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Kenia

Bessere Lebensbedingungen im Slum von Mukuru, Nairobi

Auch wenn in Kenia gemäss Verfassung jede Person das Recht auf angemessene Behausung, Wasserversorgung und sanitäre Einrichtungen hat, leben viele Menschen im Land unter prekären Bedingungen. So zum Beispiel im Mukuru-Slum in Nairobi, dessen Bewohnerinnen und Bewohner zu wenig zu essen haben und wegen der unhygienischen Lebensbedingungen oft krank sind. Die Entwicklung des Slums wird nun von acht Arbeitsgemeinschaften in Angriff genommen, wobei die Caritas für Wasser, Sanitärversorgung und Energie zuständig ist.

 

Land / Region / Ort
Kenia, Nairobi


Zielgruppe
Slum-Bewohnerinnen und -Bewohner von Mukuru (ca. 300'000 Personen)


Mittelbedarf
233'204 Schweizer Franken


Projektdauer
15.09.2017 bis 14.09.2019, 24 Monate


Projektnummer
P170083


Projektziel
Die Lebensbedingungen und die Widerstandsfähigkeit der Slum-Bewohnerinnen und –Bewohner von Mukuru werden verbessert.


Projektverantwortliche
Kristen Müller, Tel: 041 419 22 76; kmuellernot shown@caritasto make life hard for spam bots.ch


Abteilung
Afrika / Lateinamerika

 
 

Worum geht es?

Die kenianische Verfassung hält fest, dass jede Person das Recht auf angemessene Behausung, Wasserversorgung und sanitäre Einrichtungen hat. In der Realität leben jedoch etwa 60 Prozent der Bevölkerung der kenianischen Hauptstadt Nairobi unter unwürdigen und prekären Lebensbedingungen in Slums. Mukuru ist einer der grössten der über 150 Slums in Nairobi. Die Hütten seiner Bewohnerinnen und Bewohner bestehen mehrheitlich aus Wellblech, durchschnittlich 234 Familien teilen sich einen Wasseranschluss und auf durchschnittlich 547 Haushalte kommt eine Latrine. Kanalisation und Abfallentsorgung existieren nicht. Abwasser wird in offenen Rinnen oder direkt in den nächsten Bach entsorgt. Abfallberge werden zum Belag der Gassen, die durch die Slums führen. Die meisten Schulen in Mukuru sind von schlechter Qualität, die Gesundheitsversorgung ist mangelhaft und Elektrizität ist in den meisten Fällen nur über illegale Anschlüsse erhältlich, was ein grosses Risiko für Brände und Stromschläge darstellt. Die Menschen in Mukuru leben auf engstem Raum, bezahlen überdurchschnittlich viel für Dienstleistungen wie Mieten, Wasser, Toiletten und Schulen, und sind zusätzlich der ständigen Gefahr von Vertreibungen ausgesetzt.

Diese prekären Lebensbedingungen wirken sich nachteilig auf die Nahrungssicherheit, die Gesundheit, die schulische Bildung, die Rechtssicherheit sowie den Zugang der Bewohnerinnen und Bewohner von Mukuru zum formellen Arbeitsmarkt aus, wodurch ihre Möglichkeiten für Entwicklung stark eingeschränkt sind.

Der Slum von Mukuru besteht aus mehreren Siedlungen: Mukuru Kwa Njenga, Mukuru Kwa Reuben und Viwandani. Er liegt in unmittelbarer Nähe zur Industriezone der Hauptstadt, etwa sieben Kilometer südöstlich des Zentrums. Die älteste der Siedlungen entstand bereits 1958. Durch die zunehmende Landflucht und das beschleunigte Bevölkerungswachstum wuchs Mukuru ab den 1980er Jahren rasch. Heute leben ca. 300'000 Menschen im Slum von Mukuru. Aufgrund des Bevölkerungswachstums wird angenommen, dass sich die Bevölkerung bis im Jahr 2030 verdoppeln wird. Dies würde bedeuten, dass 260'000 Menschen auf einem Quadratkilometer leben würden. Die Bevölkerungsdichte der Stadt Genf, die mit 11'768 Einwohnerinnen und Einwohnern pro Quadratkilometer 2011 die höchste Bevölkerungsdichte der Schweiz aufwies, ist im Vergleich dazu 22 Mal kleiner.

