Navigation mit Access Keys

 
Kenia

Gerechter Zugang zu Trinkwasser

Lediglich 56 Prozent der ländlichen Bevölkerung Kenias haben Zugang zu sauberem Trinkwasser. Die wenigen Wasserzugänge werden durch Komitees verwaltet, die kaum behördlich überwacht sind und denen auch das entsprechende Wissen zur Betreibung der Anlagen fehlt. Korruption und Misswirtschaft sind die Folgen. Das Projekt legt den Fokus auf eine nachhaltige Trinkwasserversorgung. Vorderhand werden die Fähigkeiten, die Integrität und Kontrolle der Wasserkomitees verbessert. Ausgebildete Coaches, Foren und Workshops, regelmässige Besuche durch Caritas und eine starke Verankerung bei den Behörden sichern den gerechten Zugang zu Wasser für alle.

 

Land/Region/Ort:
Kenia - Kericho, Kajiado und Wajir counties


Zielgruppe:
20 Wasserkomitees auf Gemeindeebene 50 Vertreterinnen und Vertreter vom Wasserministerium 10 Zivilgesellschaftliche Organisationen


Mittelbedarf:
CHF 484'400


Projektdauer:
15.09.2015 - 14.09.2019, 4 Jahre


Projektnummer:
P150101


Projektziele:
Die Managementkapazitäten von Wasserkomitees, die ländliche Wassereinrichtungen betreiben, werden durch Massnahmen zu Integrität und Transparenz gestärkt


Projektverantwortliche/r:
Noemi Grossen, Tel.: 041 419 03 27, ngrossento make life hard for spam bots@to make life hard for spam botscaritasto make life hard for spam bots.ch


Abteilung:
Afrika / Lateinamerika

 
 

Worum geht es?

Das Recht auf Zugang zu sauberem Wasser ist seit 2010 von der UNO als Menschenrecht anerkannt und in der kenianischen Verfassung verankert. Dennoch bleibt der nachhaltige Zugang zu Wasser und sanitären Einrichtungen eine grosse Herausforderung in Kenia, insbesondere in ländlichen Gebieten. Lediglich 56 Prozent der Bevölkerung auf dem Land hat Zugang zu sauberem Trinkwasser und 29 Prozent hat Zugang zu sanitären Einrichtungen.

Die Mehrheit der ländlichen Bevölkerung in Kenia mit Zugang zu Trinkwasser bezieht ihr Wasser von Einrichtungen, die von den Gemeinden selbst verwaltet werden. Viele der Wasserkomitees verfügen jedoch über mangelhafte Fähigkeiten und Prozesse, um derartige Wassereinrichtungen zu betreiben. Zudem werden die Komitees von den Behörden unzureichend reguliert und überwacht. Sie sind somit anfällig für Misswirtschaft und Korruption. Letztere ist ein ernsthaftes Problem in Kenia, das im globalen Korruptionsvergleich den 139. Rang von 168 bewerteten Ländern belegt. Nicht selten hören die Wassereinrichtungen aufgrund dieser Herausforderungen nach wenigen Jahren zu funktionieren auf.

Das vorliegende Projekt legt seinen Fokus auf die Nachhaltigkeit der Trinkwasserversorgung. Diese soll durch eine verbesserte Leistungsfähigkeit der Wasserkomitees und ihrer Einbettung in die rechtliche und institutionelle Landschaft des kenianischen Wassersektors erreicht werden. Das Projekt arbeitet dabei mit einem umfassenden Konzept von Integrität, das über eine Sensibilisierung für ethische Standards hinausgeht. Vielmehr wird der Fokus auf intakte Prozesse und Strukturen gelegt und die Rechenschaftspflicht der Wasserkomitees gegenüber den lokalen Behörden gestärkt.

Im Jahr 2013 wurde in Kenia ein Dezentralisierungsprozess eingeleitet, der den lokalen Behörden mehr Kompetenzen unter anderem im Wassersektor überträgt. Um die Regulierung und Überwachung der Wassereinrichtungen auf Gemeindeebene zu stärken, sensibilisiert und schult das Projekt Behördenvertreter auf Landkreis- sowie auf nationaler Ebene im Integritätsmanagement-Ansatz, einem systematischen Ansatz zur Erkennung und Minimierung von Korruptionsrisiken im Wassersektor.

