entwickelt. Neben diesen präventiven Massnahmen hat Caritas auch ein lokales Know-how aufgebaut, wie in den Überschwemmungsgebieten mit kleinen Verbauungen und regelmässigem Unterhalt sowie Bepflanzungen das Ausmass der Flutschäden erheblich gesenkt werden kann. Die Projektarbeit von Caritas Schweiz baut auf diesem Wissen und den entwickelten Instrumenten auf.

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