Navigation mit Access Keys

 
Kenia

Sanitäre Fortschritte an Schulen

In Kericho County im Westen Kenias verfügen die wenigsten Schulen über eine Wasserquelle, zudem mangelt es an Toiletten und geschlechterspezifischem Wissen über Hygiene. Die Konsequenzen: Verlorene Schultage, hohe medizinische Kosten und verlangsamte Entwicklung der Kinder infolge von Krankheiten. Das vorliegende Projekt hat zum Ziel, den Zugang zu sauberem Trinkwasser und angemessenen Sanitäreinrichtungen in den Grundschulen in Kericho County zu verbessern und den Kindern Hygienepraktiken zu vermitteln. Besondere Aufmerksamkeit kommt dabei den Bedürfnissen der Mädchen zu. Zusätzlich werden die Bewohnerinnen und Bewohner in 12 umliegenden Dörfern für Hygiene- und Sanitärfragen sensibilisiert, damit die Kinder auch zuhause in einem gesunden Umfeld aufwachsen. 

 

Land/Region
Kenia, Kericho County mit Sub-Counties Bureti, Ost-Kericho und Sigowet/Soin


Zielgruppe
7'969 Schulkinder (4'150 Mädchen und 3'819 Jungen) und 6'000 Bewohnerinnen und Bewohner umliegender Dörfer


Mittelbedarf
CHF 483'246.-


Projektdauer
20.07.2016 - 21.11.2017


Projektnummer
P160062


Projektziel
Das Projekt zielt darauf ab, den Anteil von Schulen, Kindern und Gemeindemitgliedern mit Zugang zu sauberem Wasser, verbesserter Hygiene und angemessener Sanitäreinrichtungen in Kericho County zu erhöhen.


Projektverantwortlicher
Noemi Grossen, Tel. 041 419 23 27, ngrossento make life hard for spam bots@to make life hard for spam botscaritasto make life hard for spam bots.ch


Abteilung
Afrika / Lateinamerika

 
 

Worum geht es?

Kericho County befindet sich im Westen Kenias, hat rund eine Million Einwohnerinnen und Einwohner und besteht aus den fünf Sub-Counties Kericho Ost, Kericho West, Bureti, Kipkelion und Sigowet/Soin. Kericho ist das Zentrum des Teeanbaus in Kenia. Trotzdem führen unregelmässige Regenfälle und Armut immer wieder zu Wasser- und Nahrungsmittelengpässen.

Im Jahr 2003 führte die kenianische Regierung die kostenlose Grundschulbildung für alle ein. Seither hat sich die Anzahl eingeschulter Kinder in Kenia auf fast 10 Millionen verdoppelt. Insbesondere in Bezug auf ihre Infrastruktur können die Grundschulen seither kaum noch mithalten. So verfügen in Kericho County die wenigsten Schulen über eine Wasserquelle. Meistens bringen die Kinder das Wasser von zuhause mit oder holen es im Fluss. Weiter sind in Kericho County extrem wenig Toiletten pro Schüler/in vorhanden: Auf über 50 Schülerinnen und Schüler kommt im Schnitt nur eine Toilette. Insbesondere die Schulen in abgelegenen Gebieten und am Stadtrand stehen vor grossen Herausforderungen bei der Bereitstellung von Trinkwasser und sanitären Anlagen, zu welchen auch Gelegenheiten zum Händewaschen gehören. Selbst wenn derartige Einrichtungen vorhanden sind, sind Qualität und Quantität oft unzureichend. Dieser Mangel sowie fehlendes Wissen über Hygienepraktiken haben Konsequenzen: Verlorene Schultage, hohe medizinische Kosten und verlangsamte Entwicklung der Kinder infolge von Krankheiten.

Mädchen sind häufig stärker betroffen von mangelhaften Sanitäranlagen als Jungen, da die Anzahl der vorhandenen Einrichtungen nicht nur zu gering ist, sondern zudem ihre Privatsphäre nicht wahrt. Dies führt dazu, dass die Mädchen öfter der Schule fernbleiben, insbesondere mit dem Eintritt der Pubertät. Hinzu kommt, dass viele Mädchen ungenügend über die Veränderungen ihres Körpers während der Pubertät aufgeklärt sind und nicht über die Mittel für ihre persönliche Hygiene während ihrer Perioden verfügen.


Das vorliegende Projekt hat zum Ziel, den Zugang zu sauberem Trinkwasser und angemessenen Sanitäreinrichtungen in den Grundschulen in Kericho County zu verbessern und den Kindern förderliche Hygienepraktiken zu vermitteln. Dies wird durch Infrastruktur- und Ausbildungsmassnahmen erreicht. Besondere Aufmerksamkeit kommt dabei den speziellen Bedürfnissen der Mädchen zu. Zusätzlich werden die Bewohnerinnen und Bewohner in 12 umliegenden Dörfern für Hygiene- und Sanitärfragen sensibilisiert, damit die Kinder auch zuhause in einem gesunden Umfeld aufwachsen.