 

Was tun wir?

Das Projekt strebt die Verbesserung der Lebensbedingungen und der Widerstandsfähigkeit der 300'000 Slum-Bewohnerinnen und -Bewohner von Mukuru an. Dazu beteiligt sich Caritas Schweiz an der Erarbeitung des integrierten Entwicklungsplans für die von der Regierung deklarierte Sonderplanungszone.

Zur Ausarbeitung des Entwicklungsplans wurden acht Konsortien gebildet, bestehend aus Vertreterinnen und Vertretern der Behörden, der Slum-Bewohnerinnen und Bewohnern, zivilgesellschaftlicher Organisationen sowie Forschungsinstituten. Die acht Konsortien wurden entlang thematischer Bereiche organisiert und werden von den zuständigen Ministerien und Planungsexperten bei ihren Arbeiten fachlich unterstützt.

Caritas Schweiz wird das Konsortium «Wasser, Sanitärversorgung und Energie» leiten und somit den Prozess zur Erarbeitung des betreffenden Sektorplans massgeblich mitsteuern. Durch die Mitarbeit im technischen Forum gewährleistet Caritas Schweiz die konsortienübergreifende Koordination der Arbeiten. Auf strategischer Ebene engagiert sie sich zudem im Leadership Forum.

Der Prozess zur Erarbeitung des Sektorplans «Wasser, Sanitärversorgung und Energie» wurde unter Berücksichtigung der folgenden Kriterien gestaltet:

  1. Der Prozess ist zielgerichtet: Auf der Grundlage der drängendsten Anliegend der Bewohnerinnen und Bewohner von Mukuru wird eine klare Vision für die Aufwertung des Slums erarbeitet.
  2. Der Prozess ist integrativ: Die Anliegen und Interessen aller Akteurinnen und Akteuren in Mukuru werden berücksichtigt. Zusätzlich fügt sich das Vorhaben nahtlos in bereits bestehende Pläne der Regierung ein.
  3. Der Prozess ist partizipativ: Ein grosses Augenmerk wird auf die aktive Einbindung und Teilhabe aller Akteurinnen und Akteuren in der Sonderplanungszone gelegt. Hierfür unterstützt Caritas Schweiz zusätzlich das Konsortium, welches für die Mobilisierung der Bewohnerinnen und Bewohner von Mukuru, die Kommunikation mit ihnen sowie für die allgemeine Koordination zuständig ist.
  4. Der Prozess ist multidisziplinär: Da der Entwicklungsplan die Grundlage für die Aufwertung des Slums darstellen wird, ist es unerlässlich, dass er der Komplexität und Diversität der gegenwärtigen Bedingungen vor Ort Rechnung trägt. Caritas Schweiz wird diverse Fachpersonen involvieren, um dies sicherzustellen.

Die Konsortien haben zwei Jahre Zeit, um den integrierten Entwicklungsplan für die Sonderplanungszone von Mukuru auszuarbeiten. Die Aktivitäten der Caritas Schweiz werden dabei von Caritas-Schweiz-Mitarbeitenden im Landesbüro in Nairobi durchgeführt.

Caritas Schweiz arbeitet eng mit der Landkreisregierung von Nairobi sowie der Kenianischen Allianz der Slum-Bewohnerinnen und -Bewohner zusammen, um dieses Projekt umzusetzen. Letztere ist eine gemeindebasierte, landesweite Organisation, welche die Bewohnerinnen und -Bewohner verschiedener Slums in Kenia vereint.

 

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