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Südsudan

Gesundheit durch sauberes Wasser und Hygiene

Wasser ist knapp in Ost-Äquatoria: Nur 57 Prozent der Bevölkerung haben Zugang zu sauberem Wasser, nur neun Prozent zu sanitären Einrichtungen. Fehlendes Wissen über den Zusammenhang von Hygiene und Krankheiten führen zu einer der höchsten Kindersterblichkeitsraten weltweit. In der Gemeinde Ido verbessert Caritas die Trinkwasserversorgung, sanitäre Infrastrukturen und Hygienestandards. Regenwasserauffangbecken werden gebaut, Wasserkomitees gegründet, Abwasservorrichtungen erstellt und Hygieneschulungen durchgeführt.

 

Land/Region/Ort:
Südsudan, Ost-Äquatoria


Projektziel:
Die Gesundheitssituation bedürftiger Gemeinschaften in Ost-Äquatoria, Südsudan, soll durch den vermehrten Zugang zu sauberem Wasser, sanitären Einrichtungen und mittels erlernter Hygienepraktiken nachhaltig verbessert werden.


Zielgruppe:
Ca. 3'720 Personen (620 Haushalte)


Mittelbedarf:
CHF 458'937


Projektdauer:
17. März 2016 - 30.09.2017


Projektnummer:
P160060


Projektverantwortliche:
Kirsten Müller, Tel: 041 419 22 76; kimuellerto make life hard for spam bots@to make life hard for spam botscaritasto make life hard for spam bots.ch


Abteilung:
Afrika / Lateinamerika

 
 

Worum geht es?

Seit im Dezember 2013 bewaffnete Kämpfe zwischen Anhängern des Präsidenten Salva Kiir Mayardit und des zuvor abgesetzten Vize-Präsidenten Riek Machar ausgebrochen sind, ist Südsudan von grossen politischen und sozialen Unruhen betroffen. Die Kämpfe haben sich Anfang 2014 auf fünf Staaten im Norden des Landes ausgebreitet, die besonders betroffen sind: Jonglei (insbesondere in der Stadt Bor), Unity, Upper Nile, Zentral-Äquatoria und Lake States. Ursprünglich das Resultat lang andauernder Machtkämpfe, mündete der Konflikt mit der Zeit in ethnischen Auseinandersetzungen. Auch wenn im Jahr 2014 zwei Waffenstillstandsabkommen unterzeichnet wurden, gehen die Kämpfe in einigen Regionen des Landes unvermindert weiter.

Die Zivilbevölkerung ist von diesen Kampfhandlungen stark betroffen, was sich in rasant anwachsenden Zahlen Intern Vertriebener im jüngsten Staat der Welt auszeichnet. Seit Ausbruch des Konfliktes im Dezember 2013 sind bisher schätzungsweise 1,69 Mio. Menschen innerhalb des Landes vor den Auseinandersetzungen geflohen, während ca. 648‘096 Personen Zuflucht in den Nachbarländern gesucht haben.

Auch wenn Ost-Äquatoria nicht zu den Staaten gehört, die direkt von den Kämpfen betroffen sind, so sind die Auswirkungen der Krise dennoch anhand einer steigenden Anzahl intern vertriebener Personen zu erkennen, die Ost-Äquatoria durchqueren, oder sich in dem Staat niederlassen. Der Anstieg an Personen führt zu Konflikten zwischen den vor Ort ansässigen Gemeinden und den intern Vertriebenen um bereits knappe Ressourcen wie z.B. Wasser. Generell sind grundlegende Infrastrukturen für Wasserversorgung und –gebrauch im Südsudan nur sehr marginal vorhanden. Vor allem sanitäre Einrichtungen sind besonders in ländlichen Gebieten kaum existent. Im Jahr 2012 hatten insgesamt nur 57 Prozent der südsudanesischen Bevölkerung Zugang zu sauberem Trinkwasser und nur neun Prozent zu sanitären Einrichtungen. Mangelhafte Kenntnisse über die Zusammenhänge zwischen verschmutztem Wasser und Krankheiten sowie fehlende Hygiene haben eine der höchsten Kindersterblichkeitsraten weltweit zur Folge. In vielen Gebieten wäre Wasser verfügbar, aber die Infrastruktur ist nicht vorhanden, um das insbesondere in der Regenzeit vorhandene Gut zu speichern und zu nutzen.