Caritas Schweiz arbeitet seit den 1990er Jahren in Kenia. In Kericho County ist sie seit 2008 tätig, als in der Folge gewalttätiger Ausschreitungen nach den Präsidentenwahlen die Region unter akuter Wasser- und Nahrungsmittelknappheit litt. Caritas Schweiz ist in Kenia mit einem Landesbüro in Nairobi vertreten.

 

Was tun wir?

In einem Vorgängerprojekt, das Caritas Schweiz in Zusammenarbeit mit Unicef und Caritas Kericho umsetzte, verbesserten 21 Grundschulen ihre Hygienesituation sowie den Zugang zu sauberem Trinkwasser und angemessenen Sanitäranlagen. Zusätzlich förderte das Projekt in 12 umliegenden Dörfern die Hygiene- und Sanitärpraktiken und baute ein Wassersystem für weitere 12 Dörfer in einem besonders trockenen Gebiet von Kericho. Das vorliegende Projekt knüpft an diese Ergebnisse an und leistet einen weiteren Beitrag zu einer verbesserten Wasserversorgung der Bewohnerinnen und Bewohner von Kericho County.

Das Projekt wird dafür Sorge tragen, dass 7‘969 Schülerinnen und Schüler sowie 6‘000 Gemeindemitglieder über ein vertieftes Wissen und verbesserte Praktiken im Bereich der Hygiene verfügen. 17 Schulen in drei Sub-Counties in Kericho sollen zudem Zugang zu sicherem Wasser erhalten und davon wiederum 14 Schulen von der Bereitstellung sanitärer Infrastruktur profitieren. Die begünstigten Schulen und Dörfer wurden in Zusammenarbeit mit den zuständigen Ministerien auf Landkreisebene während einer Abklärungsmission bestimmt. Die auf dieser Grundlage erarbeitete Intervention umfasst die folgenden vier Bereiche:

1) Wasserversorgung: Durch die Bereitstellung von 10m3-Plastiktanks und Regenauffangsystemen sammeln die Schulen Regenwasser und bereiten es anschliessend auf. So erhalten die Schulkinder in den 17 begünstigten Schulen Zugang zu angemessen Mengen an sicherem Wasser zum Trinken und Händewaschen.

2) Sanitärversorgung: Hauptziel der sanitären Verbesserung ist der Bau geschlechterspezifischer und getrennter Toilettenblocks in 14 Schulen. Um den Mädchen die Möglichkeit zu geben, sich während ihren Perioden zu waschen, enthalten die Blocks für Mädchen unter anderem einen Waschraum. Zudem entstehen an verschiedenen Orten auf dem Schulhof Handwaschstationen, damit sich die Hygiene der Schülerinnen und Schüler verbessert. Die Wiederverwendung von Restwasser wird den Kindern anhand eines Schulgartens vermittelt. Für den Bau der Toilettenblocks werden lokale Handwerker angestellt, die während des Vorgängerprojekts speziell ausgebildet wurden.

3) Hygiene-Förderung: Caritas Schweiz verwendet das von ihr entwickelte Children’s Hygiene and Sanitation Training (CHAST), um bei den Kindern gutes Hygieneverhalten zu fördern. Dabei wird eine Vielzahl von Übungen und Spielen eingesetzt, um den Kindern die direkte Verbindung zwischen persönlicher Hygiene und guter Gesundheit zu vermitteln. Als Teil von CHAST werden auch die Veränderungen des Körpers während der Pubertät thematisiert und den Mädchen beigebracht, welche Materialien sie für die Körperhygiene während ihren Perioden benutzen können. Förderliche Hygiene- und Sanitärpraktiken werden auch in den Dörfern gefördert, insbesondere die konsequente Benutzung von Toiletten.

4) Kapazitätsbildung (Capacity Building): Schliesslich werden die Schulleitung und der Elternrat der begünstigten Schulen im Betrieb und Unterhalt der Wasser- und Sanitäranlagen ausgebildet. Dies wird ergänzt durch Diskussionen um eine nachhaltige Finanzierung der Anlagen sowie benötigter Gebrauchsgegenstände wie Seife, Putzmittel und Toilettenpapier. Dabei wird auch die Verteilung und Wiederbeschaffung von Damenbinden thematisiert, welche die kenianische Regierung seit Kurzem den Schulen zur Verfügung stellt.

Das Projekt wird vor Ort eng durch Spezialistinnen und Spezialisten der Caritas Schweiz begleitet. Alle Projektaktivitäten werden zudem in enger Zusammenarbeit und unter Einbezug lokaler Regierungsbehörden umgesetzt, um eine breite Akzeptanz und die Nachhaltigkeit der Arbeit zu garantieren. 

Ersatzinhalte