Caritas Schweiz arbeitet seit den 1990er Jahren in Kenia. Nachdem die Region 2011 von einer schweren Dürre heimgesucht wurde, intensivierte die Organisation ihre Aktivitäten im Wasserbereich. In Nairobi, der Hauptstadt Kenias, ist Caritas Schweiz mit einem Landesbüro vertreten.

 

Was tun wir?

Das vorliegende Projekt ist Teil des länderübergreifenden Programms WIN Global Strategy Implementation and Multi Country Water Integrity Programme (MCWIP) von Schweizer Nichtregierungsorganisationen und dem Water Integrity Network (WIN). Im Fokus des vierjährigen Programms steht die Verknüpfung globaler Initiativen mit Projekten in Guatemala, Mozambique, Nepal und Kenia. Ziel des Programms ist, einen gerechteren und nachhaltigeren Zugang zu Wasser durch verbesserte Gouvernanz auf allen Ebenen sicherzustellen.

Caritas Schweiz implementierte bereits 2014 ein Pilotprojekt zum Thema Integrität im Wasserbereich in Kenia in Zusammenarbeit mit WIN. Nebst einer umfassenden Studie zu bestehenden Regulierungen und dem Dezentralisierungsprozess im Wassersektor, wurde im Rahmen des Projekts eine Sammlung von Instrumenten für ländliche, von Gemeinden selbstverwaltete Wassereinrichtungen entwickelt: die Integrity Mangement Toolbox. Mithilfe dieser Instrumente identifizieren die Wasserkomitees die drängendsten Probleme und Risiken bei der Verwaltung ihres Wassersystems und erarbeiten unter der Leitung eines ausgebildeten Coaches geeignete Lösungen.

Im vorliegenden Projekt wird die Integrity Management Toolbox mit zusätzlichen Akteuren getestet, um die Instrumente noch besser an den Anforderungen der Nutzer anzupassen. So werden die Wasserministerien auf nationaler und Landkreisebene sowie die lokalen Wasserkomitees und zivilgesellschaftliche Organisationen einbezogen. Ein Schlüsselpartner ist das kenianische Water Services Regulatory Board (WASREB), das die Methodik anschliessend in nationalen Regelwerken verankern wird.

Das Projekt fokussiert auf die folgenden drei strategischen Ebenen, um die Kapazitäten der Behörden in der Regulierung und Überwachung der Wassereinrichtungen zu stärken sowie die Integrität und Rechenschaftspflicht der von Gemeinden selbstverwalteten Wassereinrichtungen zu erhöhen:

  1. Lokale Ebene: Die Integrity Management Toolbox wird in verschiedenen Regionen Kenias auf Gemeindeebene getestet. Dazu werden in einem ersten Schritt Coaches ausgebildet. In einem zweiten Schritt durchlaufen ausgewählte Wasserkomitees den gesamten Prozess unter Anleitung der ausgebildeten Coaches. Durch regelmässige Besuche von Caritas Schweiz werden die Fortschritte in den Gemeinden überwacht. Die Methodik und Instrumente der Integrity Management Toolbox werden anschliessend verfeinert.
  2. Nationale Ebene: Auf nationaler Ebene ist das Hauptziel, die Methodik einschliesslich der Instrumente bei den zuständigen Behörden zu verankern und weitere Schritte für deren Anwendung im Wassersektor zu erarbeiten. Ausserdem werden Trainings, Austauschforen und Workshops organisiert, in welchen die Methodik an andere zivilgesellschaftliche Organisationen vermittelt wird.
  3. Internationale Ebene: Schliesslich sollen die Integrity Management Toolbox und die gewonnenen Erfahrungen innerhalb der Caritas sowie darüber hinaus bei anderen im Wassersektor tätigen Organisationen verbreitet und die Instrumente der Toolbox auf andere Länder und Kontexte angepasst werden (z. B. Tadschikistan in Zentralasien).
 

Ersatzinhalte