Das Projekt hat somit zum Ziel, sauberes Wasser, eine verbesserte sanitäre Infrastruktur sowie verbesserte Hygienepraktiken in der Gemeinde Ido in Ost-Äquatoria zur Verfügung zu stellen. Dies soll dazu beitragen die Gesundheitssituation der Bevölkerung nachhaltig zu verbessern. 

 

Was tun wir?

Caritas Schweiz ist seit mehr als 40 Jahren im Südsudan aktiv tätig. Seit 1999 konzentrieren sich die Aktivitäten im Bereich Entwicklung und Nothilfe auf den Bundesstaat Ost-Äquatoria. Der Fokus liegt unter anderem darauf, den Zugang zu Wasser und sanitären Einrichtungen für die Bevölkerung zu erweitern. Eine grössere Verfügbarkeit von Trinkwasser und eine minimale sanitäre Infrastruktur bilden die Grundlage, um die Gesundheit der Bevölkerung zu verbessern. Dafür genauso bedeutsam ist die Bewusstseinsbildung bezüglich Hygiene und die Förderung entsprechender Verhaltensänderungen, die mit der Nutzung von Wasser und sanitären Einrichtungen einhergehen. Die Bevölkerung muss zudem in der Lage sein, ihre Infrastruktur auch selbst aufrecht zu halten und den Betrieb zu organisieren.

Das vorliegende Projekt sieht Vorkehrungen zur nachhaltigen Verbesserung der Hygiene- und Gesundheitssituation und den Zugang zu sicherem Trinkwasser von etwa 3‘720 Personen (620 Haushalte) in der Gemeinde Ido im Bundesstaat Ost-Äquatoria. Dies soll durch den Bau einer Wasserinfrastruktur und kapazitätsbildenden Massnahmen, wie beispielsweise Schulungen in Hygiene- und Gesundheitsfragen sowie Inbetriebnahme und Wartung der Anlage, erreicht werden.  

Bereits heute nutzt die Bevölkerung natürliche Felsbecken zur Wasserspeicherung. Im Rahmen des Projekts wird ein sogenanntes rock catchment (Regenwasserauffangbecken) gebaut. Dies soll der Bevölkerung vor Ort den Zugang zu sauberem Wasser erleichtern.

Die lokale Gemeinschaft und die Behörden werden von Anfang an in die Planung und Umsetzung der Wasserinfrastrukturen einbezogen. Der Bau des rock catchments ist verbunden mit einer praktischen Ausbildung für lokale Techniker, die sie anschliessend dazu befähigt, die Anlage eigenständig instand zu halten. Ein Wasser-Management-Komitee wird gegründet, welches insbesondere die Teilnahme von Frauen befürwortet. Dieses Komitee wird in der Wartung und dem Betrieb des rock catchments geschult.

Um die Siedlungshygiene in der Gemeinde und der Dorfschule zu verbessern, können Familien zudem unter Anleitung einfache Handwaschvorrichtungen und Möglichkeiten zur Abwasserentsorgung errichten. Hierbei wird ihnen gezeigt, wie sie dies eigenständig und unter Verwendung lokal verfügbarer Materialien bewerkstelligen können.

Das Projekt wird vor Ort eng von Mitarbeitern der Caritas Schweiz begleitet. Ein Wasserspezialist wird als Projektkoordinator direkt mit dem Caritas Team vor Ort arbeiten, Ingenieure mit einer Ausbildung im Wasserwesen, werden die Überwachung der technischen Komponenten absichern. Die Projektaktivitäten werden zudem in Zusammenarbeit und unter Einbezug lokaler Regierungsbehörden sowie der Gemeinden umgesetzt, um eine breite Akzeptanz und die Nachhaltigkeit der Arbeit zu garantieren. 